Tina Zang

© Copyright Edgar Layher Fotografie
© Copyright Edgar Layher Fotografie

 

Die Autorin Tina Zang hat nicht nur eine Autoren Website, sondern auch einen Autorenblog. Den muss ich hier gleich mal erwähnen, denn dort habe ich mich gleich wohl gefühlt und dort bekommt ihr ganz viele Neuigkeiten der Autorin mit. Aber die Fragen, die sich dort nicht von selbst beantworten oder erübrigen, bekommt ihr hier beantwortet. Von Tina Zang! Hier erzählt sie über das Tanzen, über "Ein Sommer nebenan" von Huntley Fitzpatrick (auch einer meiner Lesetipps für den Sommer) und über lauter neue Ideen und Projekte. 

1. Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?

Ich bin verheiratet, habe eine erwachsene Tochter und einen sehr verschmusten Kater. Wir wohnen in einem Häuschen im Grünen und ich genieße es, von Zuhause aus arbeiten zu können. Meine Hobbys sind: Malen (Acrylfarben), Musik (Klavier, Keyboard, Gitarre, Ukulele), singen und natürlich lesen.

Ich bin Optimistin – und das ist für mich das größte Glück. Denn ich habe auch erlebt, was es bedeutet, an Depressionen zu leiden. Das ist zwar lange her, aber ich erinnere mich noch gut an die düsteren Gefühle, die mich überallhin verfolgt haben, an den totalen Mangel an Vitalität. Damals hat das Schreiben mir sehr geholfen, ebenso wie das Klavierspielen. Und natürlich die Menschen, die mich nicht im Stich gelassen haben.

Eine Gabe, die ich gerne besäße: ich würde gern tanzen können. Also richtig geschmeidig und ausdrucksvoll … das war schon als Kind ein Traum von mir. Ich schaue sehr gerne Sendungen wie „Let’s Dance“ und „Got to Dance“ und denke: „Oh, muss sich das toll anfühlen, so tanzen zu können.!“

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Damit bin ich aufgewachsen. Literatur hat in unserer Familie immer eine große Rolle gespielt. Ich habe als Kind angefangen, Geschichten aufzuschreiben. Dass ich daraus einen Beruf machen könnte, wurde mir aber erst relativ spät klar, mit 35. Da dachte ich: Wenn nicht jetzt, wann dann? Und habe losgelegt.

3. Wie finden Sie Ihre Themen und Namen der Charaktere?

Das Leben ist voll davon. Die eigenen Wünsche und Ängste, Erlebnisse, das ganze Umfeld. Ich verarbeite in meinen Büchern viele Erfahrungen. Einige meiner Protagonisten beruhen auf Personen, die ich kenne.

4. Was lesen Sie selber gerne?

Fast jedes Genre außer Horror. Am liebsten Humorvolles, Chick-Lit, Jugendbücher und Thriller. Und Sachbücher zu allen möglichen Themen.

5. Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

Ich entdecke immer wieder neue Autoren, die ich großartig finde. Ich zähle also mal nur einige wenige auf: Michael G. Bauer, Douglas Adams, Dorothy L. Sayers.

6. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

Lord Peter Wimsey in den Krimis von Dorothy L. Sayers.

7. Hatten Sie ein besonderes Erlebnis als Autor/Autorin? Welches war das?

Einmal hat mich jemand erkannt. Das passiert einem Schriftsteller äußerst selten, wenn er nicht gerade Bestseller verfasst oder in Talk-Shows auftritt. Darum war es echt cool, als bei einer Vernissage eine Frau auf mich zukam und mit breitem Lächeln sagte: „Sie sind der Karatehamster.“

Ein anderes besonderes Erlebnis ist ein Brief, den ich von jemandem bekam, für den mein Roman „Mond aus Glas“ (den ich als Christine Spindler veröffentlicht habe) einen Wendepunkt im Leben bedeutete. Das hat mich wahnsinnig berührt.

8. Können Sie uns einen Lesetipp geben?

„Mein Sommer nebenan“ von Huntley Fitzpatrick war mein Lesehighlight 2013.

9. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Ich habe neun geplante Projekte: ein Fantasy-Zweiteiler, eine Space Romantasy, drei Jugendthriller und mehrere Liebesromane. Welches davon ich zuerst reaslisieren werde, weiß ich noch nicht.

 

10. Haben Sie sich schon einmal gewünscht, im Nachhinein etwas an Ihren Bücher ändern zu können?

Zum Glück nicht. Ich lese hin und wieder einige meiner „alten“ Bücher und freue mich, dass ich sie geschrieben habe. Natürlich könnte man sprachlich hie und da etwas verbessern, aber ich strebe nicht nach Perfektion, sondern will die Leser einfach gut unterhalten. Da muss man auch loslassen können, und das mache ich, sobald ein Buch veröffentlicht ist.

11. Mit welchem Ihrer Charaktere würde Sie gerne einmal einen Tag verbringen? Was würden sie zusammen unternehmen?

Mit dem Tanzlehrer Alan Widmark aus der Reihe „London Crimes“, die ich zusammen mit Thomas Endl unter dem gemeinsamen Pseudonym „Kris Benedikt“ schreibe. Alan würde mir sein Tanzstudio und das Theater zeigen, er würde mir ein bisschen Tanzunterricht geben. Dann könnten wir zusammen essen gehen, seine Freunde besuchen (die ich bei der Gelegenheit dann auch persönlich kennenlerne), und anschließend tanzen wir noch ein bisschen, bevor ich mir eine seiner Aufführungen anschaue. Ja, das wäre richtig großartig!

12. Schreiben Sie auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen Ihrer Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buchs schreibt?

Ich habe erst einmal einen Artikel für ein Magazin geschrieben und das fand ich deutlich anstrengender als Belletristik, darum blieb es auch bei dem einen Mal. Sachtexte sind nicht so mein Ding.

13. Was fällt Ihnen am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was Sie total super oder total fürchterlich finden

Ich finde alles super, außer dem Verfassen von Exposés. Es liegt mir nicht, schon im Vorfeld die ganze Handlung zu planen. Ich schreibe lieber drauflos und lasse mich überraschen. Ich bin also ein ausgesprochener Bauchschreiber. Zum Glück haben viele Lektorinnen darauf vertraut, dass ich pünktlich das gewünschte Manuskript abliefere, ohne dass ich vorher ein ausgeklügeltes Exposé erarbeiten musste.

14. Wie leicht oder schwer ist es für Sie, Ihre Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?

Das ist bei jedem Buch anders. Am längsten hat es beim Karatehamster gedauert, ganze. 5 Jahre, bis sich endlich ein Verlag fand, der die Idee mochte. Aber die Ausdauer hat sich gelohnt, denn die Zusammenarbeit mir ars Edition war wunderbar. So wurde die Reihe mit 80.000 verkauften Exemplaren mein größter Erfolg bisher.

15. Wie organisieren Sie einen Schreibprozess? Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Ich schreibe jeden Tag mindestens 4 Seiten. Ob ich das morgens oder abends mache oder irgendwann zwischendrin, ist egal. Ich habe kein festen Zeiten. Hauptsache, ich habe etwas geschrieben, bevor ich schlafen gehe. Durch das tägliche Pensum wachsen die Bücher langsam aber stetig. Je nach Umfang brauche ich 2 bis 9 Monate für ein Buch.

16. Bei Ihrer ersten Buchveröffentlichung: Was haben Sie von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Mein Wunsch war es, ein Buch zu veröffentlichen und vielleicht auch noch ein zweites. Vom dritten wagte ich schon gar nicht mehr zu träumen. Dass es jetzt schon 46 sind, kommt mir manchmal wie ein Wunder vor. Ich bin unheimlich dankbar, dass ich vom Schreiben leben kann.

17. Haben Sie je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?

Ja, ich finde es wichtig, sich weiterzubilden. Die Workshops bringen viele neue Anregungen und Impulse. Danach bin ich immer sehr inspiriert. Und natürlich lernt man jedes Mal tolle Schriftsteller kennen. Der Austausch ist sehr bereichernd.

18. Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Ich schreibe für jede Altersgruppe gern. Ich wechsle auch öfter mal das Genre. So bleibt mein Beruf abwechslungsreich. 


Vielen Dank für Ihre Antworten!

Quelle: www.tinazang.de
Quelle: www.tinazang.de

 

 

 

Wahnsinn, wie viele Bücher Tina Zang bereits veröffentlicht hat! Wie man sich denken kann, hat es für mich dann auch dementsprechend lange gedauert, eines zu finden, das ich euch hier verlinken kann. Aber "Total durchgeknallt, die Jungs" hat einfach das genialste Cover! Zu allen anderen Büchern gelangt ihr allerdings mit einem Klick! ;)