Sabine Städing

Fotonachweis: Olivier Favre
Fotonachweis: Olivier Favre

 

Die Kinderbuchautorin erzählte mir auf der Frankfurter Buchmesse sehr interessante Dinge und in dem Gespräch mit ihr konnte ich in das Autorenleben einer Kinderbuchautorin wunderbar eintauchen! "Petronella Apfelmus" ist eine wunderbare Geschichte, bei der man merkt, aus wie tiefem Herzen sie die Autorin geschrieben hat! Ich werde das Buch hier auch noch vorstellen, doch bis dahin könnt auch ihr Sabine Städing ein bisschen besser kennenlernen!


1. Seit wann schreiben Sie?


Ich hatte schon immer eine Beziehung zum Schreiben. Ich schreibe, seit ich einen Stift halten kann. Klingt platt, ist aber wahr. Bevor ich die Buchstaben auseinanderhalten konnte, habe ich oft stundenlang „Geschichtenball“ gespielt. Das ist einfach und macht unheimlich Spaß. Man wirft einen Ball gegen die Wand, baggern …, pritschen … alles ist erlaubt, und erzählt dabei eine ausgedachte Geschichte. Fällt der Ball runter ist der nächste mit Erzählen dran. Später, zur Abi-Zeit, habe ich gemeinsam mit Freunden das Punk-Fanzine „Plastik“ herausgebracht. Ein Leben ohne geschriebene Worte kann ich mir nicht vorstellen. Deshalb bin ich unheimlich glücklich, als Autorin arbeiten zu können. 


2. In Ihren bisherigen Kinderbüchern haben Hexen immer eine zentrale Rolle eingekommen. Hat das einen bestimmten Grund?


Ich bin in einem Teil von Hamburg aufgewachsen,  der direkt an einem geheimnisvollen Moor liegt. Dort habe ich oft mit Freunden gespielt und wir haben nach Koboldhöhlen und Hexennestern gesucht, und natürlich immer etwas Verdächtiges gefunden. Das war spannend, ein bisschen gruselig und immer sehr magisch. Mein erstes Buch konnte also nichts anderes werden, als eine Hexengeschichte. Petronella Apfelmus hat sich dann  aus dem ersten Buch, Magnolia Steel – Hexendämmerung,  ergeben. Sie kommt dort in einer kleinen Nebenszene vor und ihr Name hat meiner Lektorin so gut gefallen, dass sie gefragt hat ob ich nicht auch Petronellas Geschichte erzählen könnte.


3. Warum verfassen Sie lieber Kinderbücher als Erwachsenenromane?


Momentan bin ich sehr glücklich mit meiner Arbeit als Kinderbuchautorin.  So habe ich die Möglichkeit, meiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Kinder sind sehr offen und folgen Geschichten auch auf ungewöhnlichen und fantastischen Pfaden. Außerdem ist das Schreiben von Kinderbüchern eine gute Übung um mit der eigenen Kindheit in Kontakt zu bleiben.


4. Woher kommen die kindlichen Namen der Charaktere? Die Namen Petronella Apfelmus oder Familie Kuchenbrand sind einfach so süß gewählt!


Ich muss ganz offen sagen, sie sind mir einfach in den Kopf gekommen. Ansonsten habe ich ein kleines Notizbuch in dem ich Namen die mir irgendwo unterkommen und die mir gefallen aufschreibe.


5. Bis zu welchem Alter würden Sie das Buch empfehlen?


Vom Verlag wurde die Altersempfehlung „ab 8 Jahren“ aufgesetzt. Ich denke aber, dass Petronella Apfelmus  auch für 5 Jährige  durchaus geeignet ist!


6. Lesen Sie auch gerne aus Ihren Büchern vor?


Ja, sehr! Das macht mir wirklich großen Spaß! Oft werde ich von Schulen eingeladen und es ist einfach super, die Begeisterung der Kinder so nah mitzubekommen.


7. Haben Ihre Kinder Ihr Buch „Petronella Apfelmus“ gelesen?


Ich bin mir nicht sicher. Meine Kinder sind inzwischen beinah erwachsen.   Aber sie kennen die Handlungen all meiner Bücher. Ich frage sie oft nach ihrer Meinung  und häufig sind sie auch schon beim Plotten dabei.



8. Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?


Als Jugendliche war es meiner Traum, Reporterin für Bravo oder ähnliche Zeitschriften zu werden. Mit Freunden wollten wir auch einmal eine Band gründen. Ich sollte die Leadsängerin sein, obwohl ich überhaupt nicht singen konnte.


9. Was macht den Beruf eines Schriftstellers aus Ihrer Sicht aus?


Es ist das große Ganze. Welten erschaffen, der Phantasie freien Lauf lassen zu können, die Möglichkeit zu haben, die Figuren zu lenken. Aber auch das Feedback von den Lesern, den Kindern direkt zu bekommen.


10. In „Petronella Apfelmus“ haben ja nicht nur Sie das Buch geschrieben, sondern es gibt auch wunderbare Zeichnungen zu Ihrem Text“, sind Sie mit diesen zufrieden?


Ja, auf jeden Fall! Die Figuren sind genauso, wie ich sie mir vorgestellt habe. SaBine Büchner und ich liegen auf einer Wellenlänge. Sie hat meine Vorstellung von den Figuren perfekt umgesetzt. Ich bin ganz verliebt in ihre Zeichnungen.


11. Finden Sie viel Inspiration in Ihren Familienmitgliedern?


Nein, eigentlich nicht. Selbstverständlich habe ich manche Situation in meinen Texten verarbeitet, aber direkt dazu inspiriert diese oder jene Szene zu schreiben haben sie mich nicht. 


12. Gibt es einen Charakter, an dem Ihr Herz ganz besonders hängt?


Ich persönlich mag Tante Linette sehr gerne. Von außen wirkt sie schrullig und ruppig, aber eigentlich hat ihr Charakter einen sehr weichen Kern.


13. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsbuch?


Auch wenn das wahrscheinlich sehr viele sagen, ist meine Lieblingsautorin Astrid Lindgren. Ihre Bücher sind ein richtiger Schatz. Niemand schafft es solche Wohlfühlbücher zu schreiben, wie sie. - Und genau dieses wohlfühlen, versuche ich in meinen Geschichten aufzugreifen.



14. Was ist Ihr nächstes Projekt?


Momentan ist ein dritter Teil rund um Petronella geplant und nächstes Jahr wird es auch noch ein Weihnachtsbuch von mir geben.




Vielen Dank für Ihre Antworten!