Regina Mengel

"Hochzeit mit Huhn". Der Buchtitel sagt schon viel über den Inhalt des Buches und die Autorin selbst. Hier spricht Regina Mengel...

1. Seit wann schreiben Sie?

Geschrieben habe ich, seit ich den Umgang mit Worten gelernt habe. Es ist schwierig dazu einen konkreten Termin zu nennen. Wann es 'Klick' gemacht hat und ich beschloss, nur noch zu schreiben, das kann ich dafür um so genauer beantworten. Im Februar 2010. Damals beschloss ich, mir eine Auszeit zu nehmen und es ernsthaft mit dem Schreiben zu versuchen. 

2. Können Sie mir zehn Worte geben, die die Handlung von "Hochzeit mit Huhn" beschreiben?

Verschollener Exfreund, neuer Traummann, übereilte Hochzeit, CHickennapping, unerwartete Hochzeitsreise. Fettnäppfchenalarm?

3. Können Sie im Urlaub genauso gut schreiben, wie Zuhause?

Können schon, ich tue es aber nicht. Der Urlaub gehört allein  mir und meinem Mann und ist auch wichtig, um Kraft zu tanken und mal etwas zu sehen, als mein Arbeitszimmer. Im Urlaub lüfte ich den Kopf durch und nehme viele neue Eindrücke mit, die sich später als Inspirationsquelle für neue Geschichten erweisen. 

4. Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale, wie zum Beispiel Tee trinken oder eine bestimmte Hintergrundmusik hören?

Nein, das hängt ganz von meiner Stimmung ab. Manchmal höre ich Radio oder ich wähle mir eine passende Musik zu einer Szene aus, aber meistens ist es still um mich herum. Ich schaue eher mal aus dem Fenster. 

5. Was macht für Sie der Beruf eines Autoren aus?

Disziplin, Selbstverantwortung, Handwerk, Kreativität. Es ist sicher kein Job für jeden. Mal abgesehen von Talent, muss man das schreiben auch erst mal lernen. Wie baue ich einen Plot auf? Wie entsteht Spannung? Wie gestalte ich eine glaubhafte Figur? Das erfordert viel Übung und Selbstreflektion. Zum Glück bin ich mit einigen AutorInnen befreundet, die mir gnadenlos meine Fehler aufs Brot schmieren. Aber auch das muss man aushalten können. Und dann muss man sich jeden Tag aufs Neue motivieren.  Viele AutorInnen schreiben nur nebenberuflich - es ist nicht einfach vom Schreiben zu leben - und sie müssen sich mühsam die Zeit für ihre Schreibtätigkeit freischaufeln. Das stößt auch im Familienkreis nicht immer auf Gegenliebe. Ich habe allerdings das große Glück, mich ganz auf das Schreiben konzentrieren zu können. Wenn es einkommensmäßig nicht reicht, hilft mein Mann aus, ein unschätzbarer Luxus. Ich kann mich jeden Morgen an den Schreibtisch setzen und schreiben - ja ..., wenn ich dann nicht gerade in irgendeinem tiefen Loch sitze und das Gefühl habe, mir fällt rein gar nichts mehr ein und das aktuelle Buch ist sowieso stinklangweilig und wird nie einer lesen wollen. Zum Glück sind solche Tage nicht allzu häufig.

6. Was macht diesen Beruf aus Ihrer Sicht zum Allerbesten Beruf?

Genau das, was ihn auch zum Allerschlimmsten Beruf der Welt macht. ;-). Ich liebe es, mein eigener Herr zu sein, mir nicht mehr von irgendeinem Chef irgendetwas vorgeben zu lassen. Aber ich muss mich auch jeden Tag selbst in den Hintern treten, ich muss allein mit den Existenzängsten klarkommen, die sich automatisch daraus ergeben, wenn es mal nicht so gut läuft, bzw. in der Aufbauphase einer solchen Karriere wahrscheinlich völlig normal sind. Und, ich sitze tagtäglich allein zu Hause - deshalb schreibe ich auch desöfteren mal in einem schönen Café und habe mir eine ehrenamtliche Tätigkeit gesucht, damit mir nicht die Decke auf den Kopf fällt. Trotzdem ist Schreiben alles, was ich tun möchte und es macht mich glücklich. Ich liebe es mir schräge Geschichten auszudenken, bunte Fantasy-Welten zu kreieren, meine Figuren von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen oder von Abenteuer zu Abenteuer zu lotsen. Ich liebe es, dass Figuren irgendwann ein Eigenleben entwickeln und mir sagen, wie die Geschichte weiterzugehen hat. Nicht selten bin ich von meinem vorgefassten Plot abgewichen, weil eine der Figuren es unbedingt so wollte. Es ist einfach schön, herumspinnen zu dürfen.

7. Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?

Schon lange; aber immer stand ein Problem im Raum: Wovon leben?

8. Welches Genre lesen Sie am liebsten?

Ich lese so ziemlich alle Genres gern, am liebsten aber humorvolle Bücher und Fantasy.

9. Finden Sie viel Inspiration zu Ihren Büchern in Familienmitgliedern?

Nein, erstens ist meine Familie ziemlich langweilig und zweitens würden die mich womöglich verhauen, wenn sie sich in einem Buch wiederfänden ;-).

10. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsbuch?

Ich habe nicht DAS Lieblingsbuch. Ich habe viele Lieblingsbücher und meistens ein Jahreshighlight. Aktuell ist es "... wenn es Zeit ist ..." von Florian Tietgen. Wenn ich mich für ein Buch entscheiden müsste, dass ich nach vielen Jahren immer noch liebe, dann ist es "Die unentliche Geschichte" von Michael Ende.

11. Gibt es ein Buch, bei dem Sie besonders lange gebraucht haben, es zu verfassen?

"Am dreizehnten Tag" hat etwas länger gedauert, was sicher auf die Seitenzahl zurückzuführen ist, und mein Debut "Mysterien der Zeit". Daran habe ich am längsten geschrieben.

12. Lesen Sie ab und zu die von Ihnen verfassten Bücher nach deren Veröffentlichung?

Ja schon, um Lesungen vorzubereiten z.B. oder wenn ich eine bestimmte Textstelle suche, um irgendeine Frage zu beantworten. Ein Buch als Ganzes habe ich aber noch nicht gelesen, müsste ich vielleicht mal machen.

13. Genießen Sie es, auf Lesungen zu sein?

Ja, sowohl als Zuhörer als auch als Lesende. Es ist immer wieder schön auf Kollegen und Leser zu treffen.

14. Wie stolz sind Sie, wenn Sie das erste Mal nach der Veröffentlichung eines Buches in einen Buchhandel gehen und dort Ihr Werk sehen?

Leider bleibt es uns Self-Publishern ja verwert mit unseren Büchern so einfach in den stationären Buchhandel zu kommen. Wir halten uns an die Online-Shops. Aber auch dort ist es toll, das eigene Buch im Handel zu sehen und die Entwicklung der Rankings zu beobachten, zu sehen, wie viele Bücher verkauft worden sind und nachzuschauen, ob neue Rezensionen eingetroffen sind. Und die Möglichkeit über Amazon-Createspace das eigene gedruckte Taschenbuch in den Händen zu halten ... Das ist ein tolles Gefühl, jedes Mal wieder.

15. Sie bevorzugen es, Einzelbände zu schreiben, oder? Warum?

Nicht zwingend, bisher hat es sich so ergeben. Ich habe aber vor für "Am dreizehnten Tag" einen zweiten Teil zu schreiben. Und auch für "Hochzeit mit Huhn" wird es demnächst so etwas Ähnliches, wie eine Fortsetzung geben, zwar ein in sich abgeschlossenes Buch, aber mit den bekannten Personen und es spielt auch in der bekannten Umgebung.

16. Haben Sie Inspiration zu „Hochzeit mit Huhn“ in Ihnen bekannten Personen gefunden?

Ja und Nein - das Huhn Antje ist tatsächlich einer konkreten Person, die sehr gern und viel gackert, nachempfunden. Und in der Hauptfigur Lisa bzw. in deren schräger Gedankenwelt steckt sicher auch ein Stück von  mir. Ich denke auch immer eher um die Ecke als geradeaus ;-).

17. Wie lange haben Sie ungefähr gebraucht, um das Buch („Hochzeit mit Huhn “)zu verfassen?

Das ging so rasend schnell, dass ich es selbst nicht glauben konnte. Das Buch basiert auf einer Kurzgeschichte und nach ich den neuen Plot entwickelt hatte, dauerte es nur zehn bis zwölf Wochen bis das Buch fertig war. Danach kommt dann immer noch reichlich Nacharbeit und ich lasse ein Buch auch immer noch ein bisschen liegen, ehe ich es überarbeite, aber die reine Schreibarbeit hat keine drei Monate gedauert.

18. Woher kommen die Namen der Protagonisten?

Keine Ahnung, sie passen einfach zur Figur und sind da, wenn ich die Figur entwickele. Ganz selten, dass ich für eine Figur einen Namen suchen muss.

Und noch eine letzte Frage:

19. Schreiben Sie gerade an einem Buch? Wollen Sie uns verraten, worum es gehen soll?

Das neue Buch ist inzwischen etwa 140 Seiten dick - die Hälfte liegt also noch vor mir. Es wird genau wie "Hochzeit mit Huhn" ein Chick-Lit-Crime Roman, diesmal mit einem deutlich größeren Touch Krimi. Hauptfigur ist diesmal Saskia, Lisas beste Freundin. Saskia arbeitet ehrenamtlich für eine Kirchengemeinde, obwohl sie eigentlich nichts mit Kirche im Sinn hat. Der neue Pastor der Gemeinde findet gleich am Tag seines Amtsantritts auf dem Friedhof eine Leiche. Es soll nicht die einzige bleiben. Saskias Ex-Freund leitet die Ermittlungen, erweist sich aber als Vollpfosten. Was liegt also näher, dass Saskia selbst zu ermitteln beginnt, auf ihre unverwechselbare Art. Jan, der neue Pastor der Gemeinde, eher ein sanfter und besonnener Mensch, muss Saskia dabei unterstützen, ob er will oder nicht. Ganz nebenbei verliebt er sich in die laute, burschikose Saskia, die aber von 'einem Pfaffen' so gar nichts wissen will. Während sie gemeinsam den Mörder suchen, kommen sie sich dann aber doch irgendwie näher. Mal schauen, ob am Ende aus diesen beiden sehr gegensätzlichen Menschen doch noch ein Paar wird.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

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