Rainer Wittkamp

 

Rainer Wittkamp hat unter anderen den Roman "Kalter Hund" geschrieben, der mitten in Berlin spielt und sehr gute Pressestimmen bekommen hat. Mehr dazu am Ende des Interviews, denn hier beantwortet der Autor meine Fragen, wie er zum Schreiben kam, wie offen er bei Büchern ist und welcher Moment in seinem Autorenleben besonders war. 

1. Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?

Puuh, das sind ja mindestens fünf Fragen in  einer. Sei mir nicht böse, wenn ich deshalb erst mit Frage 2 in das Interview einsteige.

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Als Regieassistent habe ich nebenbei Drehbücher für Kurzfilme geschrieben. Mitte der 90er Jahre wurde ich dann schwerpunktmäßig Drehbuchautor. Vor drei Jahren kam das Prosaschreiben dazu.

3. Wie finden Sie Ihre Themen und Namen der Charaktere?

Themen zu finden ist ein komplexer Prozess. Mal ist es eine Zeitungsnachricht, die den Anstoß gibt, dann eine banale Idee, die aber mit der Zeit wächst und schließlich tragfähig wird. Fantasie spielt dabei immer die entscheidende Rolle.

Bei den Namen probiere ich lange herum. Sie müssen sowohl einprägsam sein, als sich auch von den anderen Figurennamen im Roman unterscheiden. 

4. Was lesen Sie selber gerne?

Jede Art von guter Literatur, egal ob Genre oder Nicht-Genre.

5. Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

Thomas Bernhard, Philip K. Dick, Chester Himes, Elmore Leonard, William Shakespeare, Georges Simenon, Mark Twain, Don Winslow und viele andere ...

6. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

Bilal Gösemann, die heimliche Hauptfigur meines aktuellen Kriminalromans „Kalter Hund“.

7. Hatten Sie ein besonderes Erlebnis als Autor? Welches war das?

Als zum ersten Mal ein Paket mit Belegexemplaren bei mir angeliefert wurde. Dreißig Bücher, die alle mit meinem Namen versehen waren ... Das war schon ein bewegender Moment.

8. Können Sie uns einen Lesetipp geben?

Wer das neue Buch von Lee Child noch nicht kennt und actiongeladene Thriller mag, wird bei „Wespennest“ garantiert nicht enttäuscht werden. Man muss es in einem Rutsch weglesen.

9. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Ich schreibe gerade einen neuen Roman mit dem Berliner LKA-Ermittler Martin Nettelbeck, der teilweise im Politmilieu spielt.

10. Haben Sie sich schon einmal gewünscht, im Nachhinein etwas an Ihren Bücher ändern zu können?

Nichts Grundsätzliches. Höchstens hier und da ein Adjektiv zu streichen oder zwei, drei Formulierungen auszuwechseln.

11. Mit welchem Ihrer Charaktere würde Sie gerne einmal einen Tag verbringen? Was würden sie zusammen unternehmen?

Ich würde gerne mal mit Martin Nettelbeck ein Jazzfestival besuchen. Es wäre bestimmt sehr interessant, mit ihm über die verschiedenen Bandauftritte zu fachsimpeln.

12. Schreiben Sie auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen Ihrer Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buch schreibt?

Ich schreibe nur ab und zu mal einen Magazinartikel, wenn mich das Thema interessiert. Dann mache ich es gern. Bei mir liegt der Unterschied weniger in der Länge, sondern darin, dass meine Artikel durchweg Sachtexte sind, meine Romane hingegen fiktiv.

13. Was fällt Ihnen am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was Sie total super oder total fürchterlich finden?

Es gibt in jeder Phase schwierige Momente, leicht ist grundsätzlich gar nichts beim Schreiben. Es ist vom ersten bis zum letzten Wort Arbeit. Total super finde ich, wenn ich ENDE schreiben kann.

14. Wie leicht oder schwer ist es für Sie, Ihre Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?

Leicht. Bislang haben die Verlage, für die ich tätig bin, meine Vorschläge sofort angenommen.

15. Wie organisieren Sie einen Schreibprozess? Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Ich schreibe in der Regel an sechs Tage in der Woche, manchmal auch an sieben. Für die Erstfassung eines Romans brauche ich ca. drei Monate. Dann noch einmal etwa drei bis vier Wochen für die Überarbeitungen.

16. Bei Ihrer ersten Buchveröffentlichung: Was haben Sie von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Ich hatte weniger Erwartungen, als vielmehr Hoffnungen. Und zwar, dass mein Roman von den Lesern und der Kritik gut angenommen wird. Das ist dann auch passiert.

17. Haben Sie je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?

Ich habe keine Schreibworkshops besucht, aber bereits welche gegeben. Ich denke, dass Anfänger in solchen Kursen schon einiges lernen können. Immer vorausgesetzt, dass der/die Kursleiter/in etwas vom Schreiben versteht.

18. Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Ich habe noch nie für Kinder geschrieben, auch nichts im Drehbuchbereich. Aber vielleicht kommt das ja noch. Lust dazu hätte ich schon.


Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

 

Alle Bücher findet ihr hier, abgebildet ist der Roman "Kalter Hund".