Petra Schwarz

Quelle: Kerstin Lermann / dtv Verlag
Quelle: Kerstin Lermann / dtv Verlag


Ich habe mich so darauf gefreut, Petra Schwarz persönlich kennen lernen zu dürfen und sie war noch viel netter, als ich es mir hätte vorstellen können. Zu meinen Fragen hat sie wunderbare Antworten gefunden und ich wusste überhaupt nicht, dass sie noch einen Thriller bei dtv veröffentlicht hat vor "Sommerpest" (wozu einige ja die Rezension kennen). Auf der Frankfurter Buchmesse konnten wir uns ungestört unterhalten und das übliche "Selfie" blieb auch nicht aus ;) Hier meine Fragen und alle Antworten rund um "Sommerpest".

1. Würden Sie uns ein bisschen über Ihre Hobbies erzählen und welche Gabe Sie gerne besäßen?


Das ist eine spannende Frage! Grundsätzlich male ich sehr gerne. Früher habe ich auch viel gemalt, aber in letzter Zeit finde ich einfach keine Muse mehr dafür! Vieles gestalterische mag ich und ich koche auch gerne. In der Küche kann ich mich richtig austoben, allerdings nur, wenn das Essen dann auch zelebriert wird.

Eine Gabe, die ich sehr gerne besäße, wäre, durch eine Ausstrahlung etwas in Balance bringen zu können.


2. Wie kamen Sie zum Schreiben?


Als Jugendliche habe ich viele Gedichte und Kurzgeschichten geschrieben, einfach zum Zeitvertreib. Später war ich dann beruflich im Marketingbereich tätig. Zu dem Buchschreiben kam ich im Jahre 2005, privat erfuhr ich da einen herben Schicksalsschlag, der dann meine Gedanken und Träume angeregt hat. In drei Nächten habe ich einmal in Fortsetzung geträumt, was dann auch die Inspiration für eine Kinderbuchgeschichte war, die momentan noch bei mir in der Schublade liegt. Ich habe gemerkt, dass mir das Schreiben gut tut und mir großen Spaß macht. Mein Agent hat mich zu einem Schreibwettbewerb gebracht, einer anderen Agentin gefiel mein Schreibstil so gut, dass sie mich gefragt hat, ob ich nicht bei dem Schreibwettbewerb mitmachen möchte, was ich dann auch getan habe! Parallel habe ich mich noch bei meinem jetzigen Agenten, Roman Hocke, AVA, beworben. Als er mich in seine Autorengemeinschaft aufgenommen hat, habe ich mein Buch aus dem Wettbewerb gezogen, obwohl ich unter den Favoriten war.


3. Wenn Sie Ihren Thriller „Sommerpest“ jetzt wieder zu Hand nehmen, was fühlen Sie dabei?


Für mich ist der Thriller immer noch spannend, gerade schreibe ich an meinem 3. Buch und habe dadurch etwas Abstand zu den beiden anderen Thrillern gewonnen. So fühlt es sich für mich an, wie ein Zurückkommen zu etwas Vertrautem.


4. Wie war es, „Sommerpest“ das erste Mal in den eigenen Händen halten zu können?


Das Buch das erste Mal zu sehen, war toll. Ein ganz besonderes Gefühl. Als das Paket bei mir zuhause angekommen ist und ich wusste, dass das jetzt die Exemplare sind, das war wie Weihnachten für mich.


5. Was hat Ihnen ganz besonders viel Spaß gemacht bei dem Verfassen des Thrillers? Eine ganz bestimmte Szene?


In Muffin habe ich mich sofort verliebt gehabt. Zusammen mit ihm hatte ich beim Schrieben sehr viel Spaß. Toll fand ich auch, dass ich hier das erste Mal die Gefühle mit Hannes so ausführlich beschrieben habe. Besonders machen die ständigen Ups und Downs diesen Thriller. Ein Switchen zwischen Sommer und Pest.


6. Hatten Sie als Jugendliche selbst eine solche Situation erlebt? 


Nein, eine derartige Situation zum Glück nicht. Aber ich war früher mit meiner Familie aus finanziellen Gründen viel Campen und kenne daher das Gefühl, Urlaub ohne Komfortansprüche zu machen. 


7. Würden Sie Ihrer Tochter einen ähnlichen ersten Urlaub erlauben?


Ich denke, dass die Kinder mit dem Alter ihre eigenen Wege gehen können. Wenn man einen guten Umgang mit seinem Kind hatte, dann hat das Kind schon ein Gefühl dafür. Oft schreiben mir auch Mütter, dass ihre Kinder campen gehen wollen und nach der Lektüre, würden sie es ihnen nicht mehr erlauben. Ich sage dann immer, dass diese Entscheidung natürlich jeder selbst treffen soll (ob das jetzt im Einklang mit den Eltern ist, oder wie auch immer, obliegt der Familie). Eltern kennen ihre Kinder besser, die Entscheidung kann ihnen niemand abhenmen. Allerdings sind solche Leserbriefe vom Absender wohl auch immer mit einem „Augenzwinkern“ gedacht. 


8. Mit welchem Charakter können Sie sich am besten identifizieren?


Ich denke, in mir steckt ein Stück von jedem der drei Mädchen. In allen dreien findet man meine Spuren.


9. Lesen Sie auch privat gerne Thriller?


Da bin ich wirklich offen gegenüber allem. Das hängt oft von meiner Stimmung, einer Empfehlung oder einfach vom Zufall ab. Ich gehe auch sehr gerne in Buchhandlungen und stöbere da, aber wichtig ist mir, jedes Buch bis zum Ende durchzulesen. Auch wenn es anfangs meinen Geschmack nicht trifft, möchte ich dem Buch die Chance geben, sich zu verbessern.


10. Haben Sie einen Lesetipp für uns?


In letzter Zeit lese ich eher selten, da ich momentan sehr intensiv schreibe. Aber es gibt ein Buch, das heißt „Die souveräne Leserin“, hier geht es um die Queen, die zum Büchernarr wird. 


11. Der Ort, an dem Sie am besten schreiben können, ist?


In meinem Büro, da habe ich mich schon eingerichtet und alles ist griffbereit. Ich schreibe auf einem kleinen Schreiblaptop, der mit mir überall hin kommt, zum Beispiel auch mit in den Urlaub. Heute Nacht bin ich aufgewacht und um zwei Uhr morgens habe ich mich hingesetzt und geschrieben, weil ich befürchte, das Gefühl sonst zu verlieren.


12. Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale, wie Tee trinken oder Radio hören?


Ab und zu höre ich mir je nach meiner Stimmung ein Lied an, aber dann ist es auch wieder gut und ich schreibe weiter in der Stille. Wenn ich vormittags schreibe, dann fange ich erst einmal an mit dem Schreiben und fühle mich in die Geschichte rein, und nach circa einer Stunde mache ich mir dann den ersten Kaffee. Danach trinke ich nur noch Tee.


13. Was macht aus Ihrer Sicht den Beruf einer Schriftstellerin so besonders?


Man kann seiner Phantasie freien Lauf lassen, Gefühle, Situationen und Orte, die man in sich trägt, beschreiben und damit den Leser berühren. Wichtig ist, dass man wirklich ganz in der Situation drin steckt, sonst wirkt die Geschichte nicht mehr authentisch. 


14. Was bedeutet die Frankfurter Buchmesse für Sie?


Meine Leser persönlich kennen zu lernen, andere Leute, wie Autoren oder Menschen vom Verlag mal wieder zu treffen, und sich gegenseitig auszutauschen. Beim Schreiben ist man für sich, aber hier auf der Messe trifft man die Leute, die entweder dasselbe machen, beim Buchverkauf helfen oder das Buch lesen.


15. Halten Sie gerne Lesungen ab?


Ja, vorwiegend lese ich in Schulen, die dann auch „Schwanengrab“ schon gelesen haben. Die Klassen stellen dann auch konkrete und interessante Fragen. Ich habe auch schon Schreibworkshops in München und Lesungen in Leipzig in Frankfurt abgehalten. 


16. War es schwer für Sie, einen Verlag zu finden?


Herr Hocke, mein Agent, ist gezielt auf den Deutschen Taschenbuch Verlag zugegangen und dtv hat mich direkt kontaktiert! Ich hatte viel Glück, denn dtv war gerade auf der Suche nach diesen Buchideen und ich hatte den Vorteil, andere Exposés vorlegen zu können


17. Gibt es ein bestimmtes Gebiet, das Sie gerne als Handlungsort auswählen?


Da bin ich wirklich sehr offen. „Schwanengrab“  spielt in Trier, „Sommerpest“ an der Ostsee und das dritte Buch, das bisher nur einen Arbeitstitel trägt, den ich nicht verraten darf, wird am Bodensee spielen. Ich schaue mir gerne neue Orte an! 


18. Können Sie sonst noch etwas zu Ihrem dritten Thriller sagen?


Wie gesagt, trägt er bisher noch einen geheimen Arbeitstitel, der wahrscheinlich noch geändert wird. Es wird um mehr Gefühl gehen, aber bleibt auch spannend!




Vielen Dank für Ihre Antworten!