Mara Andeck

Copyright: Olivier Favre
Copyright: Olivier Favre

 

Mara Andeck ist eine deutsche Journalistin und Autorin. 

 

Bei einer Abstimmung der Leser, wurde ihr Roman "Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage"?, als ihr beliebtestes Buch ausgezeichnet. 

 

Ich habe "Wen küsse ich, und wenn ja, wie viele?" gelesen, und auch rezensiert. 

 

Hier erzählt Mara Andeck, von ihren Romanen, was den Beruf eines Autoren/einer Autorin ausmacht, und vieles mehr!

 

Dieses Foto zeigt Mara Andecks Hund, ihre Muse, auf vier Pfoten. 

 

Der ist wirklich süß, verständlich, dass ihr Hund beim Schreiben immer zu ihren Füßen liegen muss!

1. Seit wann schreiben Sie?

Romane schreibe ich erst seit zwei Jahren, aber vorher war ich Journalistin, und in dieser Zeit habe ich ständig Reportagen, Geschichten, Interviews und Berichte geschrieben.

2. Können Sie mir zehn Worte geben, die die Handlung von "Wen küsse ich und wenn ja, wie viele" beschreiben?

Zehn? Uff, das ist wenig. Ich versuche es: Lilia erforscht, ob Menschenmännchen genauso balzen wie Tiermännchen. Antwort: Jein. 

3. Können Sie im Urlaub genauso gut schreiben wie Zuhause?

Ja, Hauptsache, ich habe mein Netbook, wo das steht, ist mir egal.

4. Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale, wie zum Beispiel Tee trinken oder eine bestimmte Hintergrundmusik hören?

Mein Hund liegt immer zu meinen Füßen. Den brauch ich! Und ich trinke in den Pausen gern Kaffee.

5. Was macht für Sie den Beruf eines Autors aus?

Kreativität, Selbstmotivation und Durchhaltevermögen. 

6. Was macht diesen Beruf aus Ihrer Sicht zum allerbesten Beruf?

Das Unberechenbare, Geheimnisvolle. Erst ist da in meinem Kopf eine Idee. Aus manchen Ideen wird ein Exposé und schließlich ein Buch, also eine ganz eigene Welt. Das ist fast wie Zaubern.

7. Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?

Ja.

8. Welches Genre lesen Sie am liebsten?

Realistische Romane und Kinderbücher.

9. Finden Sie viel Inspiration zu Ihren Büchern in Familienmitgliedern?

Ja, aber ich klaue nichts ungefragt.

10. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsbuch?

Schwierig. Ich liebe viele Bücher. Das Buch, das ich am häufigsten gelesen habe, ist vermutlich "Pu der Bär".

11. Gibt es ein Buch, bei dem Sie besonders lange gebraucht haben, um es zu verfassen?

Ich brauche für alle Bücher lange, ich schreibe nicht besonders schnell.

12. Lesen Sie ab und zu die von Ihnen verfassten Bücher nach deren Veröffentlichung?

Nein, nie. Ich weiß ja, was darin steht.

13. Genießen Sie es, auf Lesungen zu sein?

Ja, aber dafür geht mir dann natürlich Schreibzeit verloren, und die genieße ich noch mehr.

14. Wie stolz sind Sie, wenn Sie das erste Mal nach der Veröffentlichung eines Buches in einen Buchhandel gehen und dort Ihr Werk sehen?

Sehr, sehr, sehr, sehr, sehr stolz!

Einige Fragen zu „Wen küss ich und wenn ja, wie viele? “

15. Wie viele Bände waren am Anfang geplant?

Drei, und dabei ist es auch geblieben.

16. Haben Sie Inspiration zu dem Buch in Ihnen bekannten Personen gefunden?

Bei Lilias Vater hatte ich jemanden vor Augen, aber er hat sich überhaupt nicht wiedererkannt und weiß es deswegen bis heute nicht.

17. Wie lange haben Sie ungefähr gebraucht, um das Buch zu verfassen?

Ich hatte zwischendurch lange Schreibpausen, deswegen kann ich das schwer sagen.  Ich schätze, drei Monate, wenn ich´s zusammenrechne.

18. Woher kommen die Namen der Protagonisten?

Die wähle ich ganz spontan, aus dem Bauch heraus. Ich sehe jemand vor meinem inneren Auge und weiß sofort, wie er oder sie heißen muss.

Und noch eine letzte Frage:

19. Schreiben Sie gerade an einem Buch? Wollen Sie uns verraten, worum es gehen soll?

Ja, ich schreibe an einem Roman, aber ich darf leider nichts darüber verraten.

Vielen Dank fuer Ihre Antworten!

 

 

 

 

 

Mara Andeck erzählt hier noch einmal ausführlicher und ihren Roman könnt ihr hier auch direkt bestellen! Sie freut sich über jegliche Rückmeldung und Rezensionen. Teilt sie mir mit, ich gebe sie gerne weiter. 


Mein Treffen mit Mara Andeck auf der FBM 2015

Wie viele von euch bereits wissen, durfte ich - organisiert vom Bastei Luebbe Verlag - die Autorin Mara Andeck auf der Frankfurter Buchmesse 2015 persönlich treffen und interviewen. Ich habe diesmal versucht, andere Fragen zu finden und bin insbesondere auf zwei kürzlich verfasste Bücher von der Autorin eingegangen, die ich davor auch gelesen habe. Das heißt, zusammen mit mir könnt ihr in diesem Interview die Autorin noch besser kennenlernen ^^. 



Fragen zu dem Roman

"Natural born Chillers"


     Wie ist die Idee zu „Natural Born Chillers“ entstanden und woher kamen die Ideen für die Handlung?

 

Die erste Idee für das Buch ist im Urlaub in Brandenburg entstanden. Wir sind da in einem Boot über einen See gefahren, und da habe ich wunderschöne alte Herrenhäuser gesehen. Und dann kam mir die Frage, was wäre, wenn man  eins dieser Gebäude aufmöbeln würde. Und dann: Wer könnte das machen und warum?

 

 

2.     Woher kam die Inspiration für den Buchtitel?

 

Der Buchtitel bezieht sich ja auf das Buch in dem Buch. Ich glaube den Titel selber, „Natural Born Chillers“, habe ich auf einer Postkarte gesehen und mir gleich gedacht, dass das passen würde.

 

 

3.     Wie viel von dir selbst steckt in dem Roman? Hast du viele eigene Erfahrungen und Erlebnisse darin beschrieben? Entstammen bestimmte Charaktere des Buches der Wirklichkeit?

 

 

In allen meinen Büchern steckt nicht wirklich etwas Autobiographisches. Klar, Ideen, die mir im Alltag begegnen, baue ich in meine Bücher ein und verändere sie dann. In meinem Exposé steht sowohl der Anfang fest als auch das Ende – ich weiß, wo ich hinwill. Aber Schreiben ist gleichzeitig für mich eine Art Spiel. Das Gefühl ist immer da, aber ich fange an ins Blaue zu schreiben – nach Lust und Laune. 

 

 

 

4.     Welche der drei Protagonistinnen – Janna, Helen oder Lou – ist dein Liebling? Welche ist am meisten du? Und welche wäre deine beste Freundin?

 

 

Janna ist mir wahrscheinlich am ähnlichsten: Sie hat eine Tochter, sie sitzt zuhause und schreibt. Am leichtesten zu schreiben dagegen fand ich Helen, weil sie mir einfach am unähnlichsten ist. Und Lou ist mein heimlicher Liebling.

 

 

 

5.     Gibt es Details/Dinge, die du jetzt im Nachhinein gerne noch an deinem Roman ändern würdest?

 

Ich habe den Roman im Ganzen nicht noch einmal gelesen. Wahrscheinlich würde ich alles nochmal neu schreiben, wenn ich es jetzt tun würde. Wie ich Textstellen schreibe kommt sehr stark auf meine aktuelle Tagesstimmung an.

 

 

 

6.     Wie lange hast du insgesamt an dem Roman gearbeitet? Wie viele Überarbeitungen gab es schätzungsweise?

 

 

Die Zahl der Überarbeitungen kann ich nicht zählen – manche Stellen habe ich öfter überarbeitet als andere. Etwa 1 Jahr nach der ersten Idee war der Roman fertig, aber ich habe nicht ununterbrochen an ihm gearbeitet.

 

 

7.     Bevor du anfängst weiter zu schreiben, liest du zuerst das letzte Kapitel beispielsweise, welches du geschrieben hast noch einmal durch? Um in die Handlung einzutauchen?

 

In der Regel lese ich mir das Kapitel, das ich zuletzt verfasst habe, nochmal durch. Oder auch eine Textpassage, die ich besonders gerne mag.

 

 

8.     Wer hat das fertige Manuskript zu allererst gelesen? Familie? Freunde?

 

 

Grundsätzlich lesen mein Mann und meine Töchter die Manuskripte zuerst. Die bekommen es auch zu lesen, weil sie sehr hart zu mir sind! Außerdem sind sie sehr unterschiedlich in ihrer Art und legen deshalb auf verschiedene Dinge Wert.

Mein Mann ist Architekt und achtet deshalb sehr auf die Gebäude, die Architektur und auf die Männerfiguren. Ich habe zwei Töchter: Die erste ist 17 Jahre alt, sie mag die Handlung immer kurz, knackig und prägnant verfasst haben. Meine zweite Tochter dagegen, 20 Jahre alt, ist vom Charakter her ziemlich romantisch und findet dann die Liebesszenen, die ich schreibe, immer zu kurz. Wenn man selbst so konzentriert an der Geschichte schreibt, verliert man irgendwann die Distanz zum Buch. Da finde ich es wichtig, dass mein Mann und meiner Töchter das, was ich geschrieben habe, lesen und mir ehrliche Rückmeldung geben.

 

 

9.     Bevorzugst du für dich eher das Stadt- oder Landleben? Wäre Berlin deine Stadt?

 

Das Landleben auf jeden Fall!

 

 

 

 

10 Das Buch enthält unter anderem ein Rezept, um selbst Steinzeitbrot herzustellen. Wie bist du auf die Idee gekommen?

 

 

Ich habe ein Rezept gesucht, das passen würde. Leider konnte ich keines finden (es musste ja realistisch sein, dass die Zutaten auch in der Handlung vorhanden waren). Da konnte ich keines finden und habe dann selbst ausprobiert, was funktioniert.



Fragen zu dem Roman

"Wenn das Leben dich nervt,

streu Glitzer drauf"


     

      Die Zielgruppe für dieses Buch sind Jugendliche, oder? Wieso schreibst du so gerne für Jugendliche? In welchem Alter würdest du das Buch besonders empfehlen?

 

Weil ich mich noch immer an die Bücher, die ich als Kind und als Jugendliche gelesen habe, erinnern kann! Ich finde Jugendbücher wirken viel lebendiger, und die Leser sind auch lebendiger! Außerdem denke ich mir, dass die Leser dieses Buch, wenn sie es mögen, vielleicht mit in ihr Leben nehmen.

 

 

2.     Wie sind hier für Handlung und Buchtitel die Ideen entstanden?

 

 

Die Idee für den Buchtitel war eine Gemeinschaftsaktion mit dem Lektorat. Dieses Buch hat wahrscheinlich die meisten autobiographischen Inhalte von allen meinen Büchern: Das Familienleben. Meine Großfamilie lebt zwar nicht im selben Haus, aber doch im selben Ort, nur wenige Straßen von mir entfernt. Irgendwie lag das dann auf der Hand...

 

 

3.     Bist du zufrieden mit dem Cover? Gab es da mehrere Coverentwürfe? Hattest du Mitbestimmungsrecht?

 

Ja, es gab ziemlich viele Coverentwürfe. Ein anderer, an den ich mich noch gut erinnern kann, war farblich sehr dunkel gestaltet und ich fand ihn dann zu ernsthaft.... Da könnte der Leser einfach andere Erwartungen haben, wenn er das Buch kauft, die sich dann nicht erfüllen.

 

 

 

4.     Gab es hier während dem Schreibprozess irgendwelche besonderen Gefühle? Hoch- und Tiefstimmungsphasen?

 

Ich habe bei jedem Buch grundsätzlich 3 Krisen: Die Anfangs-, die Mittbuch- und die Endkrise. Es fängt immer mit dem Gedanken „Ich kann das nicht“ an, dann glaube ich, dass ich dabei bin, viel zu viel zu schreiben und dass das Buch viel zu dick wird. Und dann am Ende muss ich alle Fäden zusammen führen und mich von den Figuren verabschieden.

 

5.     Kannst du 10 Worte nennen, die für dich das Buch ausmachen? Hat das Buch eine Botschaft?

 

Tess schwimmt sich von den Vorstellungen ihrer Familie frei, sie grummelt öfter, sie ist eine ein bisschen freche Person, sie kann sich nicht richtig durchsetzen. Aber sie lernt das alles!

Die Botschaft wäre wahrscheinlich, dass ein Familienleben nie konfliktfrei ist, aber deswegen auch schön.

 

 

 

6.     Ein Lieblingskapitel?

 

Ich glaube die Hausbesichtigung.  Lieblingskapitel sind immer die Kapitel, die mir selbst am leichtesten gefallen sind zu schreiben.

 



Und noch einige allgemeine Fragen zur Autorin und ihren geplanten Projekten. Auf dem Bild seht ihr die bereits angekündigt Neuerscheinung von Mara Andeck, "Wolke 7 ist auch nur Nebel". 




1.     Hast du als Autorin ein Vorbild?

 

Nein.

 

2.     Welche Art von Büchern liest du in deiner Freizeit?

 

 

Privat lese ich sehr gerne realistische Jugendbücher jeder Art, und sehr wenig Fantasy

 

 

 

3.     Gibt es bestimmte Bücher, die du verfasst hast und die dir wichtiger sind als andere?

 

Nein.

 

 

4.     Deine aktuelle Lektüre?

 

 

Eine Ansammlung von Kolumnen mit dem Titel „Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut“,  von Stefan Schwarz. Wenn ich aktuell an einem Jugendbuch schreibe, dann lese ich in meiner Freizeit kein Jugendbuch, um mich nicht beeinflussen zu lassen.

 

 

5.     Was ist dein nächstes Projekt? Kannst du uns etwas darüber erzählen?

 

Mein nächstes Buch soll im Frühjahr erscheinen. Es wird ein realistisches Buch werden, ein Mädchenbuch. Der Buchtitel lautet: „Wolke 7 ist auch nur Nebel – Moyas Liebesexperiment“. Es geht um ein Mädchen, 18 Jahre alt, Moya, die gerade ihr Abitur gemacht hat. Sie möchte Geld vedienen für eine Reise nach Neuseeland und sieht dann einen Aufruf, bei dem eine Testperson für psychologische Studien gesucht wird. Es soll ein Test für die Liebe werden. Grundsätzlich ist Moya eine unromantische Person, die nicht an die Liebe glaubt. Aber darin hat sie sich geirrt...

 

 

 

6.     Wie stehst du zu Lesungen? Genießt du das oder eher weniger?

 

Da ich eine Radioausbildung gemacht habe, sehe ich das Thema Lesungen ziemlich unemotional. Ich mache schon gerne Lesungen, aber diese sind nicht mein 2. Standbein. Vollblutmäßig schreibe ich.


Vielen Dank für das Interview, das Treffen und die spannenden Antworten! :)