Katrin Bongard

Mit Katrin Bongard verbinde ich Bücher, die mit Film zu tun haben. So wie "Flying Moon" und "Lasse". Bei diesen beiden Büchern kann man nicht einfach sagen, erster und zweiter Teil. Nein, erster Teil aus der einen Perspektive und zweiter Teil aus der anderen. Eine Liebesgeschichte bei Jugendlichen, die viel vom Film beeinflusst wird. Aber auch "Junimond" geht in eine ähnliche Richtung. Hier geht es um ein Filmprojekt...

 

Und noch eine gute Nachricht für alle Fans von "Kissing". Katrin Bongard schreibt gerade an "Kissing more", dem zweiten Teil. Auch dazu mehr im Interview!

1. Seit wann schreiben Sie?

 Seit ich schreiben kann. Ich habe mit Mini-Büchern angefangen, Bilderbücher mit Text und auch schon sehr früh - so etwa mit 10 Jahren - angefangenTagebücher zu schreiben. 

2. Können Sie mir zehn Worte geben, die die Handlung von "Junimond" beschreiben?

Handlung ist ja immer etwas Lineares, also erst kommt das, dann das, daher würde ich mit zehn Worten eher die Stimmung beschreiben.

 

Luftig, sonnig, frei, freundschaftlich, liebevoll, nachdenklich, vertraut & fremd, leicht verrückt, intensiv. 

3. Können Sie im Urlaub genauso gut schreiben wie Zuhause?

 Meist sogar besser, weil die Hausarbeit und das Alltägliche wegfallen.

4. Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale, wie zum Beispiel Tee trinken oder eine bestimmte Hintergrundmusik hören

Ich trinke meist Tee, zurzeit gerade Ingwertee, dazu Obst oder Kekse. Musik höre ich auch oft dazu. Und ich bin wie eine Katze, ich wechsle alle paar Monate den Ort, an dem ich schreibe. 

5. Was macht für Sie der Beruf eines Autoren aus?

 Sehr sehr cool ist, dass man zuhause arbeiten kann. Und es ist eine Arbeit, für die man erstmal niemanden braucht, man ist also sehr unabhängig und frei. Das macht es für mich aus.

6. Was macht diesen Beruf aus Ihrer Sicht zum Allerbesten Beruf?

Na, also mein Lieblingsberuf ist Malerin, das ist der allerbeste Beruf für mich. Schreiben habe ich auch sehr gerne, besonders, da ich es mittlerweile sehr gut kann. Aber als ich 20 war, kam schreiben nicht in Frage: Einfach zu langweilig. Außerdem muss man ja erstmal was erleben, um es dann aufschreiben zu können. Also sowohl gefühlsmäßig als auch, nun, ein paar Abenteuer durchlebt haben.

7. Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?

 Nein, ich wollte immer Malerin werden. 

8. Welches Genre lesen Sie am Liebsten?

Mein Genre ist und war immer "Contemporary", also Geschichten, die hier und jetzt spielen. Schon als Kind hat es mich nervös gemacht, wenn in Geschichten zuviel Fantasy war, weil ich es so echt wie möglich haben wollte.

9. Finden Sie viel Inspiration zu Ihren Büchern in Familienmitgliedern?

 Ja, klar. Alles wird beobachtet und verarbeitet. Auch Freunde, Bekannte, Lehrer und so weiter. Jeder, den ich treffe, muss damit rechnen, in meinem Buch zu landen. 

10. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsbuch?

 Als Kind: Krabat. Heute, hm … also ich habe viele Lieblingsbücher oder sagen wir: Lieblingsschriftsteller, den meist mag ich dann alle ihre Bücher. Du hast ja auch eine Liste auf deinem Blog … meine wäre sehr, sehr viel länger. 

11. Gibt es ein Buch, bei dem Sie besonders lange gebraucht haben, es zu verfassen?

 Ja. "Flying Moon" hat sehr lange gedauert. Es war das erste Buch aus der Perspektive eines Mädchens nach drei Büchern aus Jungssicht (das war einfacher für mich) und ich habe es ständig umgeschrieben, weil ich es emotional und trotzdem intelligent schreiben wollte und dann wollte ich auch noch einen realistischen Eindruck von einem Filmset vermitteln, ohne dass es langweilig wird. Also ja, das hat lange gedauert. 

12. Lesen Sie ab und zu die von Ihnen verfassten Bücher nach deren Veröffentlichung?

 Das hasse ich. So wie Schauspieler sich nicht gerne in ihren Filmen sehen. Ich habe immer Angst, dass ich mein Buch dann nicht mehr mag oder das mir etwas auffällt, was ich hätte besser machen können. Meist ist es überhaupt nciht schlimm, wenn ich es dann doch mal tue, bei einer Lesung oder so, aber freiwillig tue ich das nicht.

13. Genießen Sie es, auf Lesungen zu sein?

 Ja, ja, ja. Ich bin ein Entertainer, ich hätte auch Stand-up Comedian werden können, sobald Publikum da ist, fange ich an eine Show abzuziehen. Ich lese dann eher weniger und erzähle mehr und diskutiere mit den Leuten, die kommen.

14. Wie stolz sind Sie, wenn Sie das erste Mal nach der Veröffentlichung eines Buches in einen Buchhandel gehen und dort Ihr Werk sehen?

Das mag ich. Stolz bin ich dann nicht, ich meine, stolz bin ich ganz kurz, wenn ich das Buch beendet habe und dann ist das Gefühl schon wieder weg. Aber ich sehe meine Bücher gerne, besonders, wenn sie in Stapeln in Buchhandlungen liegen. Ich finde, da gehören sie hin.  

15. Sie interessieren sich sehr für Film, oder? Wegen Ihrer Verbindung zwischen den Büchern und dem Thema Film....

 Ich arbeite schon eine Weile im Filmgeschäft. Das kam eher zufällig, aber ich passe da sehr gut hin, Filme interessieren mich, auch, wie sie gemacht sind. Und dann arbeiten meine drei Kinder als Schauspieler, daher habe ich ständig damit zu tun. 

16. Mit welcher Einstellung denken Sie lesen Ihre Leser Ihre Bücher? Weil sie selbst sich für Film interessieren? (Wegen dieser Thematik kam ich auf Ihre Bücher)

Also, wenn man meine Bücher liest, kann man nebenher sehr viel über Film erfahren, einfach, weil ich viel darüber weiß und es gerne einfließen lasse. Aber es gibt auch andere Bücher von mir, in denen andere Dinge eine Rolle spielen. Da kann sich also jeder was aussuchen. 

Einige Fragen zu „Flying Moon “ und „Lasse“:

17. Wie viele Bände waren am Anfang geplant?

 Ich wollte immer mehr als nur einen schreiben. Drei am Anfang und dann haben die Leser nach der Sicht von Lasse gefragt und daher gibt es diese zwei Bände aus Lasses Sicht.

18. Haben Sie Inspiration zu dem Buch („Flying Moon“) in Ihnen bekannten Personen gefunden?

Na klar. Meine Kinder, die ich ja sehr viel ans Set begleitet habe und andere Schauspieler. Alle (Film) Situationen, die ich in Flying Moon oder Lasse beschreibe, habe ich selber erlebt oder beobachtet.

19. Wie lange haben Sie ungefähr gebraucht, um das Buch („Flying Moon“)zu verfassen?

 Wie gesagt, lange. Ich habe etwa 2007 angefangen, dann immer wieder mal daran gearbeitet und es erst 2011 fertig geschrieben. 

20. Woher kommen die Namen der Protagonisten?

Moon … Künstler geben ihren Kindern gerne ausgefallene Namen. Ich wollte meine Tochter eigentlich "Blue" nennen und so ähnlich ist es auch mit Moons Eltern. Lasse und Ole - sind klassische schwedische Namen, das passte einfach. Ich wechsle die Namen oft noch während es Schreibens aus, bis es passt. 

21. gegen Ende wird dann ja erklärt, was ein „Flying Moon“ überhaupt am Filmset ist. Woher nehmen Sie dieses Fachwissen und warum benutzen Sie es für Ihren Buchtitel?

 Ein Flying Moon ist ein ganz tolles Licht. Ich habe es zum ersten Mal an einemTatort-Filmset gesehen, das war magisch. Da hängt auf einmal ein zweiter Mond am Himmel und macht ein wunderschönes Licht. Das hat mich sehr beeindruckt.

 

Das Wissen kommt von den bestimmt über 50 Filmsets, an denen ich gearbeitet habe. Und ich finde schön, wenn man das dann auch schon am Titel erkennt, dass es um Film geht. Der dritten Band wird "Day for Night", heißen. Das bedeutet, dass man am Tag eine Nachtszene dreht. Dafür wird eine bestimmte Linse vor die Kamera gesetzt und die Bilder bekommen dann so eine besondere Farbe und Stimmung, die auch zum Inhalt des dritten Bandes passt. 

 

Und noch eine letzte Frage:

22. Schreiben Sie gerade an einem Buch? Wollen Sie uns verraten, worum es gehen soll?

Ich schreibe gerade an dem zweiten Teil von "Kissing", der "Kissing more" heißt. Es geht um Liebe und Freundschaft, und um einen Unfall, der große Auswirkungen und Folgen auf das Leben eines der Protagonisten hat. 

 

Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

 

 

 

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