Jutta Wilke

Genauso wie Jutta Wilke, gab es auch bei mir einmal eine Zeit, in der ich unbedingt Zoodirektorin werden wollte. Ich habe mir immer vorgestellt, in der Mitte vom Tierpark zu wohnen und allein die Vorstellung, von Tieren umgeben zu sein, hat mich total fasziniert... Jutta Wilke spricht hier über ihre Kindheitsträume, ihren Roman "Dornenherz" und das Leben einer Autorin. 

1. Seit wann schreiben Sie?

Ich schreibe, seit ich einen Stift in der Hand halten kann. Tagebücher, Briefe sowie Gedichte und Kurzgeschichten. Als Kinder- und Jugendbuchautorin schreibe ich aber erst seit 2008.

 

2. Können Sie mir zehn Worte geben, die die Handlung von "Dornenherz" beschreiben?

Herz, Vernunft, Liebe, Auswandern, Tod, Engel, Rosen, Trennung, Verlust, Schuld

3. Können Sie im Urlaub genauso gut schreiben wie Zuhause?

Ich kann glücklicherweise überall schreiben. Zuhause wie im Urlaub, in Cafes, in der Bahn, mitten im Trubel meiner Großfamilie. Am allerliebsten schreibe ich allerdings am Küchentisch.

4. Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale, wie zum Beispiel Tee trinken oder eine bestimmte Hintergrundmusik hören?

Ein absolutes MUSS sind Gummibärchen in greifbarer Nähe. Ansonsten bin ich ein Kaffee-Junkie. Ich versuche mir das ein bisschen abzugewöhnen, aber es fällt mir schwer.

5. Was macht für Sie der Beruf eines Autors aus?

Als Autor kann ich wie als Leser auch mich in ganz vielen Welten parallel bewegen.

Im Gegensatz zum Leser habe ich als Autor noch die Möglichkeit, mir die Welten selbst zu erschaffen. Wobei ich da nicht mal sicher bin, ob es so ist. Denn oft sind die Geschichten, die Personen, die Handlungen einfach da, in mir drin, ohne dass ich weiß, wo sie auf einmal hergekommen sind und ich schreibe sie eigentlich nur noch ab.

 

6. Was macht diesen Beruf aus Ihrer Sicht zum Allerbesten Beruf?

Vor allem die Tatsache, dass ich ihn immer und überall ausüben kann. Es gibt weder räumliche noch zeitliche Einschränkungen.

7. Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?

Nein. Früher wollte ich einmal Zoodirektor werden. Dann hat mir jemand erzählt, dass ich dazu Biologie studieren und Frösche oder Käfer auseinander nehmen müsste. Da habe ich dann beschlossen, Missionar zu werden, weil ich so gerne nach Afrika reisen wollte. Letztendlich bin ich dann aber erst einmal Rechtsanwältin geworden. Aber irgendwann haben mich die Geschichten im Kopf nicht mehr losgelassen und ich habe meine Anwaltsrobe an den Nagel gehängt, um Kinderbücher zu schreiben.

8. Welches Genre lesen Sie am liebsten?

Ich lese am liebsten Biografien. Weil ich neugierig bin auf die Lebenswege anderer Menschen.

9. Finden Sie viel Inspiration zu Ihren Büchern in Familienmitgliedern?

Eigentlich nicht. Sicher sind meine Familienmitglieder und Freunde auch ein Teil meiner Inspiration, aber nicht mehr oder weniger als alles andere Leben um mich herum.

10. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsbuch?

Das wechselt immer mal wieder. Aktuell ist mein Lieblingsbuch „Tschick“ von meinem leider viel zu früh verstorbenen Kollegen Wolfgang Herrndorf. Unbedingt lesen sollte man auch seinen jetzt als Buch erschienen Blog „Arbeit und Struktur“. Traurig, aber voller Tiefe und Ehrlichkeit.

 

11. Gibt es ein Buch, bei dem Sie besonders lange gebraucht haben, es zu verfassen?

Das, an dem ich gerade schreibe. Weil ich einige Wochen ziemlich krank war. Aber jetzt bin ich wieder fit und es geht weiter.

12. Lesen Sie ab und zu die von Ihnen verfassten Bücher nach deren Veröffentlichung?

Nein – nicht für mich als Lektüre. Aber natürlich zu all meinen Lesungen in Schulen und Bibliotheken oder Buchhandlungen.

Einige Fragen zu „Dornenherz“:

13. Haben Sie Inspiration zu dem Buch in Ihnen bekannten Personen gefunden?

Nein. Die Inspiration kam in erster Linie durch das Auswanderermuseum „BallinStadt“ in Hamburg. Dieses Museum steckt voller Geschichten von Menschen aus dem 19. Jahrhundert, die von Europa nach Amerika ausgewandert sind.

14. Wie lange haben Sie ungefähr gebraucht, um „Dornenherz“ zu verfassen?

Die Recherche zog sich etwa ein Jahr. Die reine Schreibzeit betrug dann etwa vier Monate.

15. Woher kommen die Namen der Protagonisten?

Den Namen meiner Protagonistin Anna habe ich mir von meiner lesebegeisterten Nichte geliehen. Alle anderen Namen waren auf einmal da.

Und noch eine letzte Frage:

16. Schreiben Sie gerade an einem Buch? Wollen Sie uns verraten, worum es gehen soll?

Aktuell schreibe ich an einem zweiten Buch für Jungs. Das erste heißt „Die inneren Werte von Tanjas BH“ und ist unter meinem Pseudonym ‚Alex Haas‘ im Oetinger Verlag erschienen. Diesmal wird es um eine ganz chaotische Liebe und eine etwas andere Sportart gehen – nämlich American Football.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

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