Iny Lorentz

Copyright: Fotostudio Berger
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Wer kennt die beiden nicht? Spätestens wenn ich "Die Wanderhure" sagen, werden viele von euch "Ach, ja" sagen! Wenn ihr nur die Verfilmungen kennt, dann kann ich euch die Bücher wirklich wärmstens empfehlen zu lesen! (Hier werde ich sie auch noch vorstellen!) Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse durfte ich Iny Lorentz meine Fragen stellen und es war ein wirklich sehr nettes Interview, bei dem ich weit mehr erfahren habe, als ich mir hätte träumen lassen! Damit aber nicht nur ich davon profitiere, sondern ihr auch, hier die Antworten! 

1. Ich würde sagen, der Roman „Die List der Wanderhure“ ist ein sehr erfolgreiches Buch! Was kennzeichnet diesen Erfolg für Sie?


Für uns kennzeichnet diesen Erfolg insbesondere, dass sowohl der Verlag als auch unsere Agentur sehr zufrieden mit dem Verkauf und den Reaktionen der Leser sind und uns das auch mitteilen. Wir selber bekommen nicht viel von den Leserreaktionen mit, da wir in keinem engen Kontakt zu unseren Lesern stehen.



2. Wie schwer war die Teamarbeit für Sie?


Teamarbeit fällt uns nicht schwer. Wir haben seit langer Zeit bei jedem Buch dieselbe Arbeitsteilung. Wir besprechen das Thema und entwickeln die Geschichte gemeinsam. Elmar liest jedes Mal die Bücher für die Recherche und schreibt dann auch die Rohschrift, Iny liest diese dann durch und macht sozusagen eine Kontrolle. Er wiederum verbessert die Rohschrift einmal, bevor Iny das ganze Manuskript fünf Mal überarbeitet und Elmar es ebenso oft noch einmal durchgeht. Die schwerste Arbeit ist in der Tat, unseren Text und die Korrekturen in die Maschine zu tippen...




3. Sehen Sie „Die Wanderhure“ lieber im Film oder auf der Bühne?


Beides finden wir hochinteressant! Sowohl im Film als auch auf der Bühne sind selbstverständlich viele Änderungen und Kürzungen vorgenommen worden. Der Film wurde mit zahlreichen Requisiten ausgestattet, das Buch wurde aber auch als Theaterstück auf einer Freiluftbühne aufgeführt mit nichts als einer nackten romanischen Kirchenruine als Ausstattung! In dem Fall kommt es ganz auf die Schauspieler drauf an, was sie aus dem Stück machen.



4. Hätten Sie sich diesen Erfolg je ausmalen können?


Nein. Damals haben wir gehofft, dass der Verlag bereit ist, das Nächste unserer Bücher zu nehmen – das alleine wäre das Höchste aller Gefühle gewesen!



5. Wenn Sie „Die List der Wanderhure“ im Nachhinein wieder lesen: Was denken Sie? Haben Sie bestimmte Lieblingsszenen?


Grundsätzlich mögen wir alle Szenen sehr gerne. Bei den Charakteren ist es so, dass nicht alle Personen wirklich unserer Hand entstammen. Die Äbtissin und den Zwerg haben wir dem 2. Film entnommen und die Figuren mit einem Vertrag abgekauft.



6. Wer ist Ihr Lieblingscharakter?


Marie und Michel. Für uns war es von Anfang an wichtig, dass die beiden ein Abenteuer zusammen erleben. 


7. Woher kamen die Namen?


Die Orte und Hintergründe sind real, die Personen haben wir uns ausgedacht.



8. Dürfen Sie mir erzählen, wer die ursprüngliche Idee zur Handlung des Romans hatte?


Die Idee hatten wir beide zusammen. In einem Gespräch kam uns die anfängliche Idee und wir haben dann gemeinsam die Geschichte weitergesponnen. Zu einem Punkt hatte der eine einen tollen Vorschlag, beim nächsten fand der andere einen guten Ansatz . Auf diese Weise schreiben wir alle unsere Romane.



9. Haben Sie bestimmte Rituale beim Schreiben, wie Tee trinken oder eine bestimmte Musik hören?


Musik hören wir fast nicht, Tee ist immer da. Wir trinken einmal am Tag eine Tasse Schwarztee, danach auch gerne Yogitee oder Roiboosh. 


10. Genießen Sie es, auf Lesungen aus Ihren Bücher lesen zu dürfen?


Für uns beide sind Lesungen anstrengend. In der Regel sind wir da 2-3 Stunden am Stück damit beschäftigt, zu lesen, Autogramme zu verteilen und die Fragen unserer Leser zu beantworten. Lesungen kosten viel Kraft, sind aber wichtig für uns, denn dadurch bekommen wir ein Feedback für die Romane. Für uns sind die Leser wichtig, weniger die Journalisten. Die Leser opfern ihre Zeit und ihr Geld für unsere Bücher  und haben daher alles Recht der Welt, uns Fragen zu stellen, denn durch sie leben wir. (Blogger gehören übrigens für uns zu den Lesern!)



11. Haben Sie einen Lieblingsbuchladen?


Wir bestellen in der Regel die Bücher bei dem Buchladen in unserer Gemeinde, meist sind diese Bücher aber sowieso Bücher zur Recherche.


12. Fällt Ihnen das Schreiben leichter, wenn Sie den dritten Roman verfassen als beim ersten?


Im Gegenteil, Fortsetzungen sind schwieriger. Man muss mit den altbekannten Personen neue Wege gehen. Bei einem Einzelroman oder einem ersten Teil kann man jeweils eine komplett andere und neue Geschichte entwickeln.



13. Gibt es etwas, was Sie den Leser mitteilen möchten?


Ja, es gibt zwei Dinge, die besonders wichtig sind! 1. Niemals aufgeben, immer neuen Mut fassen! Und 2. Toleranz gegenüber allen Menschen: verurteile niemandem voreilig!



14. Wie finden Sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit?


Diese ist Gott sei Dank nicht so groß! Im gewissen Maße sucht jeder Autor nach Öffentlichkeit, allerdings halten wir uns selber aber etwas zurück!



15. Stehen Sie unter einem Schreibdruck durch die Öffentlichkeit?


Nein, überhaupt nicht. Schreiben ist ein Teil unseres Lebens und wir würden es auch tun, wenn wir weniger Erfolg hätten.


16. Gibt es in Ihrer Bekanntschaft Menschen, die Sie mit Ihren Romanen inspiriert haben?


Ein paar - teilweise haben sie schon vorher geschrieben und wir haben sie dann in dem Schritt bestärkt,  die Manuskripte bei den Verlagen einzuschicken! Unseren privaten Kontakten geben wir auch gerne einmal Ratschläge.


17. Welches Genre lesen Sie privat gerne? Haben Sie einen Lesetipp für uns?


Leider haben wir nicht so viel Zeit, in unserer Freizeit zu lesen. Wenn wir lesen, dann sehr gerne Krimis oder Fantasy. Allerdings keine historischen Romane, es passiert nämlich zu schnell, dass man im Unterbewusstsein beeinflusst wird und das dann Auswirkungen auf den eigenen Roman hat.



18. Wenn Sie in die Vergangenheit reisen könnten, was wäre Ihre Lieblingszeit?


Lieber ins Jahr 3.000, dann aber nicht mal selbst, sondern einfach den Fernseher anschalten, sehen, wie es da aussieht, und wieder ausschalten. Wir sind wirklich froh im Jahr 2014 leben zu können.



19. Drei Adjektive, die „Die List der Wanderhure“ für Sie beschreiben?


Freude und Zufriedenheit. Der Roman ist so, wie wir ihn haben wollten. Und Sympathie für die einzelnen Charaktere.


20. Was ist Ihr nächstes Projekt?


Momentan schreiben wir an „Texas 3“, der dritte Band der insgesamt vier-teiligen Reihe wird im Frühjahr erscheinen. Außerdem geht es in einem anderen Buch weiter in die Zeit zurück, als Iny Lorentz es je geschrieben hat.


Vielen Dank für Ihre Antworten!