Ingrid J. Poljak

Ich zitiere jetzt hier einen Paragraphen, den ich Ingrids Autorenwebsite entnommen habe, und der mir sehr gut gefällt: 

 

"Ich lebe in Wien, wo ich im Alter von 13 Jahren auf einem Dachboden das Buch „Der Geisterseher“ von Friedrich Schiller in der Bearbeitung von Hanns Heinz Ewers entdeckt habe. Es wurde zu meinem langjährigen Kultbuch. Gleichzeitig begann ich in Ermanglung von Jugendliteratur, die mir gefallen hätte, selbst Romane zu schreiben. Ich habe dann Architektur studiert und lange Zeit als Bau- und Projektleiterin sowie nebenberuflich als Grafikerin gearbeitet. Einige Romanfragmente blieben liegen. Jetzt schreibe ich Krimis, Thriller und Kurzgeschichten."

 

Und sie beantwortet hier alle meine Fragen!

1. Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?

Ja, gerne. Ich führe ein relativ ruhiges Leben in Wien, überhaupt seit ich meinen Beruf nach mehr als dreißig stressigen Jahren aufgegeben habe. Ich habe Architektur studiert und bin lange Zeit Bau- und Projektleiterin gewesen, mit kleinen Ausflügen ins Grafik-Fach. Mein Hobby waren lange Zeit – unabhängig vom Schreiben – Opernbesuche in (fast) aller Welt. Mit meinem bisherigen Leben bin ich zufrieden, aber wenn Sie mich nach meinen Träumen fragen: Als Krimiautorin möchte ich noch ein bisschen mehr erreichen, vor allem jene Projekte verwirklichen, die als Fragmente liegengeblieben sind und/oder die noch in meinem Kopf herum spuken.

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Zu schreiben hab ich schon mit 13 begonnen. Damals gab es kaum Jugendbücher, die mir gefallen hätten, deshalb hab ich mir gesagt: Versuch es einmal selbst! Gleichzeitig ist mir der „Geisterseher“ von Schiller in die Hände gefallen, von dem einige behaupten, es sei der erste deutsche Krimi. Ich habe es als Teenager mindestens hundertmal gelesen, ich wollte also damals schon ähnliche Krimis schreiben, allerdings auf moderne Art.

3. Wie finden Sie Ihre Themen und Namen der Charaktere?

Ich nehme hauptsächlich Themen aus der Weltliteratur über Probleme, die heute noch Gültigkeit haben. Diese Quellen sind unerschöpflich, überhaupt wenn man den Figuren ein neues, modernes Outfit und eine neue Umgebung verpasst.

4. Was lesen Sie selber gerne?

Ich bin – abgesehen davon, dass ich andere Krimis lese, um davon zu lernen – eigentlich sehr wählerisch.

5. Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

Einige Klassiker wie Shakespeare, ETA Hoffmann, Simenon und Dürrenmatt, um nur einige zu nennen. Von den lebenden Autoren Stephen King und Minette Walters. Von den deutschsprachigen aktuellen Krimiautoren fällt mir Inge Löhnig ein.

6. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

Das kommt darauf an, was ich gerade lese. Bei Harry Potter waren es Sirius und Snape. Sonst sind natürlich meine eigenen (Anti)-Helden meine Lieblingsfiguren.

7. Hatten Sie ein besonderes Erlebnis als Autor/Autorin? Welches war das?

Ich lerne im Zuge der Recherchen immer wieder Leute kennen, die ich sonst nie kennengelernt hätte, und die meine Sicht erweitert haben. 

8. Können Sie uns einen Lesetipp geben?

Die Krimis von Dürrenmatt.

9. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Zur Zeit arbeite ich an einem Psycho-Krimi, der in Wien spielt und in dem der aus meinem „Bildermord“ bekannte Inspektor Echerer in große Schwierigkeiten gerät.

10. Haben Sie sich schon einmal gewünscht, im Nachhinein etwas an Ihren Bücher ändern zu können?

Nichts Wesentliches.

11. Mit welchem Ihrer Charaktere würde Sie gerne einmal einen Tag verbringen? Was würden sie zusammen unternehmen?

Ich verbringe jeden Tag viele Stunden mit meinen aktuellen Charakteren, sie sind mir alle gleich lieb. Aber ich würde schon gerne einmal mit Henri, dem Kulissenmaler aus „Bildermord“, zusammentreffen, damit er mir erzählt, wie es ihm weiter ergangen ist. Ob er auch den letzten Tiefschlag weggesteckt hat. Aber wir werden sehen ...

12. Schreiben Sie auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen Ihrer Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buchs schreibt?

Das habe ich noch nie getan und werde wohl auch nie tun, weil es da meist um vorgegebene Themen geht.

13. Was fällt Ihnen am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was Sie total super oder total fürchterlich finden?

Ich freue mich jedes Mal über den Schauplatz, die Umgebung, das Setting, in dem meine Figuren agieren. Das Schreiben darüber fällt mir leicht, da ich das berufliche Umfeld meiner Helden kenne und mich gerne darin bewege bzw. bewegt habe. Auch die Charakterisierung der Figuren fällt mir leicht, weil ich viel Empathie für sie aufbringe. Schwieriger finde ich, diese Figuren nach einem eventuellen Publikumsgeschmack handeln zu lassen bzw. klischeehafte Erwartungen zu erfüllen. Da weigere ich mich einfach.

14. Wie leicht oder schwer ist es für Sie, Ihre Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?

Aus den eben genannten Gründen ist es eher schwer, einen geeigneten Verlag zu finden, da viele bekannte Verlage das Schema vorgeben, nach dem ein Krimi abzulaufen hat.

15. Wie organisieren Sie einen Schreibprozess? Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Das ist schwer zu sagen, da ich viele Ideen schon jahrelang mit mir herumschleppe. Sobald sie konkret werden, hab ich sofort eine Vorstellung von den Hauptfiguren und deren Probleme, sowie von den Anfangsszenen und den Schlussszenen. Dann beginnt der eigentliche Prozess mit dem Ausarbeiten eins Szenenplans. An den ich mich nie genau halte. Das sind dann die schönen Überraschungsmomente für mich selbst. Die Figuren werden eigenwillig ☺. Nebenbei gebe ich zu, dass ich nicht sehr ökonomisch an einem Buch arbeite, sodass ca. zwei Jahre von der ersten Zeile bis zur Fertigstellung des Manuskripts vergehen, währenddessen ich aber schon an Konzepten für andere Projekte arbeite.

16. Bei Ihrer ersten Buchveröffentlichung: Was haben Sie von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Ich habe mehr Werbung von Seiten des Verlags erwartet. Mein Pech war, dass ich ca. zehn Tage nach meinem Vertragsabschluss das Angebot eines renommierten Krimiverlags bekam, aber nicht gleich beim ersten Buch vertragsbrüchig werden wollte.

17. Haben Sie je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?

Ich habe einige Seminare besucht. Sie haben mich allesamt in meiner Einstellung zum Schreiben bestärkt: Schreib nur das, was du selbst am liebsten lesen würdest.

18. Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Ich habe immer nur für Erwachsene geschrieben, was nicht heißt, dass nicht auch Jugendliche ab vierzehn daran Gefallen finden könnten.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

BILDERMORD ist KEIN Schema-Krimi, auch kein typischer Ermittler-Krimi.

 

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