Heike Abidi

Von Heike Abidi kennen wir einige Bücher. Und wer sie nicht kennt, dem kann ich wärmstens empfehlen, sie kennenzulernen!

 

"Zimtzuckerherz"

"Wahrheit wird völlig überbewertet"

"Close up!" Aus der Reihe "Pink!", inzwischen sind zwei weitere Bände der Serie erschienen...

"Nachts sind alle Schafe schwarz"

 

Und ich warte schon auf viele mehr!

1. Seit wann schreiben Sie?

Wenn man es genau nimmt, schreibe ich schon meine gesamte Grundschulzeit. Ich wollte die jüngste Autorin der Welt werden. Das hat leider nicht so ganz geklappt, aber trotzdem habe ich mein Ziel nie aus den Augen verloren. Zwischendurch gab es immer mal wieder Schreibversuche, die zunächst jedoch alle unveröffentlicht blieben. Als AUtorin bezeichne ich mich selbst erst, seit ich den Agenturvertrag und bald darauf auch den ersten Verlagsvertrag unterschrieben habe - also seit Frühjahr 2011. 

 

2. Können Sie mir zehn Worte geben, die die Handlung von "Zimtzuckerherz" beschreiben?

Veronika, Ordnungsratgeber - Autorin, ist privat hoffnungslos chaotisch. Und ihr Liebesleben ebenfalls...

 

3. Können Sie im Urlaub genauso gut schreiben wie Zuhause?

Naja, Urlaub zeichnet sich ja eigentlich dadurch aus, dass man nicht arbeitet. Wenn ich also im Urlaub schreibe, ist es kein Urlaub - wobei es manchmal wegen der Abgabetermine nicht anders geht. Aber wenn ich wirklich Urlaub mache, dann schreibe ich keine Silbe. Dann lese ich nur.

4. Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale, wie zum Beispiel Tee trinken oder eine bestimmte Hintergrundmusik hören?

Nein, eigentlich nicht. Computer an, und los geht’s. Etwas zu trinken steht immer auf dem Schreibtisch, aber ob das Wasser ist oder Kaffee oder Tee, spielt keine Rolle. Musik höre ich dabei nie. Wenn ich plotte, ein Exposé bzw. eine Kapitelübersicht erarbeite, redigiere oder Lektorat einarbeite, brauche ich Ruhe. Wenn ich dagegen schreibe, darf es ruhig ein bisschen Ablenkung sein. Das mache ich abends oft im Wohnzimmer, wenn meine Familie dabei ist und der Fernseher läuft. Am liebsten Fußball 

5. Was macht für Sie der Beruf eines Autors aus?

Im Gegensatz zum Tagebuchschreiber ist ein Autor ja jemand, der nicht für sich selbst schreibt, sondern für Leser. Meistens sind das Leute, die man niemals kennenlernt. Und dennoch sollte ein guter Autor sie immer im Hinterkopf haben beim Schreiben. Die Leser sind diejenigen, für die man diese Arbeit tut. Sie kaufen die Bücher und ermöglichen es uns, diesen Beruf auszuüben. Sie wollen sich amüsieren, unterhalten, gruseln, sie wollen Spannung, Gefühle, Impulse. Es geht beim Schreiben eigentlich gar nicht um den Autor, sondern um die Geschichte und diejenigen, die sie lesen werden.

6. Was macht diesen Beruf aus Ihrer Sicht zum allerbesten Beruf?

Dass aus meinen Ideen Geschichten werden und diese zu Büchern, die plötzlich in fremden Regalen stehen, auf fremden Nachttischen liegen oder schön verpackt unter fremde Weihnachtsbäume gelegt werden. Ganz schön verrückt, wenn man sich das recht überlegt … Und wenn die Leser mir dann noch hinterher erzählen, sie hätten sich köstlich amüsiert und mit meinem Buch ein paar tolle Lesestunden verlebt, dann ist das zweifellos eine großartige Sache. Mir fällt kein besserer Beruf ein – jedenfalls keiner, der besser zu mir passen würde.

 

7. Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?

Ja – falls „seit ich 8 Jahre alt war“ als „schon immer“ gilt.

8. Welches Genre lesen Sie am Liebsten?

Krimis – gerne skandinavische, britische oder bayrische. Oder Thriller, von Barbara Vine bis Stephen King. Und Bücher, die mich zum Lachen bringen – zum Beispiel von Douglas Adams, Tom Sharpe, Arto Paasilinna. Und schön erzählte Geschichten, wie die von Anne Tyler oder Jonathan Tropper.

 

9. Finden Sie viel Inspiration zu Ihren Büchern in Familienmitgliedern?

Nein, all meine Figuren und Geschichten sind völlig frei erfunden!

10. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsbuch?

Das ist eine schwere Frage. Es gibt so viele Lieblingsbücher! Darf ich auf 5 Lieblingsbücher erweitern?

1. Jules Verne, Der Kurier des Zaren

2. Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis

3. Rita Mae Brown, Bingo

4. Will Ferguson, Glück

5. Astrid Lindgren: Wir Kinder aus Bullerbü

Hm. 5 reichen nicht. Ich erhöhe auf 10:

6. Stephen King, In einer kleinen Stadt

7. Andreas Föhr, Schafkopf

8. Anne Tyler, Nur nicht stehenbleiben

9. Simone de Beauvoir, Alle Menschen sind sterblich

10. Arto Paasilinna, Der Sommer der lachenden Kühe

Die Reihenfolge ist rein zufällig …

 

11. Gibt es ein Buch, bei dem Sie besonders lange gebraucht haben, es zu verfassen?

Eigentlich nicht. Ich brauche immer bis drei Tage vor dem Abgabetermin.

 

12. Lesen Sie ab und zu die von Ihnen verfassten Bücher nach deren Veröffentlichung?

Bisher nur auszugsweise, um geeignete Stellen für Lesungen auszuwählen. Vielleicht in ein paar Jahren, wenn ich selbst vergessen habe, worum es in meinen ersten Büchern so genau ging, und ich sie lesen kann, als hätte jemand anders sie geschrieben.

13. Genießen Sie es, auf Lesungen zu sein?

Ja, sehr. Sowohl als Zuhörerin als auch als Lesende. Es macht Spaß, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen, spätestens bei der anschließenden Diskussion. Aber auch schon beim Lesen selbst spürt man ja die Reaktion. Das ist sehr spannend.

 

14. Wie stolz sind Sie, wenn Sie das erste Mal nach der Veröffentlichung eines Buches in einen Buchhandel gehen und dort Ihr Werk sehen?

Das ist schon ein tolles Gefühl! Besonders freue ich mich, wenn mir Leser oder Freunde und Bekannte Buchsichtungs-Fotos mailen, nachdem sie eins meiner Bücher beispielsweise im Supermarkt in einem kleinen Dorf in Bayern entdeckt haben oder auf dem Flughafen Düsseldorf oder wo auch immer. Finde ich immer ganz großartig.

15. Sie bevorzugen es, Einzelbände zu schreiben, oder? Warum?

Die Geschichten, die ich mir bisher ausgedacht haben, waren einfach nach der letzten Buchseite zuende erzählt. Es ist ja ein Unterschied, ob man einen Einzelroman plant oder eine Serie. Einen Folgeband nachschieben, obwohl das so nie vorgesehen war, wird selten gut. Demnächst erscheinen übrigens die ersten beiden Bände einer Jugendbuchserie, die auch von Anfang an so konzipiert war. Die Titel darf ich noch nicht verraten, aber sobald das neue Loewe-Programm online ist, wird das kein Geheimnis mehr sein. Diese Serie habe ich übrigens, genauso wie den Roman „Dancing Queens – Alle Wege führen nach Waterloo“, gemeinsam mit Tanja Janz geschrieben. Während unser ABBA-Roman bei Droemer Knaur unter dem gemeinsamen Pseudonym Jana Fuchs veröffentlicht wurde, haben wir für die Jugendbuchserie das gemeinsame Pseudonym Maya Seidensticker gewählt.

16. Haben Sie Inspiration zu „Zimtzuckerherz “ in Ihnen bekannten Personen gefunden?

Nein, die Story ist komplett ausgedacht. Allerdings gibt es Personen, die mir als Informationsquelle zur Verfügung standen. Bei „Zimtzuckerherz“ beispielsweise eine Kollegin, die sich mit Ordnungssystemen super auskennt, bei „Close-up“ jemand, der selbst schon Werbespots gedreht und bei einer TV-Serie Standfotograf war etc.

17. Wie lange haben Sie ungefähr gebraucht, um das Buch („Zimtzuckerherz “)zu verfassen?

Da „Zimtzuckerherz“ mein erster Roman war, habe ich relativ lange daran gearbeitet. Allein schon die Planung dauerte mehrere Monate. Damals war das Projekt für mich allerdings noch ein Hirngespinst. Spätestens als ich einen Verlagsvertrag und damit auch einen Abgabetermin hatte, war das anders. Reine Schreibzeit waren vielleicht fünf Monate. Inzwischen bin ich etwas schneller geworden.

18. Woher kommen die Namen der Protagonisten?

Fantasie. Telefonbuch. Und www.beliebte-vornamen.de – dort schaue ich auch gerne bei den entsprechenden Jahrgängen der Protagonisten.

 

19. Zugegeben: Ich habe noch keines Ihrer anderen Bücher gelesen. Wollen Sie mir in ein anderes einen kurzen Einblick geben?

Gerne. In „Wahrheit wird völlig überbewertet“ geht es um eine nicht gerade schlanke Frau, die während eines Business-Meetings versehentlich für schwanger gehalten wird – und die das Missverständnis erst nicht aufklären kann und dann nicht mehr aufklären will. Scheinschwangerschaft bis zum bitteren Ende und darüber hinaus …

In „Nachts sind alle Schafe schwarz“ erfinden drei Freundinnen in Geldnot ein pseudoesoterisches Angebot, das nicht nur völlig gaga ist, sondern auch überraschend erfolgreich.

In „Tatsächlich 13“ bloggt die zwölfeinhalbjährige Henriette übers Erwachsenwerden – von körperlichen Veränderungen über peinliche Eltern bis hin zu Anti-Liebeskummer-Tipps.

In „Dancing Queens – Alle Wege führen nach Waterloo“ reisen Linda und Helen, zwei ABBA-Fans, die sich bisher nur aus dem Internet kennen, zum großen Jubiläum nach Stockholm. Eine Reise mit allerhand Turbulenzen und Umwegen …

 

Und noch eine letzte Frage:

20. Schreiben Sie gerade an einem Buch? Wollen Sie uns verraten, worum es gehen soll?

Ich starte gerade mit dem dritten Band der Jugendbuch-Serie bei Loewe. So genau darf ich noch nicht verraten, worum es geht, aber die Geschichte wird unter anderem in die 1920er-Jahre führen …

Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

 

 

 

 

Der neue Abidi-Roman! Unter dem Link findet ihr alles Wissenswerte dazu!