Elke Schwab

 

 

 

Die Kirmi - Autorin spricht hier über ihre Liebe zu Pferden, dass sie so gerne liest und schreibt, warum sie gerne im Nachhinein an ihren Büchern noch was ändern würde und sie erzählt, wie sie zum Schreiben gekommen ist. Bisher gibt es von Elke Schwab zwei Krimireihen: Die "Kullmann-Reihe" und die "Baccus-Borg-Reihe". Kennt jemand eine der beiden Reihen?

1. Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?

Ich bin eine große Pferdenärrin. Schon von Kind an liebe ich Pferde und habe es irgendwann geschafft, mir ein eigenes Pferd zu kaufen. Damit habe ich mir einen Traum erfüllt. Mein nächster Traum war, mit meinem Pferd zusammen irgendwo leben zu können. Das ging auch in Erfüllung, denn mein Mann und ich fanden ein Haus mit Land, wo wir unsere beiden Pferde immer am Haus halten konnten. Heute sind diese beiden tollen Pferde im Pferdehimmel und es sind zwei andere zu uns gekommen. Dazu noch ein Esel, der ein bisschen für Abwechslung auf der Koppel sorgt. 

Über eine besondere Gabe habe ich mir nie Gedanken gemacht. Ich bin froh, wenn die Dinge, die ich anstrebe, auch funktionieren. Mehr will ich eigentlich nicht.

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Da ich als Kind immer von Pferden träumte, weil ich selbst keins haben konnte, und auch viele Kinderbücher mit Geschichten über Mädchen und Pferde gelesen habe, war es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis ich anfange, mal etwas zu schreiben. Der Zeitpunkt kam, als mein Deutschlehrer mich vor allen Schülern schlecht machte. Er war der Meinung, ich könne kein Deutsch. Das nahm ich zum Anlass, meine Kinderbücher nachzuerzählen. Doch irgendwann dachte ich mir, warum immer etwas schreiben, was es schon gibt? Warum nicht mal eine eigene Geschichte erfinden? Und so sind im Alter von 12 Jahren die ersten Geschichten von mir niedergeschrieben worden. Sie handelten damals alle von Mädchen und Pferden.

Meine Noten in Deutsch sind trotzdem nicht besser geworden. Der Deutschlehrer hat mich gehasst und ich weiß bis heute nicht, warum.

3. Wie finden Sie Ihre Themen und Namen der Charaktere?

Manchmal orientiere ich mich an der Realität, die wirklich viel Stoff für Krimis bietet. Dann gibt es auch mal Nachrichten, die mich nachdenklich stimmen und nicht mehr loslassen. Irgendwann landet das Thema dann in einem Krimi. Oder ich werde auch mal gefragt, ob ich nicht einen Krimi an einem bestimmten Ort spielen lassen könnte. Dann schaue ich mir die Gegend an und wenn sie mir gefällt, informiere ich mich darüber, bis mir ein gutes Thema in diesem Zusammenhang einfällt. Das geht eigentlich immer schnell. Ich habe leider mehr Ideen, als Zeit zu schreiben. 

Die Namen springen mich regelrecht an, wenn ich einen Charakter habe, der mich überzeugt – sei es einer der Guten oder der Bösen.

4. Was lesen Sie selber gerne?

Am liebsten lese ich Krimis! Vielleicht schreibe ich ja auch deshalb so gerne Krimis.

5. Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

Petra Hammesfahr, Elisabeth George, Elisabeth Herrmann, Charles Todd und noch einige mehr …

6. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

Inspector Thomas Lynley aus den Büchern von Elisabeth George.

7. Hatten Sie ein besonderes Erlebnis als Autor/Autorin? Welches war das?

Ich erlebe gelegentlich, dass fremde Menschen auf meinen Lesungen so freundlich und herzlich auf mich zukommen, als wären wir Freunde. Das ist das Schönste für mich.

8. Können Sie uns einen Lesetipp geben?

Von meinen Büchern? Das fällt mir schwer, weil ich zugeben muss, dass mir alle gefallen ;-) 

9. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Eine Biografie über einen ungewöhnlichen Menschen. Das ist eine Herausforderung für mich, weil das Leben dieses Mannes in einer anderen Stadt und in einer anderen Zeit spielt, also alles, was ich nicht kenne. Es macht Spaß darüber zu schreiben, weil ich dabei wieder einmal viel dazulerne.

10. Haben Sie sich schon einmal gwünscht, im Nachhinein etwas an Ihren Büchern ändern zu können?

Oh ja! Leider immer dann, wenn ich hinterher nochmal Fehler finde …

11. Mit welchem Ihrer Charaktere würde Sie gerne einmal einen Tag verbringen? Was würden sie zusammen unternehmen?

Ich schätze, dass die Kriminalkommissarin Anke Deister gut zu mir passen würde. Wir hätten uns bestimmt viel zu erzählen. 

Aber auch die beiden Hallodris Lukas Baccus und Theo Borg wären bestimmt auch ganz interessant, weil sie so anders sind. Aber darüber habe ich mir noch nie wirklich Gedanken gemacht.

12. Schreiben Sie auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen Ihrer Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buchs schreibt?

Ein Artikel muss informativ sein. Ein Buch unterhaltend. Und je nach Länge muss das Buch auch den Spannungsbogen halten können. Das macht es schwieriger, ein Buch zu schreiben.

13. Was fällt Ihnen am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was Sie total super oder total fürchterlich finden?

Am schönsten ist das Schreiben selbst. Aber leider ist das der kürzeste Teil bei der Entstehung eines Buches. Denn vorher wird recherchiert, was auch Spaß macht. Und hinterher wird korrigiert, was ich total fürchterlich finde!!!!!

14. Wie leicht oder schwer ist es für Sie, Ihre Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?

Das ist leider ein ganz schwieriges Thema. Bisher hatte ich Glück und habe Verlage gefunden. Aber einfach war es ganz und gar nicht.

15. Wie organisieren Sie einen Schreibprozess? Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Sobald ich die Idee und die Informationen habe, schreibe ich los. Oft entwickelt sich die Geschichte während des Schreibens, sodass selbst ich Überraschungen beim Schreiben erlebe. Selten arbeite ich streng nach Konzept. 

Und die Zeit, bis ein Buch fertiggeschrieben ist, dauert immer zwischen einem halben und einem ganzen Jahr.

16. Bei Ihrer ersten Buchveröffentlichung: Was haben Sie von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Damals war ich im Ausnahmezustand, weil ich mich gerade in der Rekonvaleszenz nach einem schweren Unfall befand. Also hatte ich gar nichts erwartet. Als dann 35 Zuschauer vor mir saßen wurde es mir ganz mulmig.

17. Haben Sie je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?

Ganz zu Anfang mal. Ich würde schon sagen, dass solche Workshops helfen.

18. Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Lieber für Erwachsene, weil ich selbst keine Kinder habe und da vermutlich nicht den richtigen Ton treffen würde.


Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

 

Der Titel ist einfach genial, und nach diesem habe ich auch das Buch ausgesucht, das ich euch von Elke Schwab vorstellen möchte: Kurz-Krimi: "Katz' verkaufe, selber mause"

in der Krimi-Anthologie "Ein Ausflug in den Tod"!


Selbst habe ich es auch noch nicht gelesen, aber der Krimi liegt auf meiner Wunschliste!

Mit einem Klick kommt ihr zu allen Elke Schwab- Büchern ;)