Dr. Veit Etzold

 

Strategie -> Wirkung -> Umsetzung

Dr. Veit Etzold ist Experte und Speaker zu Strategie und Storytelling.

Neben Büchern, wie zum Beispiel "Story Telling für Manager", verfasst er Thriller, wie "Todeswächter" oder Seelenangst". Heute beantwortet Dr. Veit Etzold mir meine Fragen!

1. Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?

Hobbys: natürlich lesen, schreiben, Kultur, Reisen, spannende Leute, Sport (Karate, Fitness) und Musik. Und gutes Kino, so wie “Seven”, “Heat” und solche Filme. Der Traum wäre, auch wenn das platt klingt, so wie Geld zu haben, dass ich das machen kann, was ich will; z.B. Schreiben. Geld ist bedruckte Freiheit. Und die richtigen Leute um mich herum zu haben. Ich hätte gerne die Gabe, immer glücklich und zufrieden zu sein. Andererseits würde ich dann wahrscheinlich keine düsteren Thriller schreiben. 

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Ich hatte 2006 die wilde Idee, mal einen Thriller zu schreiben. Ich habe aber auch vorher schon kleine Sachen geschrieben. Der Thriller (Das Grosse Tier, Kiwi) wurde aber von mir richtig durchgezogen. Dann kam Lübbe, dann Final Cut. Und der Rest ist, denke ich, Geschichte. 

3. Wie finden Sie Ihre Themen und Namen der Charaktere?

Ich kannte mal einen Professoren, der hieß “Videlas”. Daraus wurde dann “Vidalis”. Bei den anderen war das eher Zufall. “Winterfeld” hieß einmal eine Bekannte, den Namen fand ich auch schön. 

4. Was lesen Sie selber gerne?

Die Thriller Klassiker wie Stephen King, Thomas Harris, aber auch H.P. Lovecraft, Poe, Thomas Mann. Gerne auch Don Winslow. Und Sebastian Fitzek und Arno Strobel, z.B. 

5. Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

s.o.

6. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

Gute Frage. Ich glaube, Frodo Beutlin.

7. Hatten Sie ein besonderes Erlebnis als Autor/Autorin? Welches war das?

Oft sagen Leser und Leserinnen: Ach, das sind Sie? Ich habe sie mir viel böser und furchteinflössender vorgestellt…

8. Können Sie und einen Lesetipp geben?

Verschleppt, mißbraucht, getötet. Von Claudia Keikus Wilms. Claudia ist Polizeireporterin. Das ist zwar ein Sachbuch, aber es liest sich wie ein Thriller. Leider ist alles darin wahr. 

9. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Clara Vidalis Teil 4. Und dann gibt es noch ein paar Geheimprojekte, die noch nicht spruchreif sind. 

10. Haben Sie sich schon einmal gwünscht, im Nachhinein etwas an Ihren Bücher ändern zu können?

Das kann man ja mit jeder neuen Auflage machen. Aber irgendwann muss man auch mal sagen “das war’s jetzt.” sonst wird man ja nie fertig. Und die anderen Projekte warten ja auch. 

11. Mit welchem Ihrer Charaktere würde Sie gerne einmal einen Tag verbringen? Was würden sie zusammen unternehmen?

Mit MacDeath würde ich gerne nach Quantico an die FBI Academy und dort mit John Douglas und Robert Ressler, den Erfindern der operativen Fallanalyse, sprechen.

12. Schreiben Sie auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen Ihrer Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buchs schreibt?

Ein Buch kostet sehr viel mehr Zeit, bei den Artikeln hingegen muss alles kurz und knapp sein. Die Anforderungen sind aber ansonsten gleich: Eine Message rüberbringen und den Leser nicht zu langweilen. Leider gelingt letzteres den meisten, die Artikel schreiben, überhaupt nicht. 

13. Was fällt Ihnen am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was Sie total super oder total fürchterlich finden?

Den Plot zu konzipieren ist das schwerste. Und Szenen zu schreiben, die notwendig für den Plotverlauf, aber nicht sehr spannend sind. Die muss ich ja trotzdem spannend und interessant schreiben, weil sich sonst der Leser nicht ernst genommen fühlt. 

14. Wie leicht oder schwer ist es für Sie, Ihre Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?

Mittlerweile, wo ich etabliert bin, ist es einigermaßen leicht, was nicht heißt, dass mir jede Idee aus der Hand gerissen wird. Wenn man noch unbekannt ist, ist es sehr sehr schwer, einen Verlag von den eigenen Ideen zu begeistern. 

15. Wie organisieren Sie einen Schreibprozess? Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Ich schreibe leider nicht regelmäßig, wie Thomas Mann, sondern mal heute und mal morgen. Meistens brauche ich sechs Monate pro Buch, manchmal auch länger. Anders geht es auch nicht, da ich den Rest des Jahres auch noch andere Projekte mit Unternehmen habe. 

16. Bei Ihrer ersten Buchveröffentlichung: Was haben Sie von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Erst einmal war ich sehr froh, dass ich überhaupt veröffentlicht wurde (Kiepenheuer & Witsch, Das Grosse Tier). Im Verlag war man auch überzeugt, dass es ein Bestseller wird und ich habe das daher auch erwartet. Es ist allerdings kein Bestseller geworden, sondern hat sich eher unterdurchschnittlich verkauft. Das ist dann schon enttäuschend, aber dafür war dann Final Cut ein Bestseller und Seelenangst auch. Man sollte als Autor aber nicht nur auf die Verkaufszahlen schielen. Das Schreiben muss einem auch Spass machen. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man sich einen anderen Job suchen. Außerdem merkt  der Leser, ob der Autor Spass beim Schreiben hatte oder nicht. Bei “Hannibal Rising” von Thomas Harris hat man z.B. gemerkt, dass sein Verlag ihn gedrängt hat, noch ein (überflüssiges) Hannibal Lecter Buch hinterher zu schieben, obwohl ja mit dem Ende von “Hannibal” schon alles gesagt war. Harris hat wohl gedacht, naja, die paar Millionen Vorschuss nehme ich mit und rotze das mal hin. Genau so liest es sich aber auch. 

17. Haben Sie je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?

Ich habe einen Workshop in Wolfenbüttel besucht: “Wie verkaufe ich mein Manuskript”. Dort war der Lektor Werner Irro und Petra Hermanns, meine spätere und erste Agentin. Das hat sich 100% gelohnt. Von esoterischen Tee-Trink Räucherstäbchen Schreibgruppen würde ich aber abraten, die bremsen einen nur, wenn man es ernst meint. Anders ist es mit den Seminaren, die die Lübbe Academy anbietet, die sind auch sehr hilfreich, weil man viel über die Buchwelt erfährt. 

18. Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Ich habe ja zwei Jugendthriller geschrieben (Spiel des Lebens und Spiel der Angst) die aber längst nicht auf so viel Interesse gestossen sind wie die Thriller um Clara Vidalis. Von daher denke ich, dass die Leser die Erwachsenen-Themen lieber wollen. Und die schreibe ich auch schwerpunktmäßig. Vorstellen könnte ich mir noch einen All Age / Mystery Thriller - vorausgesetzt, das will auch jemand lesen, denn für die Tonne schreibe ich nicht. Ich will als Autor den Leuten einen schönen Tag bereiten. Als Thriller Autor ist man Dienstleister am Leser. Der Leser bezahlt Geld und kriegt dafür ein paar spannende Stunden. Das ist der Deal. Und an den sollten sich Autoren halten. 


Vielen Dank für Ihre Antworten!

Quelle: www.amazon.de
Quelle: www.amazon.de

Sein Thriller "Todeswächter" erscheint am 15. August. Zu kaufen gibt es den dann überall! Nähere Informationen findet ihr unter dem Link hinterelegt, der direkt zu Dr. Veit Etzolds Homepage führt!