Cornelia Funke

Einige Fragen an die Kinder- und Jugendbuchautorin

Copyright Javier Salas
Copyright Javier Salas

 

Um einige Fragen an Cornelia Funke beantworten zu können, habe ich eine Email an die, auf der Cornelia Funke-Website angegebene Email Adresse geschickt. Und eine Antwort habe ich auch bekommen, allerdings nicht von Cornelia Funke selbst, sondern von ihrer wirklich netten Schwester Insa, die Anfragen, Internettseite und Fanpost betreut. 

Auch mir hat sie direkt weiterhelfen können und in Cornelia Funkes Namen meine Fragen beantwortet!

Vielen Dank nochmals dafür!

Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen - Cornelia Funke!

1. Seit wann schreiben Sie?

Cornelia hat mit 28 Jahren ihr allererstes Buch veröffentlicht. Es hieß "Die große Drachensuche". Cornelia schreibt also bereits seit 27 Jahren.

 

2. Können Sie mir zehn Worte geben, die die Handlung der "Die wilden Hühner – Reihe " beschreiben?

Nicht in zehn Worten, da ist der Klappentext der Bücher wohl die beste Quelle, aber wenn es auch länger sein darf, kommt hier ein kleiner einleitender Text von Cornelia zu ihren Hühnerbüchern:

 

"Wie bist du auf die Wilden Hühner gekommen" Ich weiß nicht, wie oft ich die Frage schon beantwortet habe. Die Hühner wurden an dem Tag geboren, an dem ich mit meiner damaligen Lektorin (das ist die, die im Verlag nach den Fehlern in den Manuskripten sucht) im Garten saß und sie mich fragte, ob ich nicht einmal nur ein Buch schreiben könnte, in dem weder Feen, Gespenster, Piraten oder sonst was vorkämen."Um Himmels Willen" sagte ich, "was soll denn da passieren? Das kann ja nur furchtbar langweilig werden." Dann setzte ich mich hin - und erfand die Wilden Hühner.

 

Mit echten Hühnern kannte ich mich aus, wir haben lange welche gehabt - und dann gab es da ja auch noch all die Geschichten über stachlig strenge Großmütter, die mein Mann und meine Mutter manchmal erzählten. Ein Mädchen wie die schöne Melanie habe ich mal gekannt, auch Jungen, die ein bisschen wie Steve und Torte waren, den Bandennamen "Die Pygmäen" hab ich einer (fiesen) Bande gestohlen, die meinem Mann zugesetzt hat, als er ein Junge war - der Rest ist (bis auf ein paar Kleinigkeiten) Erfindung. Denn NEIN! Es gibt sie nicht, die Wilden Hühner. Es gibt inzwischen nur Hunderte von Banden in Deutschland, die sich so nennen, Mädchen, die sich die Haare rot färben, um wie Sprotte auszusehen, Väter, die Hühnerställe in den Garten bauen mussten - und mittlerweile auch drei Filme über die Wilden Hühner.

3. Können Sie im Urlaub genauso gut schreiben, wie Zuhause?

Cornelia kann glücklicherweise überall schreiben, auf Flughäfen, Bahnhöfen, in Hotelzimmern.... So viel, wie sie mittlerweile unterwegs ist in der Welt, ist das ein großes Glück, denn sonst hätte sie viel zu wenig Zeit zum Schreiben ;) Aber am allerliebsten arbeitet sie immer noch in ihrem Schreibhaus in ihrem Garten in Los Angeles.

4. Haben Sie beim Schreiben bestimmte Rituale, wie zum Beispiel Tee trinken oder eine bestimmte Hintergrundmusik hören?

Oh ja, Espresso, Tee und oft auch ein Schälchen mit "Kauzeug" (Haribo- und Katjestüten - direkt importiert aus Deutschland, denn die geliebten Kautiere und Kaufrüchte gibt es in den USA leider nicht) oder Schokolade. Und zum Illustrieren hört sie sehr gerne klassische Musik, am liebsten Bach.

5. und 6. Was macht für Sie der Beruf eines Autoren aus? Was macht diesen Beruf aus Ihrer Sicht zum Allerbesten Beruf?

Cornelia kann einfach das tun, was sie am allerliebsten tut: Geschichten erzählen. Und sie kann in den Geschichten in Länder und Welten reisen und Wesen treffen, die sie im realen Leben vielleicht nie kennengelernt hätte ;) und Dinge erleben, von denen sie schon lange träumt (z.B. auf Drachen reiten)...

7. Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?

Nein, als Kind und Jugendliche wollte sie das nicht - sie wusste gar nicht so genau, was sie einmal werden will. Sie wollte zum Beispiel Astronautin werden (bis sie erfuhr, dass man dazu erst mal zum Militär muss), dann dachte sie darüber nach, Pilotin zu werden oder zu den Indianern zu ziehen. Oder vielleicht etwas zu tun, was die Welt wenigstens etwas besser macht...

8. Welches Genre lesen Sie am Liebsten?

Cornelia ist ein "Bücherfresser". Sie liest alles gern, Fantasy, Historisches, Krimis, Liebesromane, Biografien, Gedichte,.......

9. Finden Sie viel Inspiration zu Ihren Büchern in Familienmitgliedern?

Natürlich gibt es in der ein oder anderen Figur ihrer Geschichten Parallelen zu Menschen, die Cornelia kennt (z.B. hatte Mo aus Tintenherz von Anfang an in Cornelias Kopf die Stimme und das Aussehen des kanadischen Schauspielers Brendan Fraser (der dann ja auch in der Verfilmung die Rolle von Mo übernahm), aber viele Figuren stehen auch einfach plötzlich in ihrem Schreibhaus und sind von Anfang an so lebendig, dass sie sich fragt, wo sie denn um alles in der Welt hergekomme sind ;)

10. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsbuch?

Das ist immer noch "Der König auf Camelot" von T.H. White. Auf Cornelias Internetseite findet man übrigens momentan im Schreibhauskurier eine Liste ihrer Buch-Favoriten.

11. Gibt es ein Buch, bei dem Sie besonders lange gebraucht haben, es zu verfassen?

Ja, das waren die Reckless-Romane.

12. Lesen Sie ab und zu die von Ihnen verfassten Bücher nach deren Veröffentlichung?

Nein, sie liest daraus nur auf den Lesereisen.

13. Es fiel Ihnen nicht leicht, die Rechte zu Ihrem Roman an eine Filmbranche abzugeben, oder?

Nein, das fällt nie leicht :)

14. Hatten Sie großes Mitspracherecht bei der Produktion des Filmes? Oder haben Sie gesagt: Ich bin Autorin und die Verfilmung lass ich die Profis machen?

Bei der Tintenherz-Verfilmung war Cornelia Co-Produzentin, was bedeutet, dass sie an den Entscheidungen zu Cast, Regie und Drehbuch beteiligt war. Außerdem hat sie mit dem Drehbuchautor gearbeitet, mehrmals die Sets besucht, sich jeden Tag die Dailies angesehen (die gedrehten Szenen eines Tages) an den ersten Publikumsvorführungen und deren Auswertung teilgenommen, war an Marketing und Publicitymeetings beteiligt usw usw usw Bei den Hühner-Filmen hat sie aber lediglich das Drehbuch und Aufnahmen der Castings zugeschickt bekommen und wurde vom Filmteam auf dem Laufenden gehalten.

15. War von Anfang an nach „Tintenherz“ eine Trilogie geplant?

Nein, als Cornelia begann Tintenherz zu schreiben, ahnte sie noch nicht, dass sie später auch über die Welt schreiben würde, aus der Staubfinger kam. Aber als sie die letzten Zeilen von Tintenherz tippte, war ihr klar, dass sie wissen wollte, ob er dorthin zurückkehren wird :)

16. Warum haben Sie als Zeit das Mittelalter gewählt? Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

Ja, Cornelia hat jene Epoche der Geschichte trotz all der Grausamkeit und der Not, die damals herrschte, schon immer fasziniert. Das Leben war härter, aber die Menschen wussten mehr über Leben und Tod, über den Rhythmus 

der Natur, sie fühlten sich viel mehr mit dem Planeten verbunden, auf dem sie lebten, im Guten wie im Schlechten, und in vieler Hinsicht waren die Strukturen und Regeln wesentlich einfacher als in unserer Zeit - was eine wunderbare Voraussetzung für einen Geschichtenerzähler ist.

17. Wer ist ihr Lieblingscharakter? An wem hängt ihr Herz besonders?

Das ist für einen Autor immer schwer bis unmöglich, sich für oder gegen eine Figur zu entscheiden. Sie sind alle aus ihrer Feder geflossen, sind alle auf ihre ganz eigene Art etwas Besonderes.

18. Unsere Deutschlehrer sind immer ganz erpicht auf Schreibpläne – planen Sie vor dem Schreiben auch die Handlung?

Das Schreiben hat sich bei Cornelia mit der Zeit sehr verändert. Beim ersten Buch war es noch so: am Anfang holterdipolter und schließlich endet man irgendwo im Wald und weiß nicht weiter. Das merkt man dem Buch dann auch meistens an, weil die Hänger in der Mitte kommen und die Lösung oft sehr willkürlich ist. Inzwischen erstellt sie ganz ausführliche Exposées, auch Charakterisierungen der Figuren und Gliederungen, die allerdings hoffnungslos oft umgeschmissen werden. Bei Drachenreiter hat sie noch recherchiert, während sie schrieb, in Reiseberichten und Büchern über Pilze und Fabelwesen. Bei Herr der Diebe hat sie das schon geändert und vor dem Schreiben etwa ein halbes Jahr recherchiert – über Venedig natürlich. Bei Tintenherz hat sie mehr als ein Jahr Bücher über Bücher gelesen, über das Binden und Restaurieren, berühmte Bibliotheken, besessene Sammler, Bücherdiebe und Büchermörder … und parallel die Handlung entwickelt. Aber meist nehmen ihre Figuren ab Seite 100 die Handlung selbst in die Hand, und Cornelia hat festgestellt, dass es besser ist, sie vom Zügel zu lassen, weil die Geschichte, die sie selbst erzählen, immer ungewöhnlicher ist als die, die sie geplant hat.

19. Ich liebe die Namen, die Sie sich für Ihre Personen ausgedacht haben: Staubfinger, oder Zauberzunge beispielsweise. Woher haben Sie die Inspiration dazu genommen?

Cornelia schaut in Telefonbücher, Namens-, Tier- und Pflanzenlexika :) Und manche sind auch einfach frei erfunden.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Wenn ihr noch mehr über die Autorin, ihre Bücher und ihr Leben erfahren wollt, kann ich euch ihre Internetseite sehr empfehlen. Klickt doch einfach mal drauf: http://www.corneliafunke.com/

 

 

 

 

mehr Informationen zu "Reckless-Teuflisches Silber" findet ihr, wenn ihr auf das Bild links klickt!