C.M. Spoerri

 Am 1. März 2014 ist C.M. Spoerris Roman "Alia - der magische Zirkel" beim AAVAA Verlag (ein Verlag in Berlin) erschienen. Der Roman eroberte bereits in den ersten Wochen die Bestsellerlisten von Amazon und die Herzen vieler Fantasy-Leser

Band 2 erschien am 1. Juli 2014, Band 3 und 4 sind auf Ende des Jahres, Anfang 2015 geplant. 

Aber wie beantwortet C.M. Spoerri die Frage, wie sie zum Schreiben kam? Außerdem erzählt sie uns, welche Anlehnungen es an die lateinische Sprache in den Namen in ihren Romanen gibt und über eine ganz besondere Facebook Nachricht.

1. Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?

Ich wurde 1983 geboren und wohne mit meinem Mann und drei Katzen in der Nähe von Zürich. Ich habe Psychologie studiert, promoviert und arbeite momentan zu 60% als Psychotherapeutin in einer Klinik. Die anderen, freien Tage bin ich Schriftstellerin.

Meine Hobbies sind, neben dem Schreiben: mich mit meinen Freunden treffen, zeichnen, lesen, shoppen, Playstation spielen. Auch bin ich seit Neustem Rollenspielerin (Midgard), ein Hobby, das ich sehr inspirierend und unterhaltsam finde. 

Mein Traum ist, dass ich irgendwann von meinem Beruf als Autorin leben kann. 

Hm, ärgern tun mich eigentlich selten Dinge. Wenn ich etwas wählen müsste, sind es vor allem Menschen, die mit Scheuklappen durch das Leben gehen und ihre Sicht der Welt für die einzig Richtige halten.

Eine Gabe, die ich gerne besitzen würde, wäre das Heilen, wie es die Magier in meinen Büchern können. 

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Ich habe schon als kleines Mädchen sehr gerne und viel geschrieben. Deutsch war in der Schule mein Lieblingsfach und ich liebte es, mir in meiner Freizeit Geschichten auszudenken und aufzuschreiben. Damals waren es vor allem Kurzgeschichten. Die Alia Saga sind die ersten Bücher, die ich geschrieben habe.

3. Wie finden Sie Ihre Themen und Namen der Charaktere?

Ich lasse mich von vielem inspirieren: Filme, Musik, Menschen, denen ich begegne, Videospiele, andere Bücher. Aber ich glaube, auch mein eigenes Leben prägt die Geschichten, die ich aufschreibe. 

Wenn ich passende Namen für meine Charaktere und Orte suche, probiere ich mehrere Versionen aus, bis eine sich richtig anfühlt. Die Namen sind meist an die lateinische Sprache angelehnt. Zum Beispiel gibt es in meinen Büchern Menschen ohne Begabung, die "Nehil" genannt werden. Dieses Wort stammt vom lateinischen "nihil", was "nichts" bedeutet.

4. Was lesen Sie selber gerne?

Ich liebe vor allem Fantasy-Bücher. Seit ich dieses Genre entdeckt habe, habe ich fast nichts anderes mehr gelesen. Ab und an kommt mir ein Liebesroman in die Hände, aber im Grunde bewege ich mich schon im Fantasy-Genre.

5. Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

Eine Lieblingsautorin, die mir grad in den Sinn kommt, ist Jennifer Ashley, da ich gerade einen Liebesroman von ihr gelesen habe, den ich sehr inspirierend fand. Ansonsten mag ich J.R.R. Tolkien, Suzanne Collins, George R.R. Martin, Richard Schwartz, Alexey Pehov … ich könnte noch ewig so weiter aufzählen.

6. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

In meinen Büchern? Da schwanke ich momentan zwischen Reyvan und Zaron, aber das ändert sich immer wieder. In Bezug auf andere Bücher ist mir Garret aus der Fantasy-Reihe "Chroniken von Siala" von Alexey Pehov in Erinnerung geblieben. Er ist ein Meisterdieb und ich mochte ihn von Anfang an, da er vollkommen anders denkt und handelt, als man es von ihm erwarten würde. 

7. Hatten Sie ein besonderes Erlebnis als Autorin? Welches war das?

Ja, da gab es schon einige. Etwas, das mich sehr gerührt hat, war die erste Rückmeldung einer Leserin, einen Tag nachdem Band 1 der Alia Saga erschienen ist. Ich habe vor Freude geweint, dass jemand, den ich nicht kannte, mir auf Facebook eine solch schöne Rückmeldung zu meinem Debütroman gab. 

Ein anderes, magisches Erlebnis hatte ich, als ich an der Leipziger Buchmesse mit dabei sein durfte. Ich war beim Verlagsstand, um mit dem Verleger ein paar Worte auszutauschen und dann kam eine Messebesucherin zu uns und sagte, sie habe nun die ganze Messe nach diesem Stand abgesucht, da sie mein Buch kaufen wolle. Das war ein unglaubliches Gefühl und ein solch toller Zufall, dass ich als Autorin in dem Moment gerade vor Ort war. Natürlich habe ich ihr das Buch dann gleich signiert.

8. Können Sie und einen Lesetipp geben?

Wer Fantasy mag, sollte sich "Die Chroniken von Amarid" nicht entgehen lassen. 

9. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Momentan bin ich am Überarbeiten von Band 3 und 4 der Alia Saga, damit die Bücher möglichst rasch publiziert werden. Meine Leser warten bereits sehnsüchtig auf die Fortsetzungen. Ansonsten habe ich parallel bereits mit einem Projekt begonnen, das eine Vorgeschichte zur Alia Saga darstellt. Zudem geistert Band 5 der Alia Geschichte in meinem Kopf herum, der auch noch aufgeschrieben werden will. Und ich habe bereits Ideen für eine weitere Reihe, die zu einem späteren Zeitpunkt spielen soll. Ich habe also noch viel zu tun und werde mir daher ab November eine Auszeit von meinem Job als Psychotherapeutin nehmen, um voll und ganz Autorin sein zu können.

10. Haben Sie sich schon einmal gewünscht, im Nachhinein etwas an Ihren Büchern ändern zu können?

Oh ja, ständig. Da ich perfektionistisch veranlagt bin, ist es für mich ein Graus, mich überhaupt dazu durchzuringen, ein Manuskript zum Druck freizugeben. Denn immer wieder finden sich Formulierungen, die ich umändere und Fehler, die sich reingeschlichen haben. Aber irgendwann muss man einfach sagen: "so, das reicht jetzt, niemand ist perfekt" und die E-Mail abschicken. Die Geschichte selbst ist ohnehin immer besser, als die Fähigkeit eines Autors, sie aufzuschreiben.

11. Mit welchem Ihrer Charaktere würde Sie gerne einmal einen Tag verbringen? Was würden sie zusammen unternehmen?

Oh, ich höre gerade zahlreiche Wortmeldungen meiner Charaktere in meinem Kopf ;-). Aber ich glaube, mit dem Charakter, mit dem ich am liebsten Zeit verbringen würde, ist Maryo Vadorís. Er ist ein Elfenkapitän mit einem dreimastigen Segelschiff namens Cyrona. Mit ihm würde ich sehr gerne einen Tag auf See verbringen, seinen Abenteuern lauschen und vielleicht auch seinem Charme erliegen. Da kommt das romantische Mädchen in mir zum Vorschein :-).

12. Schreiben Sie auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen Ihrer Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buch schreibt?

Ich habe in meiner Zeit als Psychologie-Studentin zusammen mit anderen Studierenden eine Psychologie-Zeitschrift gegründet, die "aware" heißt und auch jetzt noch sehr erfolgreich an den Unis in der Schweiz verteilt wird (www.aware.ch). Damals habe ich viele Artikel für dieses Magazin geschrieben, war im Lektorat und der Redaktion tätig. 

Das Schreiben von Artikeln ist komplett anders, als das Schreiben eines Buches. Denn bei Letzterem braucht man einen Plot, einen roten Faden, der über mehrere hundert, wenn nicht tausend Seiten bestehen bleibt und man muss aufpassen, dass man sich nicht in einzelnen Handlungen verliert. Außerdem hat man sich mit Charakteren rumzuschlagen, die mehr oder weniger gerne etwas von sich Preis geben. Es ist viel mehr "Psychologie" und Einfühlungsvermögen nötig. Wohingegen beim Schreiben eines Artikels wichtig ist, alles möglichst kurz und knapp auf einen Punkt zu bringen und den Leser mit wenigen Worten genügend zu unterhalten. 

13. Was fällt Ihnen am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was Sie total super oder total fürchterlich finden?

Was mir leicht fällt, ist das Schreiben an sich. Eine Geschichte ist sehr rasch aufgeschrieben. Was mir schwerer fällt, und mich viel Zeit und Geduld kostet, ist das Überarbeiten. Im Grunde schreibe ich für mich, überarbeiten tue ich meine Geschichten für meine Leser ;-).

14. Wie leicht oder schwer ist es für Sie, Ihre Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?

Als Neuautorin ist es zuerst sehr schwer, überhaupt einen Verlag zu finden. Ich hatte riesiges Glück, dass ich den AAVAA Verlag fand und er von Anfang an an mich und mein Buch glaubte. Dieser Verlag macht einem Autor keine Vorschriften, was er oder sie als Nächstes zu schreiben hat. Daher habe ich dort eine Freiheit, die ich sehr schätze und die meine Kreativität auch nicht einschränkt.

15. Wie organisieren Sie einen Schreibprozess? Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Zuerst entsteht die Idee, die ich skizziere. Dann erstelle ich die Welt, wofür ich auch eine Weltkarte entwerfe, damit ich eine Basis für die Geschichte habe. Ich muss wissen, in welchem Umfeld sich meine Protagonisten bewegen. Beim Schreiben habe ich feste Punkte, die die Charaktere durchlaufen müssen. Ob sie dabei auf einem Nebenpfad oder der Hauptstraße entlang gehen, überlasse ich ihnen. Wichtig ist, dass alle dort ankommen, wo sie sollen. Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich mit einem Laptop auf den Armen den Charakteren hinterherrenne und aufschreibe, was sie gerade machen. 

Wenn ich mich vollkommen auf das Schreiben eines Buches konzentrieren kann, dann kann ich gut und gerne 1-2 Kapitel pro Tag verfassen. Das heißt, ich bin innerhalb von 1-2 Monaten mit dem Entwurf fertig. Das Überarbeiten beansprucht jedoch das 3-fache dieser Zeit.

16. Bei Ihrer ersten Buchveröffentlichung: Was haben Sie von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Ich habe nicht vielen davon erzählt, dass ich vorhabe, ein Buch zu schreiben und gar zu veröffentlichen. Vielleicht eine Handvoll Freunde wussten es.  Ihnen habe ich immer gesagt, dass alles, was ich erreichen möchte, ist, dass eine Person, die ich nicht kenne und die nicht mir zuliebe das Buch gekauft hat, es gut findet. Umso mehr freue ich mich, dass die Alia Saga eine derart große Leserschaft bereits nach 5 Monaten hat. Das ist etwas, mit dem ich nie im Leben gerechnet hätte und was mich unglaublich freut. Es gibt für mich als Autorin nichts Schöneres, als wenn meine Geschichte Leser ein paar Stunden lang gut unterhalten kann. Ich finde, das alleine ist ein großes Geschenk.

17. Haben Sie je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?

Nein, ich habe nie einen Workshop besucht und kann daher auch nicht beurteilen, ob diese weiterhelfen. Aber ich bin der Meinung, dass alles, was einem Autor hilft, seinen Schreibstil zu verbessern, gut ist. Denn erst mit dem Schreiben lernt man, wie man schreibt. Ich glaube, dass das Schreiben ein lebenslanger Lern- und Entwicklungsprozess ist.

18. Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachse?

Eigentlich schreibe ich ja für Jugendliche. Aber inzwischen habe ich Leser zwischen 13-80 Jahren, daher glaube ich, es gibt nicht eine einzige Altersgruppe, für die man schreibt. Meine Bücher sind für Kinder weniger geeignet, aber nach oben ist das Lesealter unbeschränkt :-).


Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

 

Das Cover des ersten Bandes! Hat jemand von euch das Buch schon gelesen? Was sagt ihr dazu? Bin gespannt auf eure Meinungen!