Anna Schneider

 

Wer von euch kennt den Roman "Bald wird es Nacht, Prinzessin" von Anna Schneider? Ich bisher noch nicht, aber ich bin schon sehr gespannt auf den Thriller! Oder "Blut ist im Schuh"? Beides Jugendthriller!

Aber bevor ich mit dem Lesen anfange, darf ich der Autorin Anna Schneider erst einmal einige Fragen stellen:

1. Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?

Das kann ich gerne machen, wobei das alleine schon ein ganzer Fragebogen wäre. Ich versuche mich kurz zu fassen: Ich bin Mutter zweier Kinder und lebe mit meiner Familie in der Nähe von München. Demnächst wird sich unsere Familie um einen Pflegehund erweitern, worauf wir alle sehr gespannt sind. Mein Traum vom Glück war immer, einmal ein Buch zu schreiben und es wirklich auf einem Ladentisch liegen zu sehen - das hat geklappt ;) Worüber ich mich ärgere? Bei mir selber über Nachlässigkeit, wenn ich die Dinge nicht anpacke. Bei anderen Menschen über Dreistigkeit und Unhöflichkeit.

Eine Gabe... Schwierig. Ich mag eigentlich den Prozess sehr gerne, Dinge zu üben und zu merken, wie man immer besser wird. Mit einer Gabe würden die vielen kleinen Erfolgserlebnisse fehlen, die ich sehr genieße. Das wäre doch schade ;)

 

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Das passierte nicht gewollt. Es gab immer Dinge, denen ich mit meinen Worten Ausdruck verleihen wollte. Als Kind waren es Geschichten, als Jugendliche Gedichte und vor ein paar Jahren hatte ich wieder eine Phase, in der ich viel geschrieben habe. Nur habe ich bei dieser Gelegenheit erstmals den Mut gefunden, etwas bei einem Verlag einzureichen. Das Ergebnis sind mittlerweile zwei Jugendbücher und etliche Kurzgeschichten. Das ist ein riesiges Glück für mich! 

3. Wie finden Sie Ihre Themen und Namen der Charaktere?

Die Themen fallen mir bei den verschiedensten Gelegenheiten ein: Bei Gesprächen,wenn ich Zeitung lese oder bei Berichten im Fernsehen. Die entsprechenden Charaktere entstehen in

meinem Kopf. Wenn ich mir eine Geschichte ausdenke und mich wirklich fallen lassen kann, läuft in meinen Gedanken ein Film ab, den ich dann nur noch beschreiben muss.

4. Was lesen Sie selber gerne?

Spannungsliteratur, aber nicht nur Krimis und Thriller. Es kann auch mal

ein Roman sein, in dem es einen spannenden Konflikt oder ein Rätsel gibt. Interessante Biographien mag ich ebenfalls sehr gerne.

5. Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

Das wechselt eigentlich ständig, denn ich entdecke in den Neuerscheinungen immer wieder tolle Bücher. Momentan lese ich besonders gerne die Bücher von Zoe Beck, Sabine Kornbichler und Judith W. Taschler. Aber neue Autoren zu entdecken ist auch spannend. Anderen bleibe ich über Jahre hinweg treu - wie zum Beispiel Charlotte Link, Karin Slaughter und Minette Walters.

6. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

Harry Potter und Lizbeth Salander. Was für eine Mischung...

7. Hatten Sie ein besonderes Erlebnis als Autor/Autorin? Welches war das?

Eine Mutter schrieb mir kürzlich, dass ich ihre Tochter mit meinen Büchern zum Lesen gebracht habe. Das war eine unglaublich berührende Rückmeldung und für mich das größte Kompliment, das ich als Autorin bekommen kann. 

8. Können Sie uns einen Lesetipp geben?

Ich glaube, das können die wunderbaren Buchhändler viel besser. Für die Münchener Krimiliebhaber empfehle ich einen Gang zu Monika Dobler ins "Glatteis". Wenn sie weiß, was man mag, kann sie tolle Bücher empfehlen. Auch abseits des Mainstream.

9. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Ich habe gerade die Arbeit an dem Auftaktband zu einer Krimiserie beendet, der jetzt bei den Testlesern liegt. Danach freue ich mich schon auf einen neuen Jugendroman. Ein Zweiteiler.

10. Haben Sie sich schon einmal gewünscht, im Nachhinein etwas an Ihren Bücher ändern zu können?

Immer. Vor allem hätte ich sie jedes Mal gerne weiter geschrieben. Je besser ich die Charaktere kennenlernt kenne, desto mehr Geschichten und Erlebnisse fallen mir zu ihnen ein.

11. Mit welchem Ihrer Charaktere würden Sie gerne einmal einen Tag verbringen? Was würden sie zusammen unternehmen?

Mit Jessi aus meinem Buch "Bald wird es Nacht, Prinzessin" würde ich gerne mal zu einem Fotoshooting gehen, um zu sehen, was sie als Make-up-Artist aus meinem ungeschminkten Gesicht machen würde.

12. Schreiben Sie auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen Ihrer Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buch schreibt?

Nein, ich schreibe keine Artikel, hatte auch nie den Wunsch danach und überlasse das lieber den Menschen, die das können.

13. Was fällt Ihnen am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was Sie total super oder total fürchterlich finden?

Es gibt immer wieder Situationen, die schwierig sind. Aber im Grunde ist das in jedem Beruf so. Ich freue mich auf jedes Stadium in der Entstehung meiner Bücher, auch auf die Korrekturen am Ende, wenn man die Geschichte noch einmal auf Hochglanz poliert.

Schwer fällt mir manchmal, meine Ideen zu kanalisieren, denn ich habe während des Schreibprozesses immer wieder Ideen für neue Bücher, die ich dann gerne parallel schreiben würde.

14. Wie leicht oder schwer ist es für Sie, Ihre Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?

Diese Arbeit übernimmt meine Agentur, bei der ich meine Manuskripte abliefere und mit der ich natürlich auch im Vorhinein die Projekte auswähle, die für uns am ehesten erfolgreich platziert werden können. Es kam auch schon vor, dass ein Projekt keinen Abnehmer gefunden hat. Vielleicht war es dann einfach nicht der richtige Zeitpunkt oder das falsche Thema. Eine solche Backlist kann aber auch von Vorteil sein: Gerade bekam ich ein Angebot für ein Buch, das ich bereits vor drei Jahren geschrieben habe.

15. Wie organisieren Sie einen Schreibprozess? Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Das kommt auf das Volumen des Buches an. Ich würde sagen, dass ich rund ein Jahr für ein Buch für Erwachsene brauche, für ein Jugendbuch, das in meinem Verlag einer Seitenbeschränkung unterliegt, komme ich mit neun Monaten hin.

16. Bei Ihrer ersten Buchveröffentlichung: Was haben Sie von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie es ist, mein Buch in der Hand zu

halten, es in Geschäften zu finden. Das war ein ganz bewegender Moment, aber auch unglaublich. Ich hatte das Buch am Anfang auf meinem Nachttisch liegen und musste mich immer mal wieder vergewissern, dass ich nicht es nicht geträumt habe. 

17. Haben Sie je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?

Nein, ich bin eine sehr intuitive Schreiberin, überarbeite meine Texte mehrfach selbst und gebe sie auch Testlesern, um sie zu prüfen. Ich fürchte, dass ich mich nach einem Schreibworkshop immer nur mit der Theorie beschäftigen würde, mir nichts gut genug wäre. Ich bewundere Kollegen, die ihr Buch zuvor planen und genau wissen, was passieren wird. Bei mir geschehen die Dinge eher zufällig, was für mich den Schreibprozess allerdings besonders spannend macht. Aber auch nervenaufreibend.

18. Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Ich liebe beides, denn die Themen und Protagonisten sind vollkommen

unterschiedlich. Am schönsten wäre es für mich, wenn ich abwechselnd für beide Gruppen schreiben dürfte. Ich denke, so würde mein Schreibstil auch immer neu belebt und interessant bleiben.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

 

Mit diesem Link kommt ihr zu beiden Jugendbüchern, die ich oben schon angesprochen habe ;) Und die Rezension zu "Bald wird es Nacht, Prinzessin", kommt wie versprochen bald!