Andreas Eschbach

Andreas Eschbach schreibt seit seinem 12. Lebensjahr, ist einer der Topautoren des Lübbe Verlags und seine Romane wurden schon in zahlreiche Sprachen übersetzt! So, das waren erst einmal drei Fakten über den Autor und noch viel mehr erfahrt ihr im Inetrview. Wie zum Beispiel, wie er zum Schreiben kam, wer sein absolut liebster Romanhelf ist und er erzählt von einem ganz besonderen erlebnis als Autor.

1. Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?

Mein Hobby ist, na so ein Zufall, das Schreiben. Dieser Tätigkeit gehe ich nach im ersten Stock eines Hauses an der französischen Atlantikküste, das zugleich schon immer meinen Traum vom Glück dargestellt hat. Was Ärgernisse angeht, versuche ich, sie nach Möglichkeit an mir abperlen zu lassen. Und die Gabe, die ich gerne besäße? Mit zehn Fingern blind schreiben zu können. Das habe ich nie gelernt, und ich fürchte, nach vierzig Jahren Zwei-Finger-System ist es zu spät.

2. Wie kamen Sie zum Schreiben?

Ich hatte eine Kindheit ohne Fernsehgerät, ohne Internet und mit viel freier Zeit. Da musste man sich beschäftigen. Irgendwann habe ich die Schreibmaschine meines Vaters entdeckt und festgestellt, dass es mir ziemlich viel Spaß macht, etwas zu schreiben. Und das ist bis heute so. Nur, dass ich natürlich schon lange nicht mehr auf Schreibmaschinen schreibe.

3. Wie finden Sie Ihre Themen und Namen der Charaktere?

Nicht ich finde die Themen, die Themen finden mich: Ich schreibe über das, was mich eben selber interessiert. Und was die Namen der Figuren anbelangt, spiele ich einfach so lange mit Varianten herum, bis es sich "richtig anfühlt".

4. Was lesen Sie selber gerne?

Am liebsten ein sauspannendes Buch, bei dessen Lektüre ich faszinierende Gestalten begleite und gleichzeitig erstaunliche Dinge über Bereiche des Lebens erfahre, von denen ich bis dahin keine Ahnung hatte. Was das dann für ein Genre ist, spielt dabei keine Rolle; ich lese querbeet. Und oft sind auch Sachbücher sauspannend.

5. Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

Schwieriges Thema. Stark beeinflusst haben mich Autoren wie Alistair MacLean oder Heinz G. Konsalik. Immer wieder lesen kann ich Georges Simenon. Wenn ich lange kein spannendes Buch mehr gefunden habe, greife ich zu John Grisham. Ich lese jedes Buch von Wolfram Fleischhauer. Ich bedaure, dass Margaret Mitchell nur ein einziges Buch geschrieben hat. Und so könnte ich noch lange weitermachen …

6. Wer ist Ihr liebster Romanheld?

Da kommt nur einer infrage: Perry Rhodan!

7. Hatten Sie ein besonderes Erlebnis als Autor/Autorin? Welches war das?

Man erlebt als Autor natürlich vieles, das man ansonsten nicht erleben würde, aber ein Erlebnis ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, vielleicht, weil es auf irgendeine Weise auch wichtig war für meinen Weg. Es ist lange her, muss irgendwann Mitte der 80er Jahre gewesen sein. Ich hatte damals gerade eine Kurzgeschichte geschrieben mit dem Titel "Die Haarteppichknüpfer"  – also das, was später das erste Kapitel meines ersten Romans werden sollte. Ich habe noch studiert, war in einer Literaturgruppe der Universität, die irgendwann eine Lesung organisiert hat, in einem Café im Stuttgarter Westen. Jeder, der etwas vorlas, musste aufstehen – der Horror! Aber ich habe tapfer gelesen … und als ich fertig war, herrschte in dem vollbesetzten Raum einen Augenblick lang eine atemlose Stille , die ich nie vergessen werde. In diesem Moment wusste ich: Ich hatte die Leute wirklich gepackt.

8. Können Sie uns einen Lesetipp geben?

Hmm, schwierig. Ich könnte allerdings verraten, welches mein absolutes Lieblingsbuch ist: "Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten" von Robert M. Pirsig. Es ist ein höchst seltsames Buch, aber ich habe es schon mindestens zwölfmal gelesen. Und werde ich es trotzdem noch oft lesen.

9. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Das verrate ich nie im Voraus. 

10. Haben Sie sich schon einmal gewünscht, im Nachhinein etwas an Ihren Bücher ändern zu können?

Nein. Wenn ein Buch erschienen ist, ist es für mich abgeschlossen.

11. Mit welchem Ihrer Charaktere würde Sie gerne einmal einen Tag verbringen? Was würden sie zusammen unternehmen?

Ich verbringe mit all meinen Charakteren ziemlich viel Zeit, Wochen und Monate – nämlich dann, wenn ich den Roman schreibe. Da erlebe ich die Geschichte ja mit ihnen mit. Und wenn es vorbei ist, dann reicht es auch erst mal.

12. Schreiben Sie auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen Ihrer Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buch schreibt?

Kleine Artikel sind schneller fertig, das ist natürlich angenehm. Da man in kurzen Texten aber jedes einzelne Wort besonders gut abwägen muss, ist es trotzdem vergleichsweise viel Arbeit. Zudem habe ich immer das Gefühl, nicht genug Platz zu haben, um das, was ich denke, wirklich adäquat darstellen zu können. Deswegen ist es mir letztlich doch lieber, ich kann ein ganzes Buch schreiben.

13. Was fällt Ihnen am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was Sie total super oder total fürchterlich finden?

Total fürchterlich finde ich gar nichts. Total super finde ich es, wenn das Schreiben gut läuft und ich dabei nicht gestört werde. Was mir immer am schwersten fällt, ist, mich zwischen verschiedenen Ideen entscheiden zu müssen, wenn es darum geht, welches Buch ich als nächstes schreibe.

14. Wie leicht oder schwer ist es für Sie, Ihre Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?

Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich schreiben kann, was ich will, und mein Verlag sich gern überraschen lässt, was es wird.

15. Wie organisieren Sie einen Schreibprozess? Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Ich mache mir einen Plan, fange an zu schreiben, wenn ich das Gefühl habe, wie es laufen wird, stelle dann fest, dass die Geschichte doch ganz anders wird, ändere den Plan zwischendrin mehrmals ab – und irgendwann ist der Roman dann fertig. Und das Ganze dauert immer rund ein Jahr.

16. Bei Ihrer ersten Buchveröffentlichung: Was haben Sie von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Inzwischen ist mehr in Erfüllung gegangen als ich mir jemals erträumt hatte.

17. Haben Sie je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?

Zu meiner Zeit gab es noch keine Schreibworkshops im heutigen Sinne. Ich hätte sicherlich welche besucht – deswegen war ich ja in der Literaturgruppe an der Universität, die war wenigstens so etwas Ähnliches -, und ich bin auch überzeugt, dass sie weiterhelfen können. Man darf es nur nicht übertreiben!

18. Schreiben Sie lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?

Das macht für mich keinen Unterschied. Ich habe sowieso den starken Verdacht, dass alle meine Bücher von allen Altersgruppen gelesen werden.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

 

Wow! Hat Andreas Eschbach viele Bücher. "Todesengel" ist einer seiner Romane, mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr auch noch zu den anderen! Und Jugendbücher findet ihr dort auch!