Adriana Popescu

Adriana Popescu, die Autorin, die in ihren Romanen u.a."Lieblingsmomente" und "Lieblingsgefühle" ihre Texte mit den so gefühlvollen Songtexten von Thomas Pegram verknüpf und so bei den Lesern ein wunderbares Gefühl auslöst, sprcith hier über das Autorendasein, über sich selbst und beantwortet mir auch meine Fragen zu ihren Büchern... Lest selbst und vielen Dank an Adriana für die so ausführlichen und spannenden Antworten!


1. Würdest du  uns ein wenig über dich erzählen – deine Hobbys, Lebenssituation, deinen Traum vom Glück, was dich ärgert, welche Gabe du gerne besäßst …?


Ich bin eigentlich nicht besonders spannend. Wenn ich nicht schreibe, ziehe ich mit meiner Kamera um die Häuser, treffe Freunde, gehe gerne essen oder fahre ein bisschen Skateboard. Mein Traum vom Glück ist eigentlich das Leben, das ich gerade leben darf. Ich habe wunderbare Freunde, großartige Leser, eine Familie, die hinter mir steht und den besten Mann an meiner Seite. Sehr viel mehr kann man sich nicht wünschen. Wenn ich mir eine Gabe aussuchen dürfte, dann würde ich mich gerne an Orte beamen können. Dann würde ich endlich die Städte sehen, die zu weit weg sind. Ich leide ja an Flugangst. Das würde mir einiges erleichtern. Und überleg nur mal, wie schnell das alles ginge!


2. Wie kamst du zum Schreiben?


Ich habe schon sehr früh angefangen. Da mein Vater Programmierer ist, hatten wir einen PC bevor meine Freunde einen hatten. Damals noch diese riesigen Kisten, die richtig langsam waren. Aber das Schreibprogramm hat funktioniert. Dann hat meine Mutter mir eine Schreibmaschine geschenkt und es war Liebe auf den ersten Blick. Mir hat es schon immer Spaß gemacht zu schreiben. Figuren zu erfinden und sie Dinge erleben lassen, von denen ich nur träumen konnte. 


3. Wie findest du deine Themen und Namen der Charaktere?


Das weiß ich gar nicht so genau. Manchmal macht es ZOOM und ich habe eine Idee. Oft sitze ich gerade im Bus oder hören einen Song, der dann irgendwie die Kreativität ankurbelt. Manchmal reicht auch eine Fotografie und ich frage mich „Was ist wohl die Geschichte dahinter?“ Namen fallen mir erst ein, wenn ich eine Story habe. Ich finde es sehr wichtig, dass der Name auch wirklich zur Figur passt und nicht einfach nur ein Name ist. 


4. Was liest du selber gerne?


Ich lese gerne Liebesromane und Jugendbücher. Und, ich werde niemals müde das Buch zu empfehlen, Stories wie „The perks of being a wallflower“. Es ist das schönste, tollste und beste Buch. Krimi, Horror oder Thriller lese ich nur in ganz besonderen Fällen.

 

5. Wer sind deine Lieblingsautoren?


Stephen Chbosky. Großartig. Einfach großartig. Ich mag David Nicholls sehr gerne, Ildiko von Kürthy und Adam Davis. 


6. Wer ist dein liebster Romanheld?


Aus meinen Büchern? Ich denke es wäre Pippa. Vielleicht auch Layla? Bei den Männern ist es Damian aus „Ein Tag und zwei Leben“. Und aus „fremden“ Büchern muss ich einfach Charlie aus „The perks of being a wallflower“ nennen. Ich liebe ihn. Er ist großartig. Habe ich schon gesagt, wie toll das Buch ist? Es ist toll. 


7. Hattest du ein besonderes Erlebnis als Autorin? Welches war das?


Ich glaube das „WortKonzert“ im Sommer. Meine erste Lesung und Thomas Pegram, der die Songs zu meinen Büchern schreibt, war mit dabei. Der Laden war recht klein, ich habe im „I Love Sushi“ in Stuttgart gelesen. Irgendwie war es, wie in meinem Wohnzimmer. Viele Leser sind extra gekommen, Freunde, sogar meine Eltern waren dabei. Als Thomas Lieblingsmoment am Schluss gesungen hat, haben alle Wunderkerzen angezündet. Das war ein ganz besonderer Moment, den ich sicher nie vergessen werde. 


8. Kannst du uns einen Lesetipp geben?


Es wird euch total überraschen: „The perks of being a wallflower“ von Stephen Chbosky. Es gehört einfach in jedes Regal. Deutscher Titel „Vielleicht lieber morgen“. Leseempfehlung mit 5 Sternen!


9. Was ist dein nächstes Projekt?


Mein nächstes bzw. aktuelles Projekt ist „Ewig und eins“. Den Roman schreibe ich aktuell und er wird im Frühjahr 2015 wieder beim wunderbaren Piper Verlag erscheinen. Worum es geht, darf ich hoffentlich bald verraten. Ich bin schon sehr verliebt in die Charaktere, die mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnehmen. 


10. Hast du dir schon einmal gewünscht, im Nachhinein etwas an deinen Bücher ändern zu können?


Nicht wirklich. Alle Bücher die erschienen sind, erzählen genau die Story, die ich erzählen wollte. Ich mag alle Wendungen, Kussszenen, Auf und Abs. Es ist immer das Beste, was ich erzählen kann. Sicher gibt es Leser, die sich dieses und jenes noch gewünscht hätten. Es ist sehr schwer alle glücklich zu machen. 


11. Mit welchem deiner Charaktere würdest du gerne einmal einen Tag verbringen? Was würdet ihr  zusammen unternehmen?


Das wäre Pippa. Wir würden DVDs schauen, Pizza und Sushi bestellen, Star Wars T-Shirts tragen, sehr viel lachen und verrückte Fotos machen. Ich lade Layla noch ein, dann kann sie die Fotos machen. Wenn ich es mir so recht überlege, kann Lea auch gleich mitkommen. Und Maya. Jonas könnte kochen. Oder Tristan bringt was vorbei? Damian kommt ja eh immer zu spät … 


12. Schreibst du auch sonst gerne Artikel für Magazine? Worin liegen deiner Meinung nach die Unterschiede, wenn es um kleine Artikel geht und wenn man ein Buchs schreibt?


Ich habe für verschiedene Magazine und Zeitungen geschrieben und es ist immer anders. Wenn du einen Bericht über ein besonderes Event schreibst, dann musst du dich ja an die tatsächlichen Begebenheiten halten. Da konnte ich nicht mal eben dem langweiligen Redner eine sexy Stimme und einen besseren Anzug verpassen. Bei den Magazinen waren es oft Kolumnen im Stil von Carrie Bradshaw aus „Sex and the city“. Das waren irgendwie Kurzgeschichten, die knackig sein mussten. Da hat man keine Zeit etwas lange zu erklären oder Spannung aufzubauen. Das ist nicht leicht, wie manche denken, hat aber sehr viel Spaß gemacht. Ich mochte die Zeit nicht missen. 


13. Was fällt dir am Entstehungsprozess eines Buches sehr leicht, was schwer? Vielleicht gibt es auch etwas, was du total super oder total fürchterlich findest?


Ich hasse (!) Exposés. Ich hasse sie. Ich kann es nicht. Konnte ich nie, werde ich nicht mehr lernen. Das ist für mich immer so, als würde ich eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt überstehen müssen. Bäh! Die Idee im Kopf, die entsteht schnell und leicht und ich will sofort anfangen zu schreiben. Aber es kurz und knapp aufs Papier zu bringen? Unmöglich. 

Ich finde meine Figuren immer recht schnell, weiß welche Geschichte sie erzählen wollen und dann beginnt das „Casting“. Ich suche Bilder von Menschen, die perfekt zu den Figuren in meinem Kopf passen. Und dann, wenn das Puzzle perfekt ist, geht es los mit der ersten Fassung. 


14. Wie leicht oder schwer ist es für dich, deine Buchidee jeweils bei einem Verlag unterzubringen?


Ich hatte ja das große Glück, dass der Verlag auf mich zugekommen ist. Nachdem „Versehentlich verliebt“ sehr gut als Selfpublisher-Buch gelaufen ist, kam der Piper Verlag auf mich zu und hat gefragt, ob ich noch andere Texte habe. Hatte ich. Lieblingsmomente war fertig und sie fand die Story super. Also haben wir uns zusammen gesetzt und beschlossen, wir versuchen es. Jetzt erscheint bald mein viertes Buch in diesem Verlag. Natürlich weiß ich, dass es nicht immer so läuft und ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. 


15. Wie organisierst du einen Schreibprozess? Wie lange brauchst du für ein Buch?


Organisieren? Ich? Oh je. Da muss ich direkt Illusionen zerstören. Ich bin ein Chaot. Ich kann nicht sagen, wie lange ich für ein Buch brauche. Manchmal schreibe ich super schnell, an anderen Tagen sehr langsam, dann werfe ich alles um, verbessere Szenen und ändere ganze Handlungsstränge. Ich springe immer einfach mitten rein und hoffe, dass ich es ans Ufer schaffe. Bisher hat das echt gut geklappt. 


16. Bei deiner ersten Buchveröffentlichung: Was hast du dir von der Buchveröffentlichung damals erwartet und was davon ist in Erfüllung gegangen?


Ich wollte schon immer in den Buchhandel. Ich wollte so so so gerne mein Buch in einem Buchladen sehen. Zwischen den ganzen großen Namen meiner Helden. Mehr wollte ich nicht. Das Lieblingsmomente dann so viele Leser erreicht hat, das ist natürlich der blanke Wahnsinn und hat all meine Erwartungen komplett übertroffen. Das Tollste daran ist, dass meine Leser so geniale Menschen sind. Mein #TeamUnderdog ist einfach unbezahlbar. Ich denke, das ist das Schönste. Leser zu haben, die mit mir kommunizieren, die ihre Begeisterung mit mir teilen und dadurch ein Teil dieser Reise werden. 


17. Hast du je Schreibworkshops besucht? Helfen diese tatsächlich weiter?


Ich habe noch nie an solchen Workshops teilgenommen und weiß daher leider auch nicht, wie gut oder schlecht sie sind. Ich denke, es kommt immer darauf an, was man sucht. 


18.  Schreibst du lieber für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene?


Ich würde da keinen Unterschied sehen. Okay, ich habe jetzt nie ein reines Kinderbuch geschrieben, aber jahrelang als Drehbuchautorin für die ARD Serie „Fabrixx“ und ich glaube wir haben die Probleme, Sorgen und Hoffnungen der jungendlichen Hauptfiguren sehr ernst genommen. Wenn man eine Geschichte erzählt und diese zeitlos ist, dann hat man gewonnen. 


19. Wieso hast du dein erstes Buch ohne Verlag als e-book veröffentlicht und wieso ist dein neues Buch von einem Verlag veröffentlich worden und nicht wieder als e-book?


Alle meine Bücher sind als E-Book erschienen. Ich habe 5 Tage Liebe 2011 bei Books on demand veröffentlicht, weil ich es versuchen wollte. Damals wusste ich nichts von Amazons KDP Programm. Da bin ich erst ein Jahr später hingekommen. Eigentlich wollte ich nur mal sehen, ob es jemand lesen würde. Dann habe ich in der Schublade gewühlt und mit „Versehentlich verliebt“ ein Buch erwischt, dass ich 2002 geschrieben hatte. Das habe ich dann ordentlich überarbeitet und kurz vor Weihnachten veröffentlicht. Damit bin ich nie zu einem Verlag gegangen. Als dann das Interesse plötzlich da war, habe ich mir die Chance natürlich nicht nehmen lassen. Wer so lange schreibt, wie ich und so lange davon träumt, der würde nicht anders handeln. 


20. Wie kamst du auf die Idee zu „Lieblingsmomente"?


Ich habe ziemlich lange mit einem Freund gesprochen. Wir waren zusammen unterwegs, waren in verschiedenen Kneipen und haben uns immer gefragt, wie es wohl wäre, wenn man den richtigen Menschen zur falschen Zeit trifft und diesen dann immer und immer wieder in der Stadt trifft. Ich habe dann angefangen zu schreiben und dann ist diese Geschichte dabei rausgekommen. Ich denke, viele Menschen verpassen es die kleinen Momente als Lieblingsmomente wahrzunehmen. Nicht, dass mein Buch daran etwas ändern kann, aber vielleicht der ein oder andere noch mal darüber nach. 


21. War es schon lange eine Floskel für dich zu sagen, man solle seine „Lieblingsmomente“ sammeln?


Ich mochte den Begriff „Lieblingsmoment“ schon immer. Weil es diesen Augenblick so gut beschreibt. Es muss nicht immer der Lieblingsurlaub oder der Lieblingsabend sein. Manchmal ist es nur ein kurzer Moment und der ist so bedeutend. Also habe ich gedacht: das erlebt Layla mit Tristan. Nicht nur einen, sondern viele. 


22. Hast du bei „Lieblingsmomente“ eine Lieblingsszene? Was hat die Arbeit an dem Roman für dich ausgemacht?


Ich mag die Szene in den Weinbergen unheimlich gerne. Ich denke das ist meine Lieblingsstelle. Weil sie so ist, wie sie in meinem Kopf schon immer war. Was mir während des Schreibens gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass Stuttgart wie ein dritter Charakter im Buch wirkt. Es ist eine Geschichte, die nur in Stuttgart so funktioniert. Man kann alle Bars, Clubs und Restaurants besuchen. Man kann auf Layla und Tristans Spuren wandeln und sogar die Musik hören, die sie hören. Das war schon eine außergewöhnliche Erfahrung. 


23. Was bedeutet die Protagonistin Layla für dich? Seid ihr euch ein Stück weit ähnlich?


Layla und ich sind uns sehr ähnlich. Natürlich macht sie Fotos und ich schreibe, aber die Ängste kennen viele Kreative. Ist man gut genug? Will das überhaupt jemand sehen/lesen? Kann ich wirklich mein Leben noch mal auf den Kopf stellen? Außerdem haben wir beide unser Herz in Malcesine am Lago di Garda verloren. 


24. Wie sieht dein Alltag aus, wenn du gerade an einem Buch schreibst?


Ich arbeite ja noch drei Tage die Woche und muss mir meine Schreibzeit auf die anderen Tage verteilen. Inzwischen habe einen sehr genauen Rhythmus. Ich brauche 8 Stunden Schlaf, sonst kann man mich in die Tonne treten. Also stehe ich morgens auf und schreibe (nach dem frühstück) bis um 12 Uhr. Dann mache ich eine Pause, esse was, tummel mich bei Youtube, höre Musik, lese und schreibe ab 14 Uhr bis 16 Uhr wieder weiter. Dann folgt eine „Snackpause“ und dann nochmal eine Stunde bis 18 Uhr. Dann mache ich Feierabend, telefoniere mit meinem Mann, treffe mal Freunde, schaue TV oder gehe essen. Es ist alles so viel unspektakulärer, als man denkt, oder? 


25. An welchem Buch schreibst du gerade? Kannst du uns ein bisschen darüber erzählen?


Ewig und eins. Es ist die Geschichte einer Freundschaft. Es geht um Mut, um Träume und um Erinnerungen, die nicht vergehen, nur weil Zeit vergeht. Mehr kann ich noch nicht verraten. Sorry.