Lesung von Kerstin Gier am 11/11/15 


Hallo Ihr Lieben,



heute mal wieder ein kleiner Bericht von mir – und zwar über die Buchvorstellung, die ich zusammen mit Theresa am Mittwoch besucht habe. Es ging um das Buch Silber – Das dritte Buch der Träume von Kerstin Gier. 

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich dieses Mal anfangs besser informiert war als Theresa. Ich hatte die beiden ersten Bände erst kurz zuvor gelesen (Sie haben mir echt gut gefallen!), die liebe Theresa jedoch nicht – bzw. sie konnte sich nicht mehr daran erinnern. Von daher hatten wir im Vorherein beschlossen, dass ich ihr in der S-Bahn nochmal den Inhalt zusammenfasse, damit sie nicht völlig ahnungslos zur Vorstellung dieses letzten Teils der Trilogie fahren musste. Nur leider waren wir auf der Hinfahrt dann so sehr in ein Gespräch vertieft, dass wir es vergessen haben – und es uns erst wieder eingefallen ist, als wir schon im sechsten Stock des Hugendubels am Marienplatz saßen, umgeben von jungen hibbeligen Mädchen und nicht mehr ganz so jungen Frauen, die gespannt auf das Eintreffen von Kerstin Gier warteten. Nun ja, Theresa hat mich dann gezwungen, ihr den ganzen Inhalt der ersten zwei Bücher in wenigen Minuten zu erklären, was einigermaßen peinlich war, da die Leute in diesem stillem Raum alle Hardcore-Fans zu sein schienen und ich ständig Angst hatte, dass jemand aus der Reihe hinter mir mich ärgerlich korrigieren würde. Die Geschichte ist nämlich aus einer so komplexen Handlung und so vielen interessanten Charakteren aufgebaut, dass ich in den paar Minuten wohl eine ziemlich konfuse Inhaltsangabe von mir gab…


Nun ja, schließlich betrat dann Kerstin Gier den Raum, die uns sofort sympathisch und sehr humorvoll erschien. Die arme Dame vom Hugendubel, die wohl ein paar einleitende Worte sagen sollte, war so aufgeregt, dass sie kaum einen richtigen Satz herausbrachte. Daher übernahm die Autorin (die übrigens eine erstaunliche zuckersüße Engelsstimme hat) sogleich das Wort. Sie erzählte uns über das neue Buch und las auch einige Stellen daraus vor. Ich muss sagen, dass wirklich spannende, aber auch mega witzige Stellen dabei waren!


Im Verlaufe des Abends geschahen dann noch einige mysteriöse Dinge: Wir lauschten gerade alle der Stimme von Kerstin Gier, als diese plötzlich zu lesen aufhörte und verwundert sagte: „Mein Stuhl vibriert!“ Was konnte nur dahinter stecken? Frau Gier selber vermutete, dass entweder die U-Bahn direkt unter dem Gebäude fahren würde, oder dass ein Erdbeben von unbekannter Stärke den Stuhl zum Zittern brachte. Wenn ich hier meine persönliche Theorie anmerken darf: Es könnte sich dabei auch um eine Herde unsichtbarer Einhörner oder Ähnliches gehandelt haben. Das erklärt allerdings auch nicht, warum nur der Stuhl von Kerstin Gier vibrierte – und das noch mehrmals an diesem Abend! – nicht aber die Stühle der Zuschauer… Merkwürdig, äußerst merkwürdig.


Vielleicht hatte es ja auch etwas mit diesem Agenten zu tun, der sich im schwarzen Anzug als Hugendubel-Mitarbeiter getarnt durch den Raum schlich. Nicht nur Theresa und ich fragten uns, was dieser hart aussehende Kerl wohl im Schilde führte (Ich persönlich denke, dass er sich nur als Hugendubel-Türsteher verkleidet hat und in Wirklichkeit ein Agent ist, der sich danach ins Münchner Rathaus einschleusen wollte…) – auch Kerstin Gier war sichtlich irritiert, als er mehrmals hinter ihrem Podium vorbei ging, ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht bei der anschließenden Fragerunde, bei der die Leute teilweise wirklich irre Fragen stellten und sich manche mehr für die Edelstein-Trilogie zu interessieren schienen.


Hatte ich schon erwähnt, dass diese Veranstaltung ausschließlich von weiblichen Personen besucht wurde? (Außer dem Agenten natürlich) – Nun, es war tatsächlich noch ein weiterer Mann anwesend, in der ganzen Schar aus Mädchen. Ein solide wirkender Familienvater, der mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern hier war, wohl um den Mädchen, die große Fans des Buches waren, eine Freude zu bereiten. Das war zumindest das, was wohl alle anderen dachten. Doch Theresa und ich sind aufgrund unserer messerscharfen Beobachtungen zu folgendem Schluss gekommen: Der Vater ist der wahre Fan! Und nicht nur irgendein Fan, sondern so ein richtig krasser Hardcore-Fan. Allerdings schämte er sich dafür, da die Zielgruppe ja offensichtlich für (jüngere) Mädchen ausgelegt ist. Tja und was tut er da? Klar, er nimmt seine kleinen Töchter als Tarnung und tut so, als ob sie unbedingt auf diese Veranstaltung wollten, obwohl die beiden in Wirklichkeit total genervt sind, dass sie immer zu so etwas mitgeschleift werden. Also Mut an den Vater: Steh dazu, dass du die Silber-Trilogie vergötterst! Es sind doch wirklich gute Bücher, egal ob du männlich oder weiblich, jung oder alt bist.

Zu aller Letzt möchte ich euch noch kurz folgende Situation schildern: Am Ende des Abends gab es eine Autogrammrunde. Theresa hatte vor, für mehrere Leser des Blogs Autogramme mitnehmen, wollte die Schriftstellerin allerdings nicht nach zehn Autogrammen fragen, da das wohl doch etwas komisch rübergekommen wäre. Ihr Plan also: Sie selbst sollte ca. fünf Autogramme holen, und ich nochmal vier. So weit so gut. Als Theresa in der Schlange dran war, fragte sie extra ob sie die Unterschrift auf eine Autogrammkarte bekommen könnte. Frau Gier meinte Ja, obwohl diese Karten eigentlich nur für Notfälle sein sollten, da sie nur wenige davon dabei hatte. Theresa bekam also fünf Autogramme, jeweils mit „Für xy…“ darauf. 


Dann war ich dran:

Ich: Hallo, ich bräuchte einmal ein Autogramm für diesen Namen (gebe ihr den Zettel mit meinem Namen)

K.G.: Hier bitte schön.

Ich: Und dann bräuchte ich noch drei weitere Autogramme, auch auf die Autogrammkarten, wenn´s geht.

K.G.: Na gut, für welchen Namen? (Sie hat „Für“ schon auf eine der heiligen Autogrammkarten geschrieben und schaut mich fragend an. Aber ich weiß ja nicht für welchen Namen, weil es sich dabei um irgendwelche Leser von Theresas Bücherschrank handelt, die ich gar nicht kenne. Ich schaue zu Theresa, die sich schon etwas entfernt hat und rufe laut…)

Ich: THERESA! Was für einen Namen soll sie drauf schreiben?! *peinlich*

(Theresa schaut verwirrt und schweigt.)

(K.G. schaut mich an.)

(Die Leute in der Schlange schauen mich an.)

(Was soll ich tun?)

Theresa: (ruft) Ich weiß es auch nicht! Für Anonym. *na super*

Ich: Ähm ja gut, dann schreiben Sie mal „Für Anonym“ drauf…

K.G.: Nee, das ist doch blöd. Dann nehmen wir halt eine neue Karte. Und ich schreibe einfach nur meine Unterschrift drauf. (Nimmt eine weitere ihrer wertvollen, raren Autogrammkarten und schreibt nur ihre Unterschrift ohne „Für…“ drauf. Ich fühle mich schon schlecht, weil sie eine der Karten verschwendet hat, nur weil wir keinen Namen wussten.)

K.G.: So, hier, bitteschön. 

Ich: Danke.

K.G.: Dann tschüss. Nächster bitte. (Sie wendet sich ab.)

Ich: HALT STOPP!! Ich brauche drei Karten!!

(Sie und alle anderen im Raum schauen mich befremdet an. Ich habe das grade wirklich laut geschrien. *oberpeinlich*)

Ich: Also ich meine, ich brauche noch zwei. Auch auf die Autogrammkarten bitte. 

(Sie schreibt kopfschüttelnd zwei weitere Karten voll und gibt sie mir.)

K.G.: Für wen sind die denn, dass das so dringend ist? Es ist ja eigentlich nur für Notfälle.

Ich: (murmle) Für Freunde…

(Sie bedenkt mich einem Soso- Freunde-deren-Namen-du-nicht-kennst-Blick.)

Ich: Danke (Ich suche schnell das Weite. Meine Güte!)


Nun ja, abgesehen von diesem etwas denkwürdigen Ende des Abends hat die Buchvorstellung Theresa und mir sehr gut gefallen. Eine freundliche, lustige Autorin, Bücher, die sowohl spannend als auch unglaublich witzig und fantasievoll sind – Was will man mehr? ☺



*Alle Angaben ohne Gewähr. 




Danke dir, liebe Vera, für den tollen Bericht! Und natürlich auch für die Organisation der Autogrammkarten! Alles in allem war es doch wirklich ein toller Abend ;).

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Kommentare: 2
  • #1

    sternchen (Samstag, 14 November 2015 19:47)

    Sehr unterhaltsamer Lesungsbericht! Klingt nach einem tollen Abend

  • #2

    sternchen (nochmal) (Samstag, 14 November 2015 19:49)

    Mit dir erlebt man immer die besten Sachen ;-)