Silvia Nagels in der ...



Was bedeutet ein Buch für mich?


Ich sitze hier und grübele darüber, was ich in die ' speakers´corner ' schreibe. 

Und stellte mir diese Frage...

Als Antwort sah ich mich, an der Hand meiner Mutter in die Stadtbücherei gehen. Was heißt Stadtbücherei, damals gab es in jedem Stadtteil in Duisburg eine Zweigstelle der großen Bücherei in der Innenstadt. Ich (Jg.66) muss damals 8 gewesen sein. Bücher gab es zuhause nur einige Jugendbücher meiner Mutter. Pucki von Magda Trott zum Beispiel. Oder Nesthäkchen von Else Ury. 

Und da stand ich...vor Regalen über Regalen, vollgestopft mit Büchern. Ein Traum. Ich wurde zum Stammkunden, habe mich durch die Pünkelchen-Bücher, Urmel, Enid Blyton, Schreckenstein, Karl May, Ritter- und Heldengeschichten und was weiß ich noch gelesen. Dann, eines Tages, bekam ich von Nachbarn, deren Kinder erwachsen waren, einen großen Umzugskarton mit Büchern geschenkt. Von da an hatte meine Mutter Mühe, mich zu irgendetwas anderem zu motivieren. Nase im Buch, Gedanken in der Geschichte...ich war für niemanden ansprechbar.

Was also bedeutet ein Buch für mich?

Es ist Lebenselixier, unverzichtbar. Ich kann auf alles verzichten, aber nicht auf Bücher.

Wer kennt es nicht, man soll schlafen, also 'mach gefälligst das Licht aus'...und wenn du denkst, die kleine Schwester schläft, holst du die Taschenlampe heraus und liest unter der Bettdecke weiter.

War es Pech, oder doch eher Glück, dass ich eine Schwester hatte, die nichts besseres im Sinn hat, als mich zu verpetzen?

Heute denke ich, dass es Glück war. Denn sie hat mir die Pistole auf die Brust gesetzt. Einen Abend hat sie mich heimlich weiter lesen lassen, aber am nächsten Abend musste ich ihr eine Geschichte erzählen. Und was habe ich mir für Geschichten ausgedacht. Wir haben Abenteuer wie Peter Pan und die verlorenen Jungs erlebt, in Baumhäusern gewohnt, uns von Liane zu Liane geschwungen.

Das, was ich nachts meiner Schwester erzählt habe, hat sich dann nahtlos in den Schulaufsätzen fortgesetzt. Thema 'Was würdest du tun, wenn du unsichtbar wärst'...ich schrieb und schrieb...bekam eine 1 mit Sternchen, die höchste Auszeichnung von meinem Grundschullehrer und durfte die Geschichte vorlesen. So ging es weiter. Silvia mit der Nase im Buch, oder Silvia mit der Nase in irgendwelchen Heften. Zu Anfang habe ich das fabriziert, was sich heute wohl 'Fanfiction' nennt. Also neue Geschichten um die Bücher und Helden geschrieben, die ich geliebt habe. Dann irgendwann, ich war 14/15, dachte ich, ich versuche mal einen Krimi. Hab es wieder gelassen und wieder nur gelesen. Dann kam mein Vater mit einer uralten Schreibmaschine nach Hause, ich glaube, es war eine Adler. Zusammen mit zwei Freundinnen setzte ich mich hin, und schrieb ein Buch, das wir, mutig und blauäugig an einen Verlag schickten. Es kam mit einer lieb formulierten Absage zurück und verschwand in der Schublade. Dort blieben alle Schreibversuche, die Nase verschwand wieder im Buch und blieb dort lange Jahre. Bis meine Tochter alt genug war und anfing zu lesen. Da kramte ich das Buch aus der Schublade und habe es für sie überarbeitet. Und gelesen, immer nur gelesen. Und geträumt, wie es wäre, auch so schreiben zu können. 

Vor kurzem hab ich es getan, mich hingesetzt und überlegt, was passieren würde, wenn in unserem Dorf ein Verbrechen geschehen würde. 

Daraus ist mein erstes Buch entstanden, ein Krimi aus Norddeutschland im Stile von Agatha Christies 'Miss Marple'.

Welcher Schreibtyp bin ich? Ich habe die grobe Idee im Kopf, meine Figur Käthe mit all ihren Eigenschaften, ihrem Charakter, ihrem Aussehen sehe ich wie im Spiegel vor mir. Ich schreibe mir grob den Handlungsstrang auf, die Idee, wo ich hin will und wie ich da hinkomme. Allerdings musste ich während des Schreibens feststellen, dass Käthe ihren eigenen Kopf hat. Sie weiß genau, wo SIE hin will, also bleibt mir nichts anderes übrig, als ihr zu folgen. Und bin überrascht, wenn ich sehe, dass es passt, ihr Weg der richtige ist.

Also würde ich mich als Teamschreiber bezeichnen. Mittlerweile hat Käthe mich durch ihr zweites Abenteuer geführt, das dritte habe ich gerade angefangen und die Idee für ihr viertes im Kopf.


Käthe ist eine Mischung aus Heidi Kabel,  Miss Marple und der netten Oma von nebenan. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, hat das Herz auf dem rechten Fleck, sie ist unternehmungslustig und energiegeladen. 

Und ihr Mundwerk muss später extra begraben werden, sagt ihr nächster Nachbar und langjähriger Freund, der Bauer Knut Sörensen.  Knut, so um die Siebzig, findet das Leben als Pensionär genau so langweilig wie Käthe. 

Gemeinsam stolpern die beiden immer wieder über Verbrechen, die Dank Käthes Bauchgefühl und Hartnäckigkeit aufgeklärt werden. Dabei schießt sie ein über das andere Mal über das Ziel hinaus und muss von Knut zurückgehalten werden.


Käthes erstes Abenteuer 'Käthe sucht...Geheimnisse in Barkenholt' beginnt ganz gemächlich. Käthe Hansen ist Rentnerin und lebt gemeinsam mit ihrem Tigerkater Hansen in einem winzigen Dorf im Nirgendwo in Norddeutschland. Sie führt ein geregeltes Leben, engagiert sich bei den Landfrauen, im Schützenverein und hilft ehrenamtlich im Krankenhaus. Eigentlich sollte sie damit zufrieden sein, doch wer Käthe kennt, wird verstehen, dass dieses tägliche Einerlei nichts für sie ist. Sie beschwert sich darüber bei ihrem Nachbarn und alten Freund Bauer Knut Sörensen, der von seinem Sohn aufs Abstellgleis gestellt wurde.

Gemeinsam beschließen die beiden, etwas gegen die Langeweile zu tun...und jäten Unkraut in Käthes Garten.

Tolle Abwechslung, werdet ihr denken. Aber ihr habt Käthes Kater Hansen übersehen. Der nutzt die Gunst der Stunde und wühlt in der Gartenerde. Und da beginnt Käthes Abenteuer. Der Kater findet eine Geldkassette, die seit 200 Jahren im Garten vergraben war.

Als Käthe und Knut gemeinsam mit Käthes Sohn Peter, der Archivar im Stadtarchiv Oldenburg ist, die Kassette öffnen, stoßen sie auf Dokumente, die auf ein lang gehütetes Familiengeheimnis hindeuten.

Nun ist Käthe nicht mehr zu halten, und setzt alles daran, das Geheimnis zu enthüllen. Dabei bringt sie nicht nur sich, sondern auch ihre Freunde und Verwandte mehrfach in höchste Gefahr.

Aber Käthe wäre nicht Käthe, wenn sie sich davon unterkriegen lassen würde. Und natürlich gelingt es ihr, gemeinsam mit ihren Freunden, das Geheimnis zu lüften und die Bösewichte zu schnappen, um anschließend wieder ihr geruhsames altes Leben aufzunehmen.

Bis...ja, bis das Verbrechen in ihrem zweiten Abenteuer wieder in Barkenholt Einzug hält.

Käthe steht in 'Käthe sucht...Mörder in Barkenholt' vor der Herausforderung, einen Mord aufzuklären. Ein guter Bekannter Käthes wird verdächtigt, einen Mord in der Nähe von Barkenholt begangen zu haben. Als er verhaftet wird, setzt Käthe gemeinsam mit Knut alles daran, seine Unschuld zu beweisen. Dabei gerät sie, wie sollte es auch anders sein, wiederholt von einem Schlammassel ins nächste.

Doch mit Hilfe von alten und neuen Freunden gelingt es ihr auch diesmal, den Fall zu lösen.

Dass dabei der Dorfpolizist Geert Feddersen dem etwas hochnäsigen Kriminalkommissar aus der Stadt beweisen kann, dass er und seine Kollegin Inken Hansen mehr auf dem Kasten haben, als der denkt, freut Käthe natürlich besonders.

In beiden Büchern habe ich mich getraut, einige plattdeutsche Dialoge zu schreiben. Das stellte eine besondere Herausforderung für mich dar, da ich selber aus dem Ruhrgebiet stamme und des Plattdeutschen nicht mächtig bin. Man möge mir also Fehler gnädig verzeihen.

'Käthe sucht...Geheimnisse in Barkenholt' gibt es als Taschenbuch bei amazon, sowie als Ebook bei amazon, Weltbild, Thalia und einigen anderen Buchhändlern online.

'Käthe sucht...Mörder in Barkenholt' wird zur Zeit noch überarbeitet, wird aber auch demnächst erscheinen.

Käthes drittes Abenteuer, Arbeitstitel 'Käthe sucht...Mörder am Ostseestrand' führt Käthe hinaus aus ihrem Dorf...aber mehr wird noch nicht verraten.

Wenn ihr Interesse an mehr Informationen zu mir, Käthe und Barkenholt habt, so freuen wir uns, euch bei uns begrüßen zu dürfen.


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Doch trotz der Schreiberei habe ich eines nie vernachlässigt...

Das Lesen...und die Liebe zum Buch...und das Eintauchen in andere Welten.

Denn Bücher sind mein Leben.



Ein langer Text, aber so wahre Worte hast du gefunden, Silvia. Ihr dürft gerne eure Antworten zu der Frage "Was bedeutet ein Buch für mich?" dalassen, aber auch Fragen an de Autorin und mich! :)

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Kommentare: 4
  • #1

    Sternchen (Dienstag, 04 August 2015 18:07)

    Huch, schon wieder eine speakers' corner? Das ging aber schnell :-)

    Diesmal ziemlich lang, aber sehr unterhaltsam zu lesen! Und die Autorin hat so Recht mit ihrer Meinung! Genau deswegen lese ich auch so gerne Bücher!

    Und toll, dass man auch als Autorin beim Schreiben das Lesen nicht vernachlässigt!

  • #2

    Silvia (Dienstag, 04 August 2015 18:58)

    Liebes Sternchen,
    ich denke, das Lesen ist der Hauptgrund, warum Autoren schreiben...um das mit ihren eigenen Werken bei den Lesern hervorrufen, was sie selbst beim Lesen eines Buches empfinden..und ich werde nie ohne Bücher sein können :-)

  • #3

    Amee Brooks (Mittwoch, 05 August 2015 08:22)

    Ich mag diese Autorin sehr gerne und liebe ihre erfrischend ehrliche Art. Sie hat so Recht in allem was sie hier erzählt, Danke dafür . Zudem gehört das lesen anderer Bücher zu einem guten Autor dazu, denn nur der der andere Geschichte in sich rein lässt ist auch gut in dem was er selbst rauslässt....oder soooo *grins* Lieben Gruß Amee

  • #4

    Silvia (Mittwoch, 05 August 2015 17:08)

    Liebe Amee, nu werd ich aber rot...danke dir für deinen lieben Kommentar :-)