Kim Leopold in der ... 



Hallo ihr Lieben!


Ich bin Kim, quasi wohnhaft auf www.allthesespecialwords.blogspot.de und fleißig, wenn’s ums Schreiben und Lesen geht.

Als Theresa mich gefragt hat, ob ich bei der Speaker’s Corner teilnehmen möchte, war ich Feuer und Flamme – Was für eine tolle Idee! Aber dann fiel mir einfach nicht ein, worüber ich mit euch reden könnte. Nach langem Nachdenken habe ich mich für ein Thema entschieden, dass mir sehr am Herzen liegt, nämlich das der Traum-Erfüllung.



Für mich war schon immer klar, dass ich mit dem Schreiben meinen Lebensunterhalt verdienen will. Ich hab schon immer gerne geschrieben, in der Schule hatte ich einen erstklassigen Deutschlehrer, der all meine Träume unterstützt hat. Ungefähr in der zehnten Klasse habe ich dann zum ersten Mal ein Buch zu einem annehmbaren Ende gebracht – da war von Überarbeiten noch lange nicht die Rede (da habe ich auch nie darüber nachgedacht, dass es nach dem Schreiben noch weiter geht…). Dann kamen drei Jahre Abitur, in denen ich kaum geschrieben habe und nun, während des Studiums habe ich so viel Zeit zum Schreiben, dass ich bereits mehrere Projekte zu einem annehmbaren Ende gebracht habe und viel davon mitten in der Überarbeitung steckt. Mein Entschluss, dass das Schreiben mein Job werden soll, wurde mit der Zeit immer stärker und nun ist es mein Herzenswunsch geworden.

 

Aber ist das wirklich richtig? Macht es wirklich Sinn, auf einen „Beruf“ bzw. eine „Berufung“ zu beharren?

Es ist nicht so, dass ich nicht auch in anderen Jobs arbeiten würde. Ganz im Gegenteil, gerade durch den Blog habe ich auch gemerkt, dass mir Pressearbeit sehr viel Spaß machen würde, das Lektorat habe ich mittlerweile fast abgeschrieben. Ich glaube, dass jemand, der selbst gerne schreibt, niemals ein glücklicher Lektor sein kann.

Aber das ist es, worum es im Leben doch eigentlich geht: glücklich sein. Was bringt mir ein Job, in dem ich viel Geld verdiene, wenn ich kaum Zeit habe, es wieder auszugeben? Was bringt mir eine Spitzenstelle mit tollen Autoren an meiner Seite, wenn ich dafür keine Zeit mehr für meine eigenen Hobbies und meine Familie habe?

Ich will nicht schuften, um ein Leben zu haben, was andere für perfekt erachten. Was bringen einem die neusten Elektrogeräte und das schönste Auto, wenn die wahren Werte doch eigentlich ganz woanders liegen?

 

Gerade Menschen, die gerne schreiben, muss es unglaublich schwerfallen, zu sagen: bis hierhin und nicht weiter. Das Schreiben ist kein Beruf, von dem man in Deutschland gut leben kann. Ganz im Gegenteil, es ist eine Kunst, der immer noch der Genie-Gedanke nachhallt, wobei es zum Schreiben nur 10% „Genie“ und 90% Disziplin benötigt. Ich kann verstehen, wenn man dann lieber auf seinen Traum verzichtet, und mit seinem Beruf eine akzeptable Zwischenlösung gefunden hat. Aber manchen reicht das vielleicht nicht und genau diese Leute möchte ich dazu ermutigen, schrittweise in ein Leben zu gehen, dass sie glücklich macht.

 

In einem ersten Schritt sollte man herausfinden, ob das Schreiben wirklich ein Beruf ist, dem man Tag für Tag nachgehen möchte. Das könnte zum Beispiel im Jahresurlaub sein, den man nutzt um ein langersehntes Projekt in die Tat umzusetzen. Das könnte aber auch eine Stunde früher aufstehen bedeuten, um wenigstens ein paar Sätze zu Stande zu bringen. Wenn ihr merkt, dass ihr das Schreiben über einen längeren Zeitraum durchziehen könnt und dabei immer noch mit einer Grundbegeisterung dabei seid, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr als Schriftsteller euren Lebensunterhalt bestreiten könnt.

 

Wenn man soweit ist, dass man weiß, dass das Schreiben das Richtige ist, sollte man sich auf dem Gebiet möglichst gut weiterbilden (und nebenbei möglichst viel schreiben – denn das ist immer noch die beste Übung) und den Austausch mit anderen Autoren suchen. Vielleicht hat man in der Zwischenzeit schon ein Projekt beendet, was sich für einen Selfpublishing-Versuch eignen würde. So gewinnt man erste Leser und bekommt ein Feedback, das einem auf der Reise weiterhelfen kann. Besonders wenn man sieht, dass die eigene Schreibe gut ankommt, weiß man, dass man auf dem richtigen Weg ist.

 

Aber wie geht es dann weiter? Nicht jeder landet schließlich gleich beim ersten Mal einen Millionenerfolg. Viele bekannte Autoren wurden von zig Verlagen abgelehnt, bevor sie zum ersten Mal unter Vertrag kamen. Die allermeisten können vom Schreiben nicht leben. Aber trotzdem leben sie ihren Traum, in dem sie Kurse geben oder einen Nebenjob haben, der sie nicht auslaugt, sondern eher inspiriert. Es gibt viele Möglichkeiten, das Schreiben zum Leben zu machen und trotzdem genug Geld zu verdienen (Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man diszipliniert und wenigstens so talentiert ist, dass Indie-Bücher sich ganz gut verkaufen oder Manuskripte bei Verlagen angenommen werden – was man mit den ersten beiden Schritten getestet hat).

 

Es gehört viel Mut dazu, sein Leben so drastisch zu verändern – insbesondere, wenn man von vielen Leuten immer nur hört, dass das Schreiben nie im Leben reichen kann. Dabei vergisst man allerdings oft, dass das Geschriebene nie die einzige, finanzielle Stütze im Leben sein muss. Man muss nur mal seine Möglichkeiten überprüfen und findet vielleicht einen Weg, um seinen Traum wahrzumachen.

 

Ich für meinen Teil arbeite gerade an Phase 2, in dem ich andere Leute mein Geschriebenes lesen lassen. Für mich funktioniert das am besten in Form meines Blogromans „Love, Kiss, Cliff“, den ich Anfang des Jahres auf meinem Blog gestartet habe. Das Feedback dazu ist atemberaubend – viele Textstellen würde ich so nie einem Verlag schicken, aber meine Leser loben die Kapitel trotzdem jedes Mal wieder und geben mir damit so unglaublich viel Motivation zurück, dass ich es nur jedem empfehlen kann, auch einen Blogroman zu starten, wenn ihr unsicher seid, ob eure Texte wirklich gut ankommen könnten.

 

Wann Phase 3 bei mir eingeläutet wird, weiß ich noch nicht genau. Mit Gewissheit kann ich jedoch sagen, dass sie kommen wird, und dass ich die Zügel selbst in die Hand nehmen werde, um am Ende nichts zu bereuen.

 


Rosen wie Schnee

 

Hier gibt es einen exklusiven Einblick in Ashs Leben, bevor Meredith kam. In Zukunft werden weitere Szenen aus seiner Sicht auf der Allthesespecialwords-Facebookseite erscheinen.

 

Drei Jahre zuvor


Das kleine Guckloch an meiner Seite friert zu, je weiter wir nach Osten kommen. Es beschlägt und bricht die Sonne durch tausende kleine Eiskristalle. Nur verschwommen erkenne ich die Skyline, die mir von so vielen Bildern vertraut ist, aber doch so fremd.

Der kleine Junge neben mir beginnt ein aufgeregtes Gespräch mit seiner Mutter. Genervt ziehe ich mir die Kopfhörer über die Ohren und schalte meine Musik an, um die letzten Minuten unseres Fluges ohne nervtötende Kleinkinder zu verbringen.

Ich wollte nicht in diese Stadt. Nicht an diese Universität, nicht in das Wohnheim, um mit fremden Menschen zusammen zu leben, die eine andere Aussprache und andere Gewohnheiten haben als ich.

Wir hatten einen Plan: studieren in L.A., zusammenziehen und nach drei Jahren heiraten. Einen kleinen Jungen bekommen und kurz darauf eine süße Schwester für ihn. Ein Mädchen mit ihren Haaren und den Augen, denen kein Mann widerstehen kann. Sie sollte eine Prinzessin sein, ein Mädchen von der Art, die man als Vater um alles in der Welt beschützen will.

Und dann zerstört sie alles, in dem sie ihr Auto vor einen Baum setzt.


***


In New York ist es bereits jetzt bitterkalt. Die Blätter verlieren allmählich ihre grüne Farbe und färben sich in den unterschiedlichsten Rotschattierungen. Jede Woche gibt es mehr Regen.

Ich weiß nicht, ob ich das noch länger ertrage. Aber zurück möchte ich nicht.


***


»Komm schon, Ash!« Rose dreht sich lachend im ersten Schnee. »Selbst ein Kalifornier muss dieses Wetter genießen können!«

Ich beobachte sie und frage mich, wie man dieses Wetter so sehr lieben kann. Unsere Mitbewohnerin hängt uns schon seit Tagen in der Ohren, weil sie den ersten Schnee kaum erwarten kann. Und jetzt tänzelt sie im Central Park in ihren schwarzen Stiefeln und dem knallrotem Mantel umher, als würde es nichts schöneres auf dieser Welt geben.

Ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen. Ich kann nicht anders. Ihre gute Laune ist immer ansteckend. 

Sie kommt auf mich zu und nimmt meine behandschuhten Hände in ihre, um mich durch den Park zu ziehen. Wie ein kleines Mädchen läuft sie um mich herum und versucht mich zum Lachen zu bringen.

»Lach doch mal! Du siehst immer so griesgrämig aus!« Sie wackelt mit den Augenbrauen und bleibt vor mir stehen. Ihre dunklen Locken sind mit Schnee benetzt, die Wangen glühen rot, doch was meine Laune letztendlich hebt, ist das atemberaubende Funkeln in ihren Augen.

»Ha!«, stößt sie hervor und knufft mich in die Seite. »Wusste ich doch, dass du auch lachen kannst.«

Und dann knufft sie mich wieder und wieder, bis ich laut lachen muss.

»Na warte.« Meine Stimme ist ein Grummeln, aber dieses Mal nicht der schlechten Laune wegen. Ihre Augen weiten sich, dann dreht sie sich um und rennt los.

Ich atme tief durch und laufe hinter ihr her.

An diesem Tag habe ich Rose zum ersten Mal aufgefangen.



Danke liebe Kim! Du hast auch mich wirklich motiviert und wenn ich nicht zu 1000% davon überzeugt wäre, dass ich überhaupt kein Talent fürs selber Schreiben habe, tja, dann würde ich jetzt wohl zu Stift und Papier greifen! ;) 

Aber ihr braucht noch nichtmal Stift und Papier, um Kim eure Fragen zu stellen! Einfach unter diesem Beitrag kommentieren und entweder antworte ich euch oder Kim gleich selbst! ^^

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Sabrina M. (Donnerstag, 07 Mai 2015 17:17)

    Ein toller Beitrag - und wirklich motivierend, Theresa ;-)
    Du hast ja sehr ausführlich über die Traum-Erfüllung gesprochen, aber nur hinsichtlich auf das Schreiben, auf das Autoren-Leben. Stehst du auch privat auf dem Standpunkt? Dass man sich private Träume erfüllen sollte?

  • #2

    maja (Freitag, 08 Mai 2015 15:12)

    Genau die richtigen Worte hast du gefunden!!
    Welche Art von Büchern würdest du denn am liebsten schreiben? Liebesromane? Klingt ganz danach, oder?

  • #3

    Kim (Samstag, 09 Mai 2015 19:20)

    Hallo ihr beiden!

    @ Sabrina: Danke - ich denke, ich kann von mir behaupten, dass ich auch privat versuche, meine Träume zu erfüllen. Das ist nicht unbedingt immer einfach, aber letztendlich macht einen ein erfüllter Traum doch zu einem glücklicheren Menschen. Ich versuche immer mit der Einstellung durchs Leben zu gehen, dass das hier mein einziges, endliches (im Sinne von nicht unendlich) Leben ist, was ich doch nur vertun würde, wenn ich es nicht so lebe, wie ich es mir in meinen Träumen ausmale. Ich will am Ende nicht sagen müssen, dass ich so viel verpasst habe, weil ich mich nicht getraut habe - aber diese Einstellung wirklich umzusetzen, ist nicht immer leicht.
    Meine Eltern sind zum Beispiel der Meinung, dass man erstmal etwas Vernünftiges lernen sollte oder dass man erst heiratet, dann ein Haus baut und dann ein Kind reinsetzt. Sie mögen auch irgendwo Recht haben, aber bin ich dadurch glücklicher?
    Ich plädiere also immer für Traumerfüllung - oder zumindest einen großen Teil davon, damit man vom Leben mehr hat. :)

    @Maja: Danke dir! :) Eigentlich schreibe ich eher Fantasy, wobei gerade die Contemporary-Schiene mir dieses Jahr irgendwie besser gelingen will. Mein Blogroman war eigentlich eher eine Ausnahme von meinem sonstigen Geschreibsel. Ich wollte etwas schreiben, was einfach ohne viel Überlegung von der Hand ging, quasi rein zu Übungszwecken, und so bin ich dann in Contemporary reingerutscht. Seitdem ich "Love, Kiss, Cliff" schreibe, kommen mir auch immer mehr Ideen für Liebes- oder Dramaromane, die ich gerne in Zukunft umsetzen möchte. :D Da geht sie hin, meine Fantasyphase... :D

    Ganz liebe Grüße und danke für eure beiden Kommentare!
    Kim