Marion Krafzik in der ...


Neu dabei in der speakers' corner? Informationen dazu bekommt ihr hier.

 

Dies ist der fünfte Beitrag.

Zum 1. mit Frank S. David geht es hier.

Der 2. war mit Jessica Swiecik.

Nummer 3 war Heiko Griessbach.

J. R. König hat Nummer 4 gebildet.


Marion Krafzik


Wir wurden bestimmt alle irgendwann mal gefragt: Und du, was willst du mal werden. Was ist dein Traum, deine Berufung? „Oh“, schrie ich, „mein Traum ist es Tierpflegerin zu werden.“ Ja aus ganzem Herzen und mit der Inbrunst der Überzeugung schrie ich meinen Berufswunsch heraus. Tierpflegerin. Ich lerne in einem Zoo alles was man über Tiere wissen muss und gehe dann nach Afrika. Als ich meinem Vater meinen Berufswunsch vortrug, sah er mich nur an und sagte kurz und knapp „Nein.“  Einfach nein. Ich war nicht dumm, ich hatte es geahnt, dass er so reagieren würde, ganz zuversichtlich unterbreitete ich ihm „Gut, dann werde ich eben Fotografin.“ Siegessicher und voller Zuversicht, dass ich diese Runde gewinnen werde, sah ich ihn an. „Ja, Fotografin ist gut. Das mach mal.“ Sagte er und lies mich mit offenem Mund und vor Entrüstung stehen.


Jahre später musste ich meinem Vater danken, denn er hatte ohne es zu wissen, für mich die beste Entscheidung getroffen. Er hatte es mir erspart einen Umweg gehen zu müssen.  

Und noch viele Jahre später, und ich meine wirklich viele Jahre später, ging ich nach Afrika und lebte mein Kindheitstraum. Ich gründete ein Safari Unternehmen, lernte alles über die Tiere und den Afrikanischen Busch. 

Aber bevor ich das tat wurde ich Fotografin wie mein Vater es anordnete. Und es war toll. Doch nach ein paar Jahren wollte ich mehr, ich hatte den Kick der Kreativität verspürt, ich der Drang sich noch mehr, noch besser auszudrücken wuchs immer mehr.  Das Foto war nicht genug Spielwiese für mich. Ich wollte, dass die Bilder sich bewegten. Ich wechselte die Sparte und fing in einer Werbefilm Produktion an. Natürlich ganz, ganz unten. Mit viel Spaß und Eifer, denn ich hatte ein Ziel vor Augen.

Nach ein paar Jahren in der Werbe und Image Film Szene schaffte ich es und wurde Regisseurin.  Dazu gehörte auch das Schreiben. Und plötzlich merkte ich, dass es Spaß macht sich Geschichten auszudenken. Szenen zu schreiben, Protagonisten erfinden und ihnen Leben einzuhauchen.


Geschichten erzählt zubekommen, zu lesen und Geschichten zu schreiben ist so alt wie die Menschheit. Geschichten sind Balsam für die Seele, sie transportieren uns schlagartig in eine andere Welt, eine Welt die wir uns in unsere Fantasie erbauen und die uns beflügeln. Geschichten machen einfach Spaß.


Noch mehr Spaß macht es, sich selber eine Geschichte auszudenken, sie aufzuschreiben, damit andere Teil haben können an einer Geschichte die wir erfunden haben. Ja das ist toll!


Genauso hatte ich es mir auch gedacht und ich fing, mir eine Geschichte auszudenken. Und es wurde wie ein Rausch. Als wäre ich auf irgendeiner Droge, die mich gefangen nahm. Ich konnte mir die Figuren in meinem Buch plötzlich selber erschaffen, ihnen ein Leben, eine Aufgabe geben mit all den Höhen und Tiefen wie im ‚richtigen Leben’.  Einen Plot.


Klingt gut nicht wahr? Aber es ist alles andere als einfach. Du musst einen Plan erstellen, wie deine Figuren handeln sollen, wenn Du ihnen Steine in den Weg legst oder du eine Überraschung für sie bereithältst. Denn irgendwann merkst du, dass deine Figuren manches Spiel, was du für sie vorbereitet hast, nicht mitspielen wollen. Sie zwingen dich dazu noch einmal alles genau zu überdenken. Und manch mal, ich würde fast sagen immer,  hatten sie recht.


Meine Regiearbeit und das Schreiben eines Skripts  haben mir natürlich geholfen das ich mich in dem ‚wie schreibe ich ein Buch‘ zurechtfinde. Beide haben die gleiche Struktur des Aufbaus. Die klassische Drei Akt Struktur. Anfang, Mitte und Ende. Aufgeteilt in unterschiedlichen Längen. Selbst die Szenen Struktur ist gleich, es muss immer einen Konflikt geben. Gibt es keinen Konflikt brauche ich die Szene auch nicht. Konflikte sind unbedingt notwendig denn ein Konflikt, egal ob es ein Innerer oder Äußerer Konflikt ist, treibt die Geschichte voran. Der Unterschied zwischen Film und Buch ist, wie kann ich einen inneren Konflikt zeigen, all den Zwiespalt den mein Protagonist mit sich herumträgt 

‚Darf ich jetzt noch ein Stück Schokolade oder schadet es meiner Figur? Was sagte doch neulich meine Arbeitskollegin?‘ ‚Nah hast mal wieder ordentlich gesündigt… ‚ 

Das kann ich in einem Buch gut erzählen mit all dem inneren Monolog und Gedanken-Wirrwarr. 

Im Film muss ich es zeigen und lege das Vertrauen in die Kunst des Schauspielers.

Nehmen wir nur mal, also jetzt ganz fiktive,   Nicole Kidman.  Sie dreht sich vor dem Spiegel hin und her und betrachtet aufmerksam ihr Spiegelbild, befühlt eine Speckrolle am Bauch und mit der passenden Mimik und Gestik verstehen wir, die Zuschauer, dass Nicole Kidman offensichtlich ein Problem mit ihrer Figur hat. Greift Nicole jetzt auch noch zur Schokolade sagen wir, die Zuschauer, nein lass das lieber. 

Aber ich habe nicht den Zwiespalt zeigen können, dass ja eigentlich die Kollegin einen Spruch über Nicole Kidman Äußeres gemacht hat, es sei denn ich habe es vorher in einer anderen Szene etabliert. Aber in diesem Moment bin ich nur visuell bei meiner, ich meine Nicoles Speckrolle, und sie fragt sich Schokolade ja oder nein. Im Buch könnte ich jetzt richtig loslegen. Kindheitsgeschichten, Pubertäre Probleme usw. einbringen. Film und Buch sind eng mit einander verbunden und doch so verschieden. 

Im Film sehe ich die schöne Nicole im Buch kann ich ‚nur‘ beschreiben wie ich sie sehe und der Leser macht sich sein eigenes Bild von Nicole. Jeder auf seine Weise. Das ist das zweite Phänomen, der Unterschiede zwischen Film und Buch, dass Beschreiben und das ‚Innere sehen‘. Und so könnte man es fortführen. Ich liebe beides. Film und Buch und das war schon immer so.


In meinem Buch, meiner Geschichte, geht es um drei junge Frauen, die sehr unterschiedlich von ihrem Äußeren und von ihrem Wesen sind. Es ist eher eine, wie man so schön sagt ‚hohle Freundschaft.‘ 

Als endlich die langersehnte ABI Party stattfindet passiert etwas schreckliches, Marie wird vergewaltig und ein tödlicher Unfall macht das Szenario perfekt. Alle drei sind überfordert mit der Situation.  Die ganze Sache wird vertuscht, es wird gelogen und ein Unschuldiger muss hinter Gitter. Marie ist die Einzige,  die sich nicht mit dieser Lüge und der ungeheuren Gewissheit einen Unschuldigen hinter Gittern gebracht zu haben, arrangieren kann. Sie verfällt dem Alkohol und den Drogen um sich zu betäuben, um ihr schlechtes Gewissen, ihr Schuldgefühl loszuwerden. Doch irgendetwas in ihr drängt sie dazu sich der Wahrheit zu stellen, Frieden zu schließen, aufzuräumen mit der Vergangenheit. Ganz tief in ihr drin weiß sie, wenn sie überleben will, muss sie sich aus dem Sumpf der Lügen befreien.  Acht Jahre nach diesem schrecklichen Abend kehrt sie zurück in ihre Heimatstadt  und nimmt Kontakt mit ihren ehemaligen Freundinnen auf. Sie will gemeinsam mit ihnen die Vergangenheit aufklären. Doch Marie hat nicht damit gerechnet, dass ihre Freundinnen sich perfekt mit der Vergangenheit arrangiert haben. Marie beginnt einen Kampf gegen sich selbst, dem Alkohol und gegen ihre Freundinnen. 



Es hat fast 9 Monate gedauert, so lang wie eine Schwangerschaft geht, bis mein Buch „Gefangen in einem Schwur“ geboren wurde.

Da hatte ich es endlich in den Händen. Es fühlte sich so gut an. Ich war, und bin es immer noch, glücklich das ich es geschafft habe. Und es werden noch viele weitere folgen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich bin wie sagt man: angefixt, es macht Spaß zu schreiben, es macht richtig Spaß und ich hoffe es macht meinen Lesern auch viel Laune mein Buch und die noch folgenden zu lesen.



Über die Autorin:

 

"Das Leben ist eine Reise, mit vielen spannenden Momenten, die mitunter Jahre dauern können." Aufgewachsen auf dem Land in der Lüneburger Heide, arbeitete sie als Fotografin. Doch schnell zog es sie in die weite Welt, nach Hamburg. Dort tauschte sie die Fotografie gegen bewegte Bilder ein. Sie wurde Regisseurin für Werbung und Image Filme. Der Drang nach Weite und Abenteuer führte Marion Krafzik nach Südafrika. Dort gründete sie eine Safari Firma und fing an zu schreiben. Mit vielen Geschichten, Eindrücken und Erlebnissen kehrte sie nach Jahren wieder zurück in die Lüneburger Heide. Ihr erster Roman "Gefangen in einem Schwur" erschien am 05.Dezember 2014 als ebook und Taschenbuch.


"Gefangen in einem Schwur" - Buchvorstellung und Rezension!

Ich freue mich sehr, dass ich den Roman "Gefangen in einem Schwur" lesen durfte und fast noch mehr ihn euch vorstellen zu dürfen!


Inhalt:


Überglücklich fiebert Marie mit ihren Freundinnen Marleen und Ruth der Abi-Party entgegen. Doch die Party entwickelt sich für die drei zu einem Desaster und das Leben der jungen Frauen wird brutal auf den Kopf gestellt. Durch einen Schwur soll verhindert werden, dass das Geschehene ans Licht kommt. 

Nach acht Jahren treffen die drei wieder aufeinander und Marie wird sich bewusst, dass sie den damaligen Schwur brechen muss. Oder sie zerbricht an ihm. 

Es beginnt für Marie ein Kampf gegen sich selbst und gegen ihre damaligen Freundinnen, denn diese haben ihre ganz eigene Vorstellung von Wahrheit. 


Meine Rezension:


Der Roman war - um es gleich vorweg zu nehmen - für mich eine riesengroße Überraschung! Ich bin schon mit hohen Erwartungen an das Buch gegangen, einfach weil die Handlung mich sofort gepackt hat und weil die Autorin so unglaublich sympathisch ist! Da konnte es ja überhaupt kein schlechtes Buch sein! Dadurch, dass ein Teil der Handlung stattfindet, als die Protagonistinnen so alt waren wie ich jetzt, es immer wieder Zeitsprünge gibt und der Klappentext sich allein schon sehr realistisch und authentisch angehört hat, habe ich dem Lesen hingefiebert. Und ich wurde sogar noch positiv überrascht!

Beginnen wir mal mit den Charakteren! Jeder Charakter in dem Buch war ganz anders, seine Einstellung, seine Haltung zu allem und er war einzigartig. Man hat sofort gemerkt, dass hier nicht die Autorin zwanghaft ein Verknüpfen der Handlungsstränge bewirken wollte, sondern dass die Charaktere ihr eigenes Leben lebten und dass Marion Krafzik diese einzelnen Leben zu Papier bringt.

Der Inhalt ist toll! Geheimnisvoll, realistisch, gruselig, und genau das, was ich zurzeit super gerne lese! Diese Mischung für die es keine Definition gibt, für die es keine eingeschränkte Leserschaft gibt. Ich bin mir sicher, dass sie fast jeden von euch in ihren Bann zieht. 

Auch der Schreibstil der Autorin ist große Klasse! Das Lesen macht Spaß und ich hab es in einem Zug gelesen, ich konnte es einfach nicht mehr weglegen!

Es ist zwar schon etwas her, dass ich das Buch gelesen habe, aber die Worte hierfür sprudeln erst jetzt aus mir heraus. Ich musste die gesamte Handlung erst einmal sacken lassen bevor ich euch an meinen Gedanken teilhaben lassen kann. Und mit dem Schwärmen kann ich leider immer noch nicht aufhören. Zwischenzeitlich habe ich aber schon zwei Freundinnen von dem Thriller erzählt, die haben ihn auch gelesen und sind auch hin und weg. Die Meinung, die ich hier festhalte, kann also nicht rein subjektiv sein. Ich kann ganz klar sagen: 


Die Chemie zwischen mir und "Gefangen in einem Schwur" hat einfach von Anfang an gestimmt"!



Mein Fazit:


Ein wunderbar spannender Thriller, der alles vereint, was ein gutes Buch braucht. Eine aufregende Handlung, authentische und sympathische Charaktere, einen erstklassigen Schreibstil und kein bisschen Langeweile! Ich gebe hier eine dringende Leseempfehlung mit ***** Sternen!


Und wieder habt ihr die Chance eure Fragen an die Autorin los zu werden! Hinterlasst unter diesem Post einfach einen Kommentar und entweder kommt Marion Krafzik auf euch zu oder ich ;) Wenn ihr das Buch gelesen habt oder Kommentare zur Rezension habt, dürft ihr auch die sehr gerne dalassen! 

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Kommentare: 11
  • #1

    Sternchen (Donnerstag, 26 März 2015 16:53)

    Der Text ist super schön geschrieben! Da steckt eine Autorin dahinter ;-) sehr unterhaltsam! Ich hab auch eine Frage: ich weiß nicht ob du Kinder hast, aber welchen Rat würdest du jugendlichen im Hinblick auf deren Berufswahl geben? Oder was ist deiner Meinung nach die wichtigste Eigenschaft, die ein Autor haben sollte? Liebe Grüße, Sternchen
    P.S.: ich war übrigens eine der Freundinnen, die den Thriller gelesen haben und die ihn auch geliebt haben! :-)

  • #2

    Marion Krafzik (Donnerstag, 26 März 2015 17:03)

    Hallo Sternchen, vielen Dank erst einmal für das Kompliment. Nein ich habe keine Kinder aber eine ganz klare Meinung zu dem Berufswunsch. Lass die Kinder machen, zeige ihnen die Möglichkeiten auf aber lass sie selbst ihre Erfahrung sammeln. Ich glaube jeder findet seinen Weg was er am liebsten machen möchte. Tja als Autor, sollte man ein Gespür für Menschen, Worte und Ereignisse haben. Viel lesen, viel schreiben, egal was es ist und Ausdauer beweisen, denn es ist nicht leicht sich zu behaupten. Ach ja und unbedingt eine Kurse in Szenen -schreiben absolvieren. LG Marion

  • #3

    Lenchen (Donnerstag, 26 März 2015 17:31)

    Bei dem Text merkt man richtig mit wie viel Herzblut er geschrieben wurde!
    Was war denn dein Lieblingsschulfach? Die kreativen, oder? Und deutsch?

  • #4

    Marion Krafzik (Donnerstag, 26 März 2015 17:38)

    Hallo Lenchen, ich muss Dich enttäuschen...keines von Beiden. Das mit der Kreativität kam erst viel später. Ich glaube das Leben hat das übrige dazu beigetragen. Denn Herzblut kommt auch mit Lebenserfahrung. Ich freue mich das Dir mein Beitrag gefällt. LG Marion

  • #5

    Sonja M. (Donnerstag, 26 März 2015 17:55)

    Die Geschichte deines Buches klingt schon ziemlich schockierend... Hast du etwas derartiges selbst erlebt?

  • #6

    Maria (Donnerstag, 26 März 2015 17:55)

    Liest du in deiner Freizeit selbst gerne Thriller? Oder welche Sorte Bücher bevorzugt du?

  • #7

    Sternchen (Donnerstag, 26 März 2015 17:59)

    Vielen Dank für die schnelle Antwort :-)

  • #8

    Marion Krafzik (Donnerstag, 26 März 2015 18:21)

    Hallo Sonja, Gott sei Dank ist mir so etwas nicht passiert und ich wünsche es auch keinem. Ich habe es mir ausgedacht, weil ich etwas schokierendes für die Grundidee des Buches haben musste. Etwas was die Frage Freundschaft, Loyalität, Ehrlichkeit und Selbstachtung ins Wanken bringt, damit meine Figuren handeln können. Ich glaube das diese Werte uns jeden Tag begegnen und vielleicht sollte man ein wenig darüber nachdenken. Das war bzw. ist das Hauptthema. LG Marion

  • #9

    Marion Krafzik (Donnerstag, 26 März 2015 18:25)

    Hallo Maria, ja ich lese gerne Thriller aber auch gerne mal etwas anderes mit Humor und witzigen Handlungen. Eigentlich stehe ich auf soviele Genres, die Geschichte muss gut sein und vor allen Dingen gut erzählt. LG Marion

  • #10

    Marion Krafzik (Donnerstag, 26 März 2015 18:27)

    Sternchen, ich hoffe ich konnte Dir mit meiner Antwort weiterhelfen. LG Marion

  • #11

    Dani M. (Samstag, 28 März 2015 17:05)

    Toller Beitrag! Kompliment an Autorin und Bloggerin!!