Von Plotbunnies und Marketing



Auf dem Weg zur Indieautorin

 


Heute darf ich euch endlich das Interview zeigen, das ich mit Melissa David geführt habe. So einfache Fragen, aber als Antworten gibt es jetzt ganze Geschichten... 

 

 

Nur kurz, damit ihr euch nicht wundert, was das Bild auf der linken Seite darstellen soll: Das sind die Melissa Davids Charaktere. Eine ganz schön lange Liste, oder? Ich würde da ganz schnell den Überblick verlieren. Ich weiß nicht, ob es euch da auch so gehen würde? ^^Aber trotzdem sieht sie total eindrucksvoll aus und zu den Themen, die sie behandelt (insbesondere Vampire) passen die Namen eigentlich wie die Faust aufs Auge, oder? "Radom Horljow" - könnte so eine Fee heißen? 

Ob wohl alle Autoren sich eine derartige Übersicht mit allen Charakteren erstellen?


1. Wie kommst du auf die Namen deiner Charaktere?


Teilweise benutze ich einen Namensgenerator. Oder ich nehme Namen, die mir gefallen. Im ersten Buch wird meine Protagonistin Sam heißen, eigentlich Samantha, aber jeder nennt sie nur Sam. Der Name ist sowohl weiblich als auch männlich und passt deswegen so gut zu ihr. Nein, nicht was ihr jetzt denkt.

Im zweiten Band wird es um Arnika gehen, die ihren Namen einer Blume verdankt.

Letztendlich muss der Name einfach zum Charakter passen. Das Gefühl muss stimmen.



2. Wie lange arbeitest du schon an deinem Buch?


Das ist schwierig so zu beantworten. Die ersten Worte des ersten Bandes habe ich tatsächlich 2010 geschrieben. Über ein Jahr habe ich gebraucht, bis er fertig war. Dann habe ich etwas anderes geschrieben und Kruento nebenher bearbeitet. Anschließend lag das Manuskript über zwei Jahre unberührt, bis ich es komplett überarbeitet und ins Lektorat gegeben habe. Und momentan sitze ich jetzt wieder daran, um die Lektoratsanmerkungen einzuarbeiten.



3. Wie teilst du dir deinen Schreiballtag ein? Jeden Tag eine bestimmte Wortzahl oder machst du zwischendurch auch mal einen Monat Pause?


Nein, einen geregelten Schreialltag habe ich wahrlich nicht. Montag und Dienstag arbeite ich ganztags. Abends dann noch etwas Haushalt und die Kinder. Da komme ich höchstens, wenn die Kleinen im Bett liegen dazu. Aber da bin ich meist so fertig, dann ich nur Mails abarbeite und das war's dann. Mittwoch und Donnerstag habe ich am Vormittag eine bis eineinhalb Stunden, in dem der Kleine schläft, und da kann ich dann etwas tun. Tja, und dann bleibt mir Freitag und das Wochenende, wo ich einfach sehen muss, wann was geht. Man muss einfach jede freie Minute, jede Gelegenheit die sich einem bietet ausnutzen. Früher konnte ich nur schreiben, wenn ich mindestens eine Stunde Vorlauf hatte, um mich einzustimmen. Alles musste ganz ruhig sein. Das ist nicht mehr so. Inzwischen schreibe ich, egal, was um mich herum passiert. Ob nun mit Untermalung von „Der kleine Maulwurf“ im Fernsehen oder einer Kinder-CD ist mir völlig egal.



4. Wie viel lässt du von deinem Alltag in dein Buch einfließen?


Da ich im Fatasybereich schreibe, werden alle Situationen nicht eins zu eins übernommen. Aber ich ertappe mich schon manchmal dabei, dass ich eine Person im Supermarkt beobachte und abends genau über diesen Charakter – oder so, wie ich ihn mir vorstelle – schreibe.

Im ersten Band verwandelt sich ein Blutkind in einem Vampir. Die Sinne werden geschärft. Ich habe diesen Teil geschrieben, als ich eine Brille bekam und gleich mit über zwei Dioptrien eingestiegen bin. Da war ich Wochenlang total überreizt. Natürlich fließen da dann ganz viele eigene Erfahrungen mit ein.



5. Hast du einen Lieblingsort zum Schreiben?


Wir sind ja erst Ende November umgezogen und in unserem neuen Haus habe ich ein Arbeitszimmer bekomme. Jetzt steht der Laptop häufig dort oben. Im Moment befinde ich mich am Küchentisch. Da schreibt es sich letztendlich genauso gut. Das Sofa ist auch echt bequem, aber da tun mir die Handgelenkte ziemlich weh, wenn ich länger schreibe.



6. Hast du bestimmte Rituale beim Schreiben? Tee trinken oder Kekse essen?


Nein. Laptop aufgeklappt, Programm aufgerufen und los geht’s. Trinken und Kekse essen kann ich auch später mit meinen Kindern.



7. Schreibst du manchmal abends, sowie andere Leute im Bett lesen?


Ich schreibe dann, wenn ich Zeit habe. Abends merke ich allerdings häufig, dass mein Kopf ziemlich voll ist. Ganz spät abends schreibe ich ungern, weil ich dann so aufgekratzt bin, dass ich nicht schlafen kann. So bis neun Uhr und dann noch etwas fernsehen oder ein Buch lesen ist gut. Ansonsten bin ich ein Morgenmensch. Im Prinzip stehe ich morgens lieber eine Stunde früher auf, da bin ich viel produktiver, als wenn es dunkel ist. 



8. Fällt es dir schwer, den Text, den du bereits geschrieben hast, wieder und wieder zu lesen?


Nein, eigentlich nicht. Beim überarbeiten lese ich meine eigenen Texte ständig und was gefühlsmäßig nicht passt, wird geändert. Ich kann auch rigoros streichen, damit habe ich keine Probleme.

Aber man wird natürlich ganz klar betriebsblind. Was ich manchmal für Rechtschreibfehler mache und dann auch beim zehnten Mal noch überlese, ist fast schon peinlich.



9. Hast du ein Lieblingskapitel bis jetzt?


Das ist so schwer zu sagen, weil es so viele Kapitel gibt, die ich wahnsinnig mag. Alles gehört irgendwie zusammen. Eher habe ich einige Lieblingsszenen. Manchmal sind es auch nur einzelne Passagen oder gar Sätze.

Eine ganz besondere Szene, in der sich Darius und Sam unterhalten möchte ich gerne mit euch teilen. Sie steht, für die Neugierigen unter euch, als pdf-Download auf meinem Blog bereit. 

Unter http://mel-david.de/downloads/ einfach das Passwort Bücherschrank eingeben.



10. Machst du dir vor dem Schreiben genaue Gedanken über den Handlungsverlauf der Geschichte oder schreibst du einfach drauf los?


Planung ist mein zweiter Vorname. Ich bin total strukturiert und durchorganisiert. Mein Plot steht komplett, jede Szene wird inhaltlich aufgeführt, bevor ich auch nur ein Wort schreibe. Natürlich füge ich gerne mal eine Szene wieder ein. Derzeit überarbeite ich Band 2 und weiß noch nicht, ob ich da ein komplettes Kapitel lösche und neu schreibe, weil sich eventuell einen viel besseren Plot im Kopf habe. Jetzt werde ich erstmal bis zu der Stelle überarbeiten und dann das Ganze meinem Betaleser zuschicken. Der hat ein super Gespür für solche Dinge.

Meine Hauptcharaktere müssen auch ausgearbeitet sein. Die Nebencharaktere mache ich dann meist beim Schreiben, ebenso wie das Setting. Jede Person, die in meinem Buch auftaucht bekommt einen eigenen Charakterbogen. Inzwischen habe ich weit über fünfzig Personen in meiner Liste.



11. Bei lustigen Stellen - lachst du ab und zu während dem Schreiben?


Eher nicht. Liegt vielleicht daran, dass ich nicht so lustig schreibe, keine Ahnung. Aber manchmal – gerade dann gegen Ende – reißt mich die Geschichte dann so mit, dass ich emotional selbst total betroffen bin und mitfiebere, hin und wieder auch mal eine Träne verdrücken muss. Und das wünsche ich mir auch für meine Leser. Dass sie so gefesselt sind, dass sie das Buch nicht aus der Hand legen können, bis sie das Wort „Ende“ am Schluss lesen.


Natürlich dürft ihr gerne wieder Fragen stellen! Und außerdem auch mir gerne wieder Rückmeldung bzgl dieser Aktion geben: Was würdet ihr euch von mir und Melissa David noch wünschen? Wir sind schon eifrig am Planen vom nächsten Teil und würden da auch sehr gerne auf eure Wünsche eingehen! Ich freue mich sehr, dass ich euch, lieben Lesern von Theresas Bücherschrank, diese Sichtweise einer Autorin kurz vor der Veröffentlichung ermöglichen kann. Und ich hoffe, euch macht das Lesen so viel Spaß wie mir die Zusammenarbeit mit der lieben Melissa.


Wer das Interview nicht zu 100% aufmerksam gelesen hat, den dürfte diese Information wohl noch einmal interessieren: Die Autorin hat unter folgendem Link  http://mel-david.de/downloads/ eine ganz besondere Szene als pdf-Datei hochgeladen. Ihr braucht einzig das Passwort Bücherschrank verwenden zum Download. Wenn ihr die Szene gelesen habt, dürft ihr uns natürlich auch dazu eure Meinung da lassen! 



Also: Wir beide (Melissa und ich) sind wahnsinnig gespannt auf eure Kommentare  ^^

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Kommentare: 6
  • #1

    Franzi Z. (Samstag, 28 Februar 2015 10:27)

    Hallo liebe Bloggerin,
    über diese Aktion bin ich gerade auf deinen Blog gestoßen und das Interview ist echt richtig toll geschrieben! Die schönen, interessanten und langen Antworten kommen nicht irgendwo her - einfach von deinen Fragen! Es liest sich wirklich toll und ich klicke gleich mal auf den ersten Teil der Reihe. Bin schon gespannt. Außerdem nehme ich mir auch sonst deinen Blog mal vor - bisher macht er auf mich einen ganz wunderbaren Eindruck! Mal schaun was noch kommt. Eine Frage hätte ich auch noch an die Autorin (hoffentlich wurde die nicht vorher schon mal gestellt: Vampire? Wie bist du denn auf eine Geschichte mit Vampiren gekommen? Die pdf Datei schaue ich mir auch gleich an. Und nochwas: Wann genau steht denn die Veröffentlichung an?
    Ganz liebe Grüße, Franzi Zellner

  • #2

    @ Franzi (Samstag, 28 Februar 2015 11:24)

    Hallo liebe Franzi,
    danke! danke! Danke! Für deine so netten und inspirierenden Worte! Mal schaun, was Melissa antwortet ;)

  • #3

    Melissa David (Samstag, 28 Februar 2015 11:36)

    Hallo Franzi,
    ich freu mich sehr über dein Interesse und ja, Theresa hat hier einen ganz wunderbaren Blog.
    Gerne möchte ich dir auf deine Fragen antworten.
    Vampire? Tja, nachdem sich die Biss-Reihe einer so großen Beliebtheit erfreute, schossen die Vampirromane förmlich aus dem Boden. Ich bin ein großer Fan und habe viele, viele Vampirbücher/-reihen gelesen und tu es noch immer. Allerdings gab es keine Geschichte, die mich vollkommen zufrieden zurück gelassen hat. Irgendetwas hat mir immer nicht gefallen. So entstand die Idee von Kruento und so begann ich zu schreiben. Immer wieder habe ich aufgehört, aber die Vampire und die Story hat mich einfach nicht losgelassen. Und weil es eben so eine Herzblutgeschichte ist, habe ich beschlossen sie mit der Welt zu teilen und werde deswegen Band 1 Ende April veröffentlichen. Wenn du hier fleißig mitliest, wirst du den Veröffentlichungstermin nicht verpassen ;-) Und eine besondere Überraschung für die Leser dieses Blogs wird es auch noch geben.
    Liebe Grüße,
    Melissa

  • #4

    Sternchen (Samstag, 28 Februar 2015 21:58)

    Ein super Beitrag! :) An die Autorin: wie lange schreibst du denn schon an dem Buch? Und du bist also kein so großer Twilight-Fan? Danke!!!

  • #5

    Marie (Sonntag, 01 März 2015 10:34)

    Liest sich super!!!! Ich habe auch eine Frage an die Autorin oder an Theresa: Wie seid ihr überhaupt auf die Idee mit den Postings hier gekommen? Also kennt ihr euch persönlich oder so?
    Bis bald, Marie

  • #6

    Melissa David. (Montag, 02 März 2015 17:09)

    Wie lange ich schon daran schreibe, wird in Frage zwei erklärt ;-)
    Also, die dass erste Biss-Buch habe ich VOR dem ganzen Hype gelesen und fand und finde ihn immer noch toll. Der zweite Band konnte mich dann weniger überzeugen, ebenso wenig wie die letzten zwei Bände. Der vierte ist mir einfach zu abgefahren. Aber ich habe alle vier Bücher (zwei davon sogar in Hardcover und so etwas besitze ich normalerweise nicht) und sogar von 1-3 die DVDs. Aber als riesiger Fan würde ich mich nicht bezeichnen. Ich habe auch viele andere Vampirbücher gelesen, die ich mindestens so gut, teilweise auch besser fand.

    Theresa hat über Facebook nach Leuten für ihre Speaker's corner gesucht. Daraufhin habe ich sie angeschrieben, dass ich schon Lust hätte, es aber noch etwas dauert, bis mein Buch erscheint. So haben wir uns ein wenig unterhalten und Theresa hat mir dann eine eigene Reihe angeboten. So ist "Von Plotbunnies und Marketing" entstanden.
    Persönlich kennen wir uns nicht. Wer weiß, vielleicht irgendwann einmal.

    Liebe Grüße,
    Melissa