Jessica Swiecik in der ...



Jessica Swiecik und ihr Weg zur „Schreiberei“



Wenn ich etwas sage, verliert es sofort und endgültig die Wichtigkeit,

wenn ich es aufschreibe, verliert es sie auch immer,

gewinnt aber manchmal eine Neue.

-Franz Kafka-



Dieses Zitat bildet den Anfang meiner kleiner Vorstellung. Ich finde, es passt sehr gut zu dem, wie ich das Schreiben empfinde. Ich war nie jemand der gerne und viel geredet hat. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Reden ist für mich mühsam, während ein leeres Blatt Papier sehr anziehend auf mich wirkt. Das Blatt Papier ist geduldig, es verzeiht Fehler und lässt einem Zeit, die Worte mit bedacht zu wählen. Meine Leidenschaft zu Worten fing bereits in der Grundschule an. Ich war immer die, die in der hintersten Ecke saß und entweder ein Buch oder einen Stift in der Hand hielt. In der heutigen Zeit ist klar, dass so jemand sich schnell mal in eine Außenseiterrolle befördert. Das war auch mir klar, genauso wie mir schon mit gut 8 Jahren bewusst wurde, dass ich anders bin und dass ich nicht so sein möchte, wie der Rest der Menschen. Ich habe immer viel nachgedacht, während meine Mitschüler sich andere Prioritäten gesetzt haben. Frühzeitig habe ich immer halb stolz und halb verlegen erzählt, dass ich irgendwann Schriftsteller werden möchte. Jedem von euch sollte klar sein, dass ich dafür größtenteils nur müde belächelt worden bin.


Meine Schulzeit war die Hölle, mein einziger Anker war das Schreiben und das Lesen. Ich habe schon damals viel gelesen, 2-3 Bücher die Woche. Dann habe ich meinen Realschulabschluss gemacht und meine Eltern haben mich in eine Ausbildung gedrängt, die nichts für mich war. Ja, meine Eltern sind leider so... Die Schriftstellerei haben sie stets als Scherz betrachtet, nicht als Job oder gar Berufung. Oft habe ich zu hören bekommen, dass daraus eh nichts wird und dass ich mir das aus dem Kopf schlagen soll. Aber ich bin eben wie ich bin und nach der Ausbildung habe ich gemerkt, dass ich in einem anderen Job nicht arbeiten will.... beziehungsweise es nicht kann. Ich bin ein Freigeist, ein Mensch, der das Künstlerische liebt. Monotone Arbeit würde mich auf Dauer kaputt machen.


Es folgte mein Abitur, ein Vorwand, um mehr Schreiben zu können und um zu lernen, wie das alles funktioniert. Damals entstanden meine ersten beiden 300 seitigen Bücher, die nie jemand zu Gesicht bekommen hat. Man beginnt tatsächlich damit, erst einmal für den Papierkorb zu schreiben. Dann, nach dem Abitur konnte ich dank meines Mannes (Ja, ich habe recht früh geheiratet) endlich rund um die Uhr schreiben. Ein Traum eines jeden Autoren. Ich habe an zahlreichen Schreibwettbewerben teilgenommen und bin dadurch in einigen Anthologien vertreten gewesen. 

In dieser Zeit entstand zudem mein erster Thriller, der den Namen „Liebesteufel“ trägt. Es ist eine Geschichte über einen Mann, der denkt, die Liebe von Jugendlichen stehlen zu können. Er ist ein Teufel, der dem Leser aber durchaus sympathisch erscheinen wird. Verdient nicht jeder etwas Liebe? Ganz gleich, wie schlecht er ist?


Heute bin ich an einem Punkt an dem ich einen tollen Verlag für mein Erstling gefunden habe und ich freue mich tagtäglich über jeden neuen Leser, der mir erzählt, dass ihm mein Buch gefallen hat. Ich spüre, dass das Schreiben mein Leben ist und dass ich nichts anderes machen möchte. Am Tag verbringe ich rund 6 Stunden mit dem Schreiben, nebenbei lese ich viel und betreibe selbst einen Bücherblog. Ich lebe recht zurückgezogen, da ich noch immer der Meinung bin, dass die Gesellschaft nichts für ich ist und ich viele Ansichten dieser nicht teilen kann. Ich denke, dass mich das Leben aufmerksamer gemacht hat. Aufmerksamer und wacher, mein Blick ist klarer, auch wenn ich viele Dinge, die in der Welt vor sich gehen, niemals verstehen werde. 


Ich bin stolz auf all das, was ich bis jetzt erreicht habe, auch wenn viele vielleicht denken, ich hätte ein langweiliges und einsames Leben, aber das stimmt nicht. Als Autor ist man nie allein, denn es gibt so viele tolle Momente mit seinen Charakteren, dass man manchmal das Gefühl hat, Teil einer großen Familie zu sein. Zum Ende dieses kleinen Beitrags fällt mir auch hier ein tolles Zitat ein:



„Ein Dichter, der in völliger Abgeschiedenheit spontan zu Papier bringt,

was der Geist ihm eingibt, schreibt das nieder,

was auch den Menschen in den dichtbevölkerten Städten als wahr gilt.“  

- Ralph Waldo Emerson -



In diesem Sinne wünsche ich allen Autorenkollegen das notwendige Durchhaltevermögen und alles Lesern viele tolle Stunden mit spannenden, traurigen, witzigen und gruseligen Bücher.



Über die Autorin:


Jessica Swiecik, geboren Nieber, erblickte 1990 das Licht der Welt und lebt heute mit ihrem Mann völlig zurückgezogen im beschaulichen Schlangenbad. Sie war nie jemand, der gerne im Mittelpunkt stand oder gerne in der Nähe von anderen Menschen war, viel lieber hat sie einen Stift zur Hand genommen und all ihre Gedanken aufgeschrieben. Seit ihrem Abitur im Jahre 2012 widmet sie sich vollständig ihren Kurzgeschichten und Büchern. Tagtäglich taucht sie in ihre erdachten Welten ein und lässt sich in ihnen treiben. Sie hat bereits bei mehreren Schreibwettbewerben gewonnen und ist in zahlreichen Anthologien vertreten. 2014 erscheint ihr erster Thriller bei Mainbook, 2015 wird dort ihr zweites Buch erscheinen. Neben dem Schreiben liest die bekennende Vegetarierin gerne, verbringt viel Zeit mit ihrem Mann in der Natur und betreibt einen Bücherblog (www.jessireneleseratten.blogspot.de)


Und jetzt seid ihr dran! Euch liegen Fragen auf dem Herzen? Ihr wollt mehr zu Jessica Swiecik erfahren? Oder einfach besser schreiben können?


Dann wartet doch mal ab, ob Jessica euch weiter helfen kann. Hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Artikel und entweder werde ich euer Anliegen beantworten/kommentieren oder Jessica selbst! 

Verbesserungsvorschläge zur "speakers' corner"? Auch darum kümmere ich mich! Hinterlasst einfach eine Nachricht... <3

Kommentar schreiben

Kommentare: 13
  • #1

    sternchen (Donnerstag, 22 Januar 2015 16:04)

    juhu, Theresas Bücherschrank lebt noch! Und was für ein schöner Beitrag!!! Toll verfasst und sehr unterhaltsam!! Für mich bleiben keine Fragen mehr offen :)

  • #2

    Marie (Donnerstag, 22 Januar 2015 22:14)

    Liest sich super! Ein wirklich netter Beitrag! Aber eine Frage hätte ich an die Autorin: schreibst du denn auch Texte für Jugendliche? Mit deinen eigenen Erfahrungen?

  • #3

    Jessica Swiecik (Freitag, 23 Januar 2015 08:03)

    Hallo Marie ;)

    Ja, meine Bücher haben alle Jugendliche als Zielgruppe ;) Der "Liebesteufel" ist ein Jugendthriller und auch mein nächstes Buch wird speziell für Jugendliche sein ;)

    Und um die Frage mit den eigenen Erfahrungen zu beantworten, ja, im Moment schreibe ich ein Buch, dass das Thema Mobbing auf einer etwas anderen Ebene behandelt und da bringe ich auch eigene Erfahrungen mit rein ;)

    Liebe Grüße
    Jessica Swiecik

  • #4

    Marie (Freitag, 23 Januar 2015 17:06)

    Cool! Das klingt ja toll! Veröffentlichst du in Verlagen oder als Self-publishing? ;)

    Andere Ebene? Inwiefern? Oder muss ich dazu das Buch lesen? ^^

    Liebe Grüße, Marie

  • #5

    Jessica Swiecik (Freitag, 23 Januar 2015 17:52)

    Hallo Marie ;)

    Den "Liebesteufel" habe ich bei einem kleinen Verlag veröffentlicht. Mein nächstes Buch wohl auch, aber ich denke darüber nach, vielleicht auch bald unter die Self-Publisher zu gehen, denn ich lasse mich nicht gerne verbiegen.

    Naja, mein aktuelles Projekt ist nach wie vor ein Thriller, aber ich zeige da verschiedene Seiten des Mobbings, nicht diese einfache Opfer-Täter-Rolle, sondern es wird etwas "anders", aber so viel kann ich noch nicht verraten. Es sind erst 100 Seiten geschrieben. ;)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende dir :D
    Jessi

  • #6

    Tamara (Freitag, 23 Januar 2015 19:48)

    Ich liebe diese Reihe - und wieder ein so schöner Beitrag! Bin gespannt auf den nächsten ;)

  • #7

    steffi (Samstag, 24 Januar 2015 09:48)

    Sieht so aus als hätte ich den Lesestoff für mein Wochenende gefunden! Theresa, rezensierte du dir Bücher eigentlich auch?

  • #8

    Laura A. (Samstag, 24 Januar 2015 11:44)

    Hey Theresa :) Ich liebe die Reihe schon jetzt! Und die Autorin diesmal hat sich selbst übertroffen - man spürt ihre Liebe zum Schreiben direkt! Weiter so!!!

  • #9

    Maria Z. (Samstag, 24 Januar 2015 13:05)

    Eine grandiose Idee für einen Buchblog! Hier profitiert jeder Leser von und der Autorin hat es gewiss auch Spaß gemacht! Ganz zu schweigen von dir, Theresa, du hast diesen Beitrag toll gestaltet! Danke an alle Mitwirkenden! Mir hat es sehr weiter geholfen!

  • #10

    Marie (Sonntag, 25 Januar 2015 14:54)

    das klingt nach einem guten Buch - danke für die Empfehlung und die netten Worte ^^

  • #11

    Martina R. (Dienstag, 27 Januar 2015 20:24)

    Liest sich toll! Schöne Worte hat die Autorin gefunden.

  • #12

    Jessica (Mittwoch, 28 Januar 2015 07:47)

    Danke ihr Lieben, es freut mich sehr, dass euch meine Worte getroffen haben ;)
    Diese Idee mit der Speakers` Corner ist wirklich toll. Ich werde auch in Zukunft vorbei schauen :D

    Jessica Swiecik

  • #13

    @ alle (Freitag, 06 Februar 2015 17:31)

    Interessante Fragen habt ihr alle miteinander gestellt - komme erst jetzt zum Durchlesen!