Türchen 19

Weihnachten rückt immer näher - jetzt sind es nur noch 5 Tage! Bald beginnen auch für alle bayerischen Schüler die Weihnachtsferien und ich bin mir sicher, die meisten können es gar nicht mehr erwarten (ich spreche aus eigener Erfahrung ;)!). Meine Überraschung für euch heute ist ein Autoreninterview mit Ivonne Keller. Was sie wohl so an Weihnachtstraditionen hat? 

Mein Spitzname: Ich habe keinen ☺


Mein Geburtstag: 5. September 1970


Meine Hobbys: Glücklicherweise konnte ich mein größtes Hobby, das Schreiben, zum Beruf machen. Bliebe das Lesen – ich liebe es, in gute Geschichten einzutauchen.


Mein Lieblingstier: Ich mag Katzen.


Meine Homepage: www.ivonne-keller.de


Das macht den Beruf des Autors/der Autorin für mich besonders.... 

Ich liebe es, in andere Identitäten einzutauchen und mich in Figuren hineinzufühlen, besonders, mit ihnen Situationen zu erleben, die sie an ihre Grenzen bringen. Das muss ich mir für jede Geschichte/ jede Figur neu überlegen. Es gibt Figuren, die sich gegen eine für sie „ausgedachte“ Krise sperren. Die dann sagen „Na, so schlimm ist das auch wieder nicht.“ Manchmal hilft es schon, den Namen der Figur zu ändern, und schon knickt sie ein. Diese Dinge unterscheiden meinen Beruf von vielen anderen.


Wäre ich nicht Autor/Autorin geworden, wäre ich jetzt...

Ich arbeite noch immer in einem anderen Beruf, ich bin viele Jahre Personalerin gewesen, derzeit arbeite ich in einem kleinen Büro alles ab, was anfällt und erledige die Buchhaltung. Ich genieße diese Tage sehr, weil ich unter Menschen komme, denn Schreiben ist ja ein recht einsames Geschäft.


Ein perfekter Sonntag ist für mich....

... ist ohne Termine. Gibt es aber kaum.


Ein gewöhnlicher Arbeitstag sieht für mich so aus....

Jeder Tag ist anders. Ich kann nur sagen, dass ich durchschnittlich zwei bis drei Stunden täglich schreibe. Das kann am Küchentisch, im Bett, in der S-Bahn sein, auch mal in einem Café. Am Schreibtisch schreibe ich zum Beispiel nie, obwohl ich natürlich einen besitze.


Ein Thema, das mich zurzeit sehr beschäftigt....

Mich beschäftigen zu viele Dinge, als dass ich sie hier aufzählen könnte. Privat wie beruflich. Sagen wir es so: Ich leide nicht unter Langeweile :D


Ich wusste, dass ich einmal Schriftstellerin werden will, als....

Das wusste ich nie. Ich bin es plötzlich geworden. Ich schrieb 2008 meinen ersten Roman, weil mir auf dem Weg vom Keller in unsere Wohnung die Idee zu einer Geschichte kam. Seither schreibe ich, und mein Leben hat sich komplett gewandelt.


Als Autorin, war dieses Ereignis besonders für mich...

Die Teilnahme beim Neobooks-Wettbewerb 2012 hat alles geändert. Ab da kam der Stein ins Rollen.


Mein nächstes Projekt....

Gibt es derzeit nur in meinem Kopf. Wieder ein Roman im Genre „Frauenspannung“. Anfang nächsten Jahren muss ich das Konzept dem Verlag vorstellen und ich weiß, je näher dieses Datum rückt, desto mehr wird es sich formen. Darauf kann ich vertrauen.


Der perfekte Platz zum Lesen ist für mich...

Eine Liege am Pool. Da komme ich nicht auf die Idee, stattdessen zu schreiben.


Mein Lesetipp für alle Leser von „Theresas Bücherschrank“....

„Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano. Diese Geschichte hat mich nachhaltig beeindruckt.


Meine Lieblingsweihnachtsgeschichte als Kind war... 

Oliver Twist.


Und ist jetzt....

Von Axel Hacke die Geschichte mit der Weihnachtskugel.





Tee oder Kaffee?

Beides.


Sommer oder Winter?

Sommer!!!!!!!


Lesen oder Film schauen?

Da mag ich mich nicht festlegen. Beides tue ich (leider!) so selten, dass es immer etwas Besonderes ist. 


Süß oder herzhaft?

Je nach Zyklus ☺.


Morgenmensch oder Nachtmensch?

Morgenmensch.


Krimi oder Liebesroman?

Krimi!


Draußen oder drinnen?

Beides.


Rose oder Orchidee?

Rose.


Bunt oder schwarz-weiß?

Bunt!


Weihnachtsmann oder Christkind?

Das ist eine sehr lustige Frage. Wir reden das ganze Jahr mit unseren Kindern vom Weihnachtsmann, aber an Heilig Abend kommt bei uns das Christkind :D (Ist mir eben erst aufgefallen).




Wie viel Inspiration aus deinem Bekanntenkreis fließt in deine Bücher mit ein?

Die Inspiration für meinen Roman „Lügentanz“ kam durch ein Gespräch mit einer Bekannten vor vielen Jahren, die mir damals erzählte, sie habe ihren Mann beim Frühstück gefragt, ob er sie noch liebt und er antwortete „Nein“. Das brachte natürlich einiges ins Rollen – ganz andere Dinge als in meiner Geschichte – aber solche Erzählungen bringen in mir etwas zum Klingen und dann folgt unter Umständen die Idee zu einem großen Projekt. Ich schätze, vieles, das mir erzählt wird, speichere ich ab und Fragmente davon fließen irgendwo ein. Aber ich habe noch nie eine Begebenheit, die mir erzählt wurde, „nacherzählt“.


Mit welchem Charakter aus einem deiner Bücher kannst du dich am meisten identifizieren? Warum seid ihr auf einer Wellenlänge?

Ich bin sehr auf einer Linie mir Silvie, meiner Protagonistin aus „Hirngespenster“. Silvie erwartet mehr vom Leben als einen gleichförmigen Strom, sie will vorankommen, sich entwickeln, ein wenig Aufregung und Abwechslung, Stillstand ist ihr ein Gräuel. So bin ich auch. So sehr ich mich auch (siehe oben) auf einen Sonntag ohne Termine freue, spätestens um die Mittagszeit ist mir langweilig ;).


Hast du einen Tipp an alle jungen Autoren?

Ich würde gern das Wort „jung“ durch „angehende“ ersetzen, denn ganz viele, die zu schreiben beginnen, sind nicht mehr jung ☺. Ich selbst habe mir 38 begonnen zu schreiben, das ist glaube ich ein typisches Alter. Die Kinder sind aus dem Gröbsten raus, beruflich hat man einiges erreicht, erlebt auch schon vieles – da überkommt einige Frauen plötzlich Schreiblust. Bei mir zumindest war es so. Ich würde diesen angehenden Autoren raten, sich weiterzubilden, wenn sie es ernst mit dem Schreiben meinen und davon träumen, etwas zu veröffentlichen. Es muss ja nicht gleich ein Studium sein, aber ein paar Grundlagenseminare finde ich das Mindeste. Es gibt einfach so vieles, das man als Laie nicht weiß, und wenn man es dann erlernt hat, sieht man die eigenen, und auch fremde Texte, mit ganz anderen Augen. Danach fängt man unter Umständen noch mal ganz neu an. Davor sollte man aber nicht zurückschrecken.


Wie sieht ein perfektes Weihnachten für dich aus? Was ist dir besonders wichtig?

Mein perfektes Weihnachten wäre tatsächlich der Gang in die Kirche. Ich bekomme aber leider in meiner Familie niemanden dazu mit mir hinzugehen, stattdessen gehen wir zu einem Krippenspiel in einem Kulturforum oder sehen im Fernsehen gemeinsam „Drei Nüsse für Aschbrödel“. Irgendwann werde ich vermutlich auch das alleine sehen :D. Es geht also denkbar unromantisch bei uns zu, allerdings meist harmonisch, es wird gemeinsam der Baum geschmückt, gekocht, gedeckt. Bevor das Christkind kommt, versammeln wir uns alle in einem Kinderzimmer und warten auf die Ankunft der Geschenke (jeder geht einmal nachsehen, ob das Christkind schon da war, der Kleinste geht dann als Letzter nachsehen, und Oh Wunder: Es war da!!) Besonders unser mittlerer Sohn, der mit 13 schon lange nicht mehr ans Christkind glaubt, besteht darauf, dass wir „die Show durchziehen“. Er meint, das sei das Tollste überhaupt.


Was darf bei dir in der Adventszeit nicht fehlen?

Kerzen und Tee. An Heiligabend Weihnachtmusik und ein hübsch geschmückter Baum. Duft nach Tannennadeln und Gebäck. 


Deine Nachricht in der Adventszeit an alle Leser von „Theresas Bücherschrank“?



Beschenkt euch mit Büchern; die bleiben!


Meine Weihnachtswünsche an dich:



Ein geruhsames Weihnachtsfest! Vielleicht kannst du deine Familie ja doch noch zu einem Gang in die Kirche überreden ;)


Danke, Ivonne, für die ausführlichen Antworten! Und natürlich für deine Besteuerung einiger Dinge zu dem Adventskalender! Welche das sind? Findet es heraus und macht hier beim Gewinnspiel mit!

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Kommentare: 1
  • #1

    sternchen (Freitag, 19 Dezember 2014 16:00)

    Das Foto der Autorin gefällt mir richtig gut - so herbstlich! Sehr schönes Autoreninterview!