Türchen 11

Hallöchen :) einen schönen 11. Dezember! Wer diesen Post schon ganz früh liest, darf mir bitte, bitte, die Daumen drücken. Gerade eben (ab 8.00 Uhr) sitze ich in einem kalten Biosaal und gebe mein bestes bei einer Bioklausur! Tja, da habt ihr es deutlich besser! Denn ihr dürft... tadadadada... Türchen Nummer 11 aufmachen! Heute gibt es kein Interview, keine kleine Grafik, sondern einen von mir formulierten Artikel! Hoffentlich lest ihr trotzdem weiter ;) Und darum geht es:



10 DINGE, DIE EINEN GUTEN ROMAN AUSMACHEN!

 

Woran liegt es eigentlich, dass ich manche Romane sehr gerne lese und schon nach den ersten drei Kapiteln weiß, dass das Buch entweder 4 oder 5 Sterne bekommt und ich anderen Büchern nach 500 Seiten immer hoch die Chance geben möchte, 3 Sterne zu bekommen? So genau weiß ich das auch nicht, denn bei vielen Romanen kommt es einfach auf das Gefühl beim Lesen an....  Aber einige Faktoren spielen immer eine große Rolle für mich: diese 10 Dinge!

 

1) Die Geschichte

 

Natürlich, jeder Roman lebt von einer guten Geschichte, die sich lohnt, erzählt zu werden! Kern der Geschichte kann eine Botschaft an die Leser oder eine Frage, die sich explizit um die Charaktere dreht, sein! Der Leser begegnet dieser Frage gleich zu Anfang: Finden Elizabeth Bennet und Mr Darcy am Ende zusammen? Gelingt es Krabat, den Zauber zu brechen? Klärt Comissario Brunetti den Mord auf? Es gibt diese eine Frage, die den Verlauf des Buches bestimmt, sie bringt Spannung auf und den Inhalt zu einem Höhepunkt! Und natürlich muss der Autor am Ende eben diese Frage auch beantworten ;).

 

2) Die Charaktere

 

Was wäre eine Geschichte ohne ihre Personen? Ich würde sie nicht lesen! Es muss immer mindestens eine  Person geben, deren Handlungsweisen ich auch nur halbwegs verstehen kann, ansonsten wirkt der ganze Roman surreal und die Handlung ist mir egal! Jeder Roman braucht Helden, Menschen, die träumen und auf die Schicksal eine Auswirkung hat. Genau wie wir dürfen diese keinesfalls oberflächlich gezeichnet sein, sie müssen Tiefgang und eine Persönlichkeit haben! Was wären "Die Tribute von Panem" ohne die tapfere Katniss Everdeen? Was wäre "Seelen" ohne den süßen Ian? Die Charaktere bestimmen die Handlung, sie entwickeln sich, verändern ihre Ansichten, geben Fehler zu und begehen Fehler. Aber sie bestimmen die Geschichte!

 

3) Die richtigen Worte

 

Damit man die Geschichte mit den Charakteren überhaupt liest, muss das Buch mit den richtigen Worten formuliert sein. Die Geschichte fesselt den Leser nur dann, wenn sie auch gut formuliert ist, wenn sie Gänsehaut verursacht, Tränen in die Augen treibt oder einen zum Lachen bringt! All das muss den Leser in eine andere Welt eintauchen lassen... Der Autor soll einem eigene Bilder vor Augen führen, einen entführen und man selbst soll nicht so schnell wieder zurück wollen. Die Phantasie sollte angeregt werden mit Gedanken, Gefühlen, Sinneseindrücken, ausdrucksstarken Verben und Adjektiven und nicht zuletzt den perfekten Worten! 

 

4) Ein Konflikt


Auch ein Konflikt gehört zwingend in einen guten Roman! Oft wird er durch unterschiedliche Sichtweisen, Wünsche oder Ziele der Protagonisten verursacht. Frodo und die Gefährten versuchen den Ring der Macht zu vernichten, Sauron dagegen will dies mit allen Mitteln verhindern. Meist folgen auf diesen einen Konflikt mehrere weitere, die dann auch die Handlung und Entwicklung der Charaktere mitbestimmen! Durch einen Konflikt wird eine Geschichte automatisch spannender. Egal, ob er zwischen zwei Personen ist oder ein innerer Kampf eines starken Helden.

 

5) Die Atmosphäre

 

Ort und Zeit sind zwei sehr wichtige Faktoren in einem Buch. Es kann zwar alles stimmen, aber weil Ort und Zeit falsch oder unvorstellbar sind, kann es trotzdem keinen Spaß machen, den Roman zu lesen! Ob ein Buch jetzt im Mittelalter oder in der Zukunft spielt, bestimmt die gesamte Atmosphäre. Regen macht Szenen oft traurig und trostlos, Sonnenschein dagegen lässt die Geschichte in einem Buch glücklich, sorgenlos und hell erstrahlen. Der Leser muss in die Geschichte eintauchen und die Atmosphäre spüren können.

 

6) Der Erzähler

 

Der Erzähler bestimmt die Handlung eines Buches. Er kann entweder als stiller Beobachter, allwissend oder aus der Sicht einer Person auftreten und in jedem Blickwinkel erscheint die Geschichte komplett anders. Vielleicht ist er distanziert, kommentiert immer alles, neigt zu ausufernder Geschwätzigkeit oder äußert sich gerne ironisch. Entscheidend bei all dem ist, dass der Erzähler zur Geschichte passt. Die Geschichte kann noch so gut sein, ein schlechter Erzähler ruiniert sie!

 

7) Die Welt

 

Schon auf den ersten Seiten eines Buches, werden Leser meist in eine andere Welt entführt. Diese kann es im wirklichen Leben geben, sie kann aber auch der Phantasie des Autors entsprungen sein. "Das Lächeln der Frauen" spielt in Paris, "Winterkartoffelknödel" in Bayern, dadurch wird es dem Leser leicht gemacht, sich die Schauplätze vorzustellen und die Kulisse direkt vor Augen zu haben.  Aber es gibt auch jede Menge Orte, für die neue Schauplätze oder komplett neue Welten direkt vom Autor erfunden wurden. Tolkien entwarf Mittelerde und Rowling die Schule Hogwarts. Nur durch eine genaue Beschreibung, wird diese Welt für den Leser Wirklichkeit.

 

8) Das Thema

 

Jedes gute Buch behandelt ein Thema. Nicolas Barreau schreibt in "Menu d'amour" über die Macht der Liebe, Saskia Sarginson in "Zertrennlich" über Familie und welche Auswirkungen diese auf dein Leben haben kann und Suzanne Collin's Trilogie "Die Tribute von Panem" handelt um den Kampf für die Freiheit.

 

9) Die Originalität

 

Was wäre ein Buch, wenn man seine Geschichte schon 10 Mal zuvor gelesen hat? Ganz richtig, nicht originell! Zwar muss nicht jede Geschichte komplett neu sein, einige Motive tauchen in der Literatur immer wieder auf, wie zum Beispiel das Motiv der verbotenen Liebe oder familiäre Feindschaften. Nicht jede Handlung muss also komplett neu sein, aber durch Originalität hebt sie sich Fond er breiten Masse ab und Leser werden auf das Buch aufmerksam! 

 

10) Der Titel

 

An dieser Stelle hatte ich überlegt, "Das Cover" auch zu thematisieren. Aber ein gutes Cover macht keinen guten Roman aus... Der Titel dagegen schon. er muss definitiv einen Bezug zu dem Buch selbst haben, aber auch auf einer originellen Idee beruhen. Zurzeit sind Titel mit langen Nebensätzen in Mode, wie zum Beispiel "Der Junge im gestreiften Pyjama", "Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß" oder "Der Sommer, in dem meine Mutter zum Mond fliegen wollte". Der Titel sollte den Leser überraschen oder zumindest neugierig machen, denn er ist der erste Schritt auf dem Weg, den Leser zum Lesen der Geschichte zu bewegen. 

 

 

 

So, das sind jetzt die 10 Dinge, die meiner Meinung nach einen guten Roman ausmachen. Zugegeben, diese 10 Dinge beim Verfassen eines Romans zu beachten ist eine Kunst. Aber ich habe auch nie gesagt, dass jeder einfach drauf los schreiben kann ;) 

 

Was denkt ihr? Welche Kriterien fallen euch noch ein? Was macht für euch einen guten Roman aus? Ihr dürft gerne auch Beispiele nennen ;)

Kommentar schreiben

Kommentare: 10
  • #1

    sternchen (Donnerstag, 11 Dezember 2014 18:33)

    Viel Glück ;)

  • #2

    Steffi M. (Donnerstag, 11 Dezember 2014 19:43)

    Was für ein schönes Adventskalendertürchen! Und ich denke, das sind auch für mich die 10 wichtigsten Dinge... Sonst fallen mir keine ein! Und Beispiele! Die Klassiker :)

  • #3

    tbuecher (Donnerstag, 11 Dezember 2014 19:44)

    Danke, liebes Sternchen! Und auch an dich, Steffi! :)

  • #4

    Luana (Donnerstag, 11 Dezember 2014 20:17)

    Theresa,
    Bio lief schon, es wird schon nicht so schlecht gewesen sein!!!
    Ich kann dir nur Recht geben in deinen 10 Dingen für gute Bücher!
    Dann freue ich mich auf morgen mit dem nächsten Türchen.
    Liebe Grüße
    Luana

  • #5

    tbuecher (Donnerstag, 11 Dezember 2014 20:37)

    Luana, liebe Biologin! ;) Ja, es ging schon... Oh Gott, ich war so nervös!! Das freut mich, liebe Luana! Dir fällt auch sonst nichts mehr ein? Und danke fürs Aufmerksam machen auf den einen Fehler - der war gravierend!

  • #6

    Marie (Donnerstag, 11 Dezember 2014 21:08)

    Tolles Adventskalendertürchen! So schön formuliert!

  • #7

    Tamina (Donnerstag, 11 Dezember 2014 21:10)

    Sehr schöner Blogeintrag!!! <3 dein Adventskalender ist besser als Schoki! :)

  • #8

    Betty Schmidt (Donnerstag, 11 Dezember 2014 21:56)

    Hallo Theresa,

    das ist wirklich ein toller Beitrag. Hast du sehr schön zusammengefasst und beschrieben. Ich stimme allen Punkten zu. Was ich auch noch wichtig finde, ist die Qualität des Textes, also ob er ordentlich korrigiert und lektoriert wurde. Ab und zu mal ein Fehler oder fehlendes Komma ist ok, das passiert jedem und auch Lektoren/Korrektoren übersehen mal was, aber wenn sich das häuft, verliere ich schnell die Lust beim Lesen. Auch ständige Wortwiederholungen stören mich, oder wenn Personen immer wieder das Gleiche denken/tun. Für mich wird das schnell langweilig.

    Liebe Grüße,

    Betty

  • #9

    tbuecher (Freitag, 12 Dezember 2014 18:49)

    Hallo Betty, danke für deine lieben Worte - die freuen mich wirklich sehr! Ja, stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen! Fehler irritieren wirklich (deswegen könnte ich auch keine Deutschlehrerin sein!). Das sollte eigtl noch in dem Post übernommen werden! ;)
    Liebe Grüße, Theresa

  • #10

    Laura A. (Freitag, 12 Dezember 2014 22:11)

    Liebe Theresa,
    das Türchen Nummer 11 ist wirklich toll formuliert! Es hat richtig Spaß gemacht, deinen Eintrag zu lesen und es war unglaublich spannend deine Meinung dazu zu hören! Die meisten Bücher kannte ich (also: gute Buchauswahl!) und die anderen muss ich kennen lernen ;-) Solche Einträge solltest du häufiger machen! Sehr gelungen!
    Viele Grüße,
    Laura