Veras Geschichten

Teil 3

Am nächsten Morgen fahre ich Maribelle mit unserem Auto zu ihrer neuen Arbeitsstelle.
Unser Auto heißt Schelden. Es ist wunderschön. Ein elegantes Knallgrün und rote Punkte. Außerdem hat es ziemlich oft Schluckauf, was sehr nervig ist. Einmal zum Beispiel hat Schelden so heftig gehickst, dass alles gewackelt hat, und ich fast in einen Baum gefahren wäre.

Ich habe den Baum aber nur gestriffen, durch den Ruck ist der Becher mit Erdnussbuttermilchshake, den ich oben auf einer Ablage deponiert hatte, heruntergefallen und wir wurden alle mit klebriger Erdnuss-Milch-Mischung geduscht.

Das war zwar nicht besonders lecker, aber das wirklich Schlimme war, dass der Becher auf der Vorrichtung von Maribelles Schleudersitz gelandet ist, und Maribelle so durch die Autodecke hindurch in die Luft geschleudert wurde. Da oben schwebte sie dann eine Weile mit dem Fallschirm am Himmel, segelte immer weiter nach unten und blieb schließlich an der Speerspitze der Statue von unserem Springbrunnen hängen.

Ich habe dann die Feuerwehr gerufen, die sie nach einigen Stunden wieder vom Springbrunnen gepflückt haben.

Seitdem sitzt Maribelle nur noch auf dem Rücksitz, weil sie eine Phobie vor Schleudersitzen entwickelt hat.


„Die Ampel war rot, Jimmy“, meldet sich der kleine Affe zu Wort, der im Handschuhfach des Beifahrersitzes lebt.

„Ich weiß“, sage ich.

Dann schweigen wir.

Schließlich meint der Affe: „Es ist windig draußen.“

„Ich weiß“, antworte ich.

„Du solltest eine Mütze anziehen.“

„Ich weiß.“

Mit dem Affen kann man einfach nicht reden.

„Mit dir kann man nicht reden!“, werfe ich ihm vor.

„Ich weiß“, sagt er beleidigt und verzieht sich im Handschuhfach.

„Wir müssen ihn loswerden“, sage ich zu Maribelle. „Die Frage ist nur, wie.“

„Wir könnten ihn zum Beispiel umbringen“, schlägt sie vor und lächelt. Darüber könnte man mal nachdenken.

Wir kommen an der Apotheke an. Maribelle bezieht ihren neuen Posten.

Sie ist wirklich mutig.



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