Veras Geschichten

Mit ihren Geschichten, hat Vera schon viele beeindruckt und zum Lächeln gebracht. Hier findet ihr jeden Sonntag einen kurzen Auszug. Zugegeben, ein bisschen Fantasy braucht man schon ;) Alle bisherigen Teile findet ihr unter der Rubrik "Veras Geschichten".

Teil 1

Als ich aufwache, weiß ich sofort, dass etwas nicht stimmt.

„Hier stimmt etwas nicht, Maribelle!“, rufe ich meiner kleinen Schwester zu, die ich unter meinem Bett aufbewahre. Sofort schießt Maribelle hervor, einige Würmer in den Haaren hängend und mit tiefroten Augenringen. Sie züchtet nämlich eine spezielle Art von Würmern in der Wurmfarm unter meinem Bett.

Sie starrt mich kritisch an, während ich anfange, Algen aus meinen Haaren zu zupfen.

„Du verwandelst dich in ein Straßenschild“, sagt sie dann.

„Oh nein“, ist alles, was mir dazu einfällt.

Dann beginnt Maribelle eine schleimige graue Flüssigkeit auf meine Füße zu streichen, die die Verwandlung stoppen soll.

„Bist du sicher, dass das hilft?“, frage ich, inzwischen etwas ängstlich, weil meine Hände merkwürdig anschwellen, mein Körper aber immer flacher wird und eine rötliche Färbung annimmt, was bedeutet, dass ich zu einem Stoppschild mutiere.

Maribelle nickt nur. Sie ist erst zwei Jahre alt, aber nicht dumm.

„Wie läuft´s mit den Würmern?“, frage ich.

Sie nickt wieder. Sie ist nicht besonders gesprächig.

Ich schaue aus dem Fenster.

„Unser Schneemann ist geschmolzen“, stelle ich fest.

„Ich weiß, er war unglücklich.“

„Wir hätten ihm mehr zu essen geben sollen.“

„Ich habe ihm täglich zwei Portionen Katzenfutter hingestellt, aber er wollte sie nicht.“

Sie ist inzwischen fertig, die Creme auf meinen Füßen zu verteilen und legt nun sorgfältig einige Eukalyptusblätter oben drauf. Sofort spüre ich, wie die Schwellung zurückgeht und auch mein Körper wieder seine normale Form annimmt.

„Maribelle, du bist ein Genie!“, lobe ich sie.

Sie nickt nur. Immer so bescheiden, die Kleine.

„Deine Augen sind lila“, bemerke ich.

„Ich habe Kontaktlinsen drin.“

„Achso.“ Das hätte ich mir denken können.

Sie verkriecht sich wieder unter dem Bett, um uns eine Tasse Tee zu kochen. Sie macht immer Orangenblüten-tee. Das erinnert mich an die erste Begegnung mit meinem Vater.

Er hatte sich die Haare grün gefärbt, trug einen langen schwarzen Mantel und eine riesige Sonnenbrille, obwohl es Winter war.

„Jimmy“, fragte er mich. „Warum hast du einen Jungennamen?“

„Ich weiß es nicht“, antwortete ich.

Dann warf er einen Stock.

„Dad“, fragte ich. „Bin ich ein Hund?“

„Jimmy“, sagte er. „Entschuldige.“

Dann gingen wir in ein Café, tranken Orangenblütentee und färbten uns die Haare himmelblau.

 

Wie es weiter geht, erfahrt ihr nächsten Sonntag!

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Kommentare: 4
  • #1

    sternchen (Sonntag, 08 Juni 2014 16:30)

    Wäre es nicht auch eine gute Idee, jeden Tag einen neuen Teil online zu stellen? Die Geschichte ist bisher wirklich süß, spannend, und lustig!

  • #2

    Anna (Sonntag, 08 Juni 2014 20:18)

    Ich freue mich schon auf nächsten Sonntag! Die Geschichte klingt toll!

  • #3

    Kat (Montag, 09 Juni 2014 12:26)

    Das finde ich eine super Idee! Die Geschichte klingt verrückt, aber trotzdem vielversprechend. Aber weiterspinnen kann ich sie wirklich nicht... Ich bin mal gespannt!

  • #4

    Luana (Dienstag, 10 Juni 2014 01:03)

    Ich freue mich auch schon auf den nächsten Sonntag - auch von der Ferne!!!
    Ich habe mir einen Horror-Film mit meinen Gastschwestern angeschaut, und die Schwester, der Hauptperson und sie selber waren auch etwas komisch und haben Falter "gezüchtet". ...
    Wobei ich deine Geschichte jetzt schon lieber mag als den Horror-Film.
    Mach weiter so Vera!!!